Das Stadion Johannisau hat sich einmal mehr als Bühne für hochklassige Leichtathletik erwiesen, schreibt fuldainfo.de.. Bei den Hessischen Meisterschaften der Jugend U20 und U18 am 6. und 7. Juni in Fulda zeigte sich nicht nur die Leistungsstärke des Nachwuchssports in Hessen, sondern auch die besondere Rolle des HLV-Kreises Fulda-Hünfeld innerhalb der hessischen Leichtathletik. Trotz teilweise kräftiger Windverhältnisse fanden die Athletinnen und Athleten insgesamt gute Wettkampfbedingungen vor.
Mit 26 Startern war der Kreis Fulda-Hünfeld vertreten. Die größte Delegation stellte der Hünfelder SV mit 17 Athleten, hinzu kamen fünf Teilnehmer der LG Fulda sowie jeweils zwei Athleten vom TV Flieden und TV Petersberg. Die Bilanz kann sich sehen lassen: Drei Meistertitel, drei Vizemeistertitel und zwei dritte Plätze gingen an Sportlerinnen und Sportler aus der Region. Damit bewegte sich das Abschneiden nahezu auf dem Niveau des Vorjahres, als drei Meistertitel, zwei Vizemeistertitel und ein dritter Platz erzielt wurden.
Ein genauerer Blick auf die Ergebnisse offenbart allerdings, wer den größten Anteil an diesem Erfolg hatte. Der Hünfelder SV prägte die Meisterschaften aus Sicht des Kreises in bemerkenswerter Weise. Alle drei Titelträger kamen aus den Reihen des Vereins, hinzu kamen drei Vizemeistertitel und drei vierte Plätze.
Besonders herausragend präsentierte sich Edda Bischof. Die Athletin des Hünfelder SV startete in der Altersklasse WJU20, obwohl sie eigentlich der WJU18 angehört. Im Kugelstoßen sicherte sie sich mit 12,46 Metern den Meistertitel, im Diskuswurf folgte mit 41,32 Metern die Silbermedaille. Damit war sie die erfolgreichste Athletin des gesamten HLV-Kreises Fulda-Hünfeld bei diesen Meisterschaften.
Bemerkenswert sind dabei nicht nur die Platzierungen, sondern auch die Einordnung der Leistungen. Die Weite von 12,46 Metern im Kugelstoßen bedeutet aktuell Rang elf in der Deutschen Bestenliste der WJU20. Besonders beachtlich ist dies vor dem Hintergrund, dass in dieser Altersklasse mit der Vier-Kilogramm-Kugel gestoßen wird, während Bischof in ihrer eigentlichen Altersklasse noch mit einer Drei-Kilogramm-Kugel antritt. Auch ihre Leistung im Diskuswurf besitzt nationale Relevanz und wird derzeit auf Platz 17 der Deutschen Bestenliste der WJU18 geführt.
Ebenfalls im Blickfeld überregionaler Maßstäbe bewegt sich Amelie Witzel. Die Hochspringerin des Hünfelder SV gewann mit übersprungenen 1,68 Metern die Silbermedaille und verbesserte ihre persönliche Bestleistung um zwei Zentimeter. Zur Norm für die Deutschen Meisterschaften fehlen ihr lediglich noch zwei weitere Zentimeter. In der aktuellen Deutschen Bestenliste belegt sie Rang 16.
Zu den weiteren Medaillengewinnern des Hünfelder SV zählten Dirk Malsch, der in der Altersklasse M55 den Titel über 5.000 Meter Bahngehen in 34:53,31 Minuten gewann, sowie Hannah Sattler mit Silber über 1.500 Meter der WJU18 in 5:29,84 Minuten. Weitere Top-Acht-Platzierungen erreichten Emma Röhrdanz als Vierte über 400 Meter und Fünfte über 200 Meter, Linda Schmitt als Vierte über 800 Meter, Lena Dehler als Vierte im Diskuswurf und Fünfte im Kugelstoßen, Ella Kayser als Fünfte über 3.300 Meter, Hanna Knieper als Siebte über 100 Meter, Marie Weber als Siebte im Speerwurf sowie Lotte Schwarz als Achte über 200 Meter.
Auch die LG Fulda sammelte mehrere Finalplatzierungen. Paula Obermayer wurde Sechste im Kugelstoßen der WJU20, Emilia Warzecha erreichte als von der W15 hochgestartete Athletin Rang sechs im Hochsprung der WJU18 und Anna Volmer belegte Platz acht über 400 Meter.
Für einen weiteren Meistertitel sorgte die Startgemeinschaft Hünfeld-Baunatal-Friedrichstein. Nika Marie Henkel, Lotte Schwarz, Hanna Knieper und Emma Röhrdanz gewannen die 4x100-Meter-Staffel der WJU18 in 48,21 Sekunden. Diese Zeit besitzt ebenfalls überregionale Bedeutung und entspricht aktuell Platz sieben in der Deutschen Bestenliste. Die zweite Staffel der Startgemeinschaft mit Svea Witzel, Linda Schmitt, Amelie Witzel und der aus der WJU16 hochgestarteten Frieda Auerbach belegte Rang sieben.
Besondere Aufmerksamkeit verdient dabei die Entstehung dieser Leistung. Kurzfristig fielen zwei Mitglieder der zweiten Staffel aus, was einen vollständigen Umbau der Besetzung notwendig machte. Wechsel konnten in dieser Konstellation nicht trainiert werden. Umso bemerkenswerter ist die erzielte Zeit, die lediglich vier Hundertstelsekunden über der Norm für die Süddeutschen Meisterschaften lag.
Auch die Athleten des TV Flieden und des TV Petersberg trugen zur starken Gesamtbilanz des Kreises bei. Noah Sitzmann gewann Bronze im Speerwurf der MJU20 mit 39,74 Metern. Vereinskollege Vincent Vogt belegte Rang sechs über 400 Meter Hürden und Platz sieben im Speerwurf. Für den TV Petersberg sprang Maximilian Evert mit 1,78 Metern auf Rang drei im Hochsprung der MJU18. Zudem wurde er Achter über 400 Meter. Nick Lampropoulos erreichte Platz fünf über 800 Meter.
Neben den sportlichen Ergebnissen zeigte die Veranstaltung auch die enge Zusammenarbeit innerhalb des HLV-Kreises Fulda-Hünfeld. Die Zeitmessanlage des Hünfelder SV war ebenso im Einsatz wie das dazugehörige Zeitmess-Team. Hinzu kamen zahlreiche Kampfrichter aus der Region, die an den Wettkampfanlagen und zentralen Positionen für einen reibungslosen Ablauf sorgten.
Die Meisterschaften hinterließen damit einen Eindruck, der über die einzelnen Resultate hinausgeht. Sportlich überzeugten die Athletinnen und Athleten aus der Region mit einer Vielzahl leistungsstarker Ergebnisse und mehreren Platzierungen von nationaler Relevanz. Organisatorisch präsentierte sich das Stadion Johannisau einmal mehr als leistungsfähiger Austragungsort. Wer die Bedingungen vor Ort erlebt hat, dürfte die Einschätzung nachvollziehen können, dass Fulda längst das Potenzial besitzt, künftig auch nationale Titelkämpfe auszurichten. +++ red.













