Der Wohnungsbau in Hessen verliert weiter an Tempo. Im Jahr 2025 wurden landesweit 15.542 Wohnungen fertiggestellt – 13,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit setzt sich ein Trend fort, der sich bereits seit 2022 abzeichnet. Besonders stark traf der Rückgang den Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern. Nach Angaben des Hessischen Statistischen Landesamts wurden 2.435 Wohnungen weniger fertiggestellt als noch 2024.
Der überwiegende Teil der neuen Wohnungen entstand in Neubauten. Von den insgesamt fertiggestellten Wohnungen entfielen 13.160 auf neu errichtete Gebäude. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr in Hessen 9.131 Gebäude und Baumaßnahmen abgeschlossen. Dazu gehörten 3.423 neue Wohngebäude mit 12.917 Wohnungen sowie 1.039 neue Nichtwohngebäude, in denen weitere 243 Wohnungen entstanden.
Regional zeigen die Zahlen deutliche Unterschiede. Die meisten neuen Wohnungen wurden erneut in Frankfurt am Main fertiggestellt. Dort entstanden 3.481 Wohnungen. Im Werra-Meißner-Kreis lag die Zahl dagegen bei lediglich 54. Besonders stark fiel der Zuwachs in Darmstadt aus. Dort wurden 2025 insgesamt 806 Wohnungen fertiggestellt, nachdem es im Vorjahr nur 168 gewesen waren. Das entspricht einem Anstieg von 379,8 Prozent. In Kassel dagegen brach die Zahl neuer Wohnungen massiv ein. Nach 445 fertiggestellten Wohnungen im Jahr 2024 waren es ein Jahr später nur noch 64 – ein Rückgang um 85,6 Prozent.
Vor allem klassische Wohnformen verloren deutlich an Bedeutung. Die Zahl fertiggestellter Einfamilienhäuser sank binnen eines Jahres um 26,7 Prozent. 2025 wurden in Hessen noch 2.313 Einfamilienhäuser fertiggestellt, 844 weniger als im Jahr zuvor. Auch Zweifamilienhäuser verzeichneten einen kräftigen Rückgang. Dort sank die Zahl neuer Wohnungen um 37 Prozent auf 748.
Der Blick auf die langfristige Entwicklung zeigt, wie stark sich der Wohnungsbau in Hessen verändert hat. Mitte der 1990er Jahre lagen die Fertigstellungen noch deutlich höher. Im Jahr 1995 wurden 42.552 Wohnungen fertiggestellt. Bis 2009 sank die Zahl kontinuierlich auf einen Tiefstand von 11.002 Wohnungen. Danach setzte über Jahre eine Erholung ein, die 2021 mit 22.952 fertiggestellten Wohnungen ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte. Seit 2022 gehen die Zahlen jedoch wieder zurück.
Auch bei der Größe der Wohnungen zeigen sich regionale Unterschiede. Im Durchschnitt waren neue Wohnungen in Hessen 94,3 Quadratmeter groß. Die größten Wohnungen entstanden im Hochtaunuskreis mit durchschnittlich 138,1 Quadratmetern. Die kleinsten Neubauwohnungen wurden in Wiesbaden registriert, dort lag die durchschnittliche Wohnfläche bei 72,2 Quadratmetern.
Bei der Energieversorgung neuer Wohngebäude bleibt Umweltthermie die wichtigste Energiequelle für Heizung und Warmwasser. Ihr Anteil bei der Heizenergie lag 2025 bei 64,7 Prozent und damit leicht über dem Vorjahreswert von 64,6 Prozent. Bei der Warmwasseraufbereitung sank der Anteil geringfügig von 63,0 auf 62,7 Prozent. +++ red.














