Gemeinden im IW-Ranking: Warum der Landkreis Fulda bundesweit überraschend stark abschneidet

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Wer in Deutschland gut versorgt lebt, hängt offenbar stärker vom Wohnort ab als viele vermuten. Das zeigt der neue „IW-Gemeindecheck Daseinsvorsorge“, für den das Institut der Deutschen Wirtschaft alle 10.817 Gemeinden untersucht hat. Bewertet wurden Gesundheitsversorgung, Bildung, Mobilität, Freizeitangebote und digitale Infrastruktur. Das Ergebnis fällt regional sehr unterschiedlich aus – und bringt auch für Osthessen bemerkenswerte Platzierungen hervor, schreibt fuldainfo.de

An der Spitze des bundesweiten Rankings steht Haar bei München. Die Gemeinde mit rund 23.000 Einwohnern erreicht Bestwerte bei der Versorgung mit Ärzten, Schulen, Nahverkehr und schnellem Internet. Dahinter folgen Offenbach am Main, Frankfurt am Main und Eschborn. Auch kleinere Städte wie Memmingen oder Friedrichroda schneiden überraschend stark ab.

Der Landkreis Fulda taucht in der Studie auffallend häufig in den oberen Kategorien auf. Die Stadt Fulda selbst landet bundesweit auf Rang 538 und wird damit noch als „sehr gut“ versorgt eingestuft. Besonders stark bewertet wurden Freizeitangebote und Gesundheitsversorgung. Auch Petersberg erreicht mit Rang 679 die höchste Kategorie, ebenso Künzell auf Rang 831 und Hünfeld auf Rang 1.325.

Eichenzell, Flieden und Bad Salzschlirf schaffen ebenfalls die Einstufung „sehr gut“. Großenlüder, Neuhof, Dipperz, Poppenhausen, Ebersburg und Rasdorf liegen im Bereich „gut“. Mehrere Gemeinden im Landkreis werden als „mittel“ eingestuft, darunter Gersfeld, Kalbach, Hofbieber, Eiterfeld, Hilders, Hosenfeld und Burghaun.

Auffällig sind dabei die teils starken Unterschiede innerhalb einzelner Kategorien. Rasdorf erreicht etwa bundesweit Rang 78 bei Bildung, fällt bei Mobilität jedoch deutlich zurück. Eichenzell schneidet bei Digitalisierung besonders stark ab, während Fulda vor allem bei Freizeitangeboten hohe Werte erzielt.

Bundesweit zeigt die Untersuchung ein deutliches Gefälle. Nordrhein-Westfalen schneidet insgesamt am besten ab. Mehr als jede zweite Gemeinde dort gilt laut Studie als „sehr gut“ versorgt. In Mecklenburg-Vorpommern dagegen wird mehr als jede zweite Kommune als „sehr schlecht“ versorgt eingestuft.

Auch zwischen Ost- und Westdeutschland zeigen sich Unterschiede. Rund 30 Prozent der ostdeutschen Städte erreichen die Bestnote „sehr gut“, im Westen liegt dieser Anteil unter 20 Prozent.

Neben den Infrastruktur-Daten wertete das IW auch die Stimmung der Menschen aus. Dafür wurden mehr als 5.000 Personen befragt. 53 Prozent bewerten ihre Daseinsvorsorge insgesamt positiv, jeder Vierte zeigt sich unzufrieden. Besonders deutlich fallen die Unterschiede entlang politischer Präferenzen aus. Anhänger von SPD, Union und Grünen halten die Versorgung vor Ort mehrheitlich für zuverlässig. Unter AfD-Anhängern überwiegt dagegen die Skepsis. 39 Prozent bewerten die Daseinsvorsorge negativ, nur 26 Prozent positiv.

Laut Studienautor Matthias Diermeier bleibt dieser Unterschied bestehen, selbst wenn soziale Faktoren und das jeweilige Lebensumfeld berücksichtigt werden. AfD-Anhänger nähmen selbst die unmittelbare Versorgung in ihrer Gemeinde „durch einen Pessimismusfilter“ wahr, sagt Diermeier. Die Wahrnehmung der öffentlichen Versorgung sei entscheidend für die Zufriedenheit mit der Demokratie.

Für den Gemeindecheck analysierte das Institut insgesamt 17 Indikatoren aus den Bereichen Digitalisierung, Gesundheit, Mobilität, Freizeit und Bildung. Grundlage waren kleinräumige Zensusdaten auf Basis von 100-mal-100-Meter-Rastern. Ergänzt wurde die Untersuchung durch eine repräsentative Befragung von 5.455 Menschen im Sommer 2025. +++ red.

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