Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verliert im aktuellen Politiker-Ranking des Meinungsforschungsinstituts Forsa weiter an Vertrauen. Erstmals liegt der Kanzler dabei hinter AfD-Chefin Alice Weidel. Während Merz im Vergleich zur vorherigen Erhebung vier Punkte verliert und auf 21 Vertrauenspunkte kommt, erreicht Weidel 22 Punkte. Die Ergebnisse wurden im Rahmen des RTL/ntv-Trendbarometers veröffentlicht.
Bei den 18 Politikerinnen und Politikern, die bereits im Mai im Forsa-Ranking berücksichtigt worden waren, ist Merz der einzige, dessen Vertrauenswert zurückging. Bei den anderen Befragten blieben die Werte entweder unverändert oder verbesserten sich. Die Angaben zeigen damit vor allem eine Veränderung innerhalb des Rankings und sind nicht mit einer direkten Wahlabsicht gleichzusetzen.
An der Spitze steht erneut Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). Er erreicht 55 Vertrauenspunkte und liegt damit deutlich vor den übrigen Politikern. Auf den nächsten Plätzen folgen Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), die erstmals in das Ranking aufgenommen wurde, und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) mit jeweils 50 Punkten. Wüst verbessert sich gegenüber der Mai-Erhebung um drei Punkte.
Auf Platz vier folgt der Grünen-Politiker Cem Özdemir mit 46 Punkten. Dahinter liegen Johann Wadephul (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mit jeweils 39 Punkten. Söder konnte gegenüber Mai vier Punkte hinzugewinnen und gehört damit neben Schwesig zu den Politikern mit den größten Zuwächsen in der aktuellen Erhebung.
Es folgen Thorsten Frei (CDU) mit 34 Punkten und Alexander Dobrindt (CSU) mit 33 Punkten. Matthias Miersch (SPD) und Felix Banaszak (Grüne) erreichen jeweils 31 Punkte. Heidi Reichinnek (Linke), Lars Klingbeil (SPD) und Carsten Linnemann (CDU) kommen auf jeweils 30 Punkte. Ines Schwerdtner (Linke) erreicht 28 Punkte, Franziska Brantner (Grüne) und Bärbel Bas (SPD) jeweils 27 Punkte.
Am unteren Ende des Rankings liegen neben Merz auch Katherina Reiche (CDU) und AfD-Co-Chef Tino Chrupalla. Reiche und Chrupalla erreichen jeweils 20 Vertrauenspunkte. Merz liegt mit 21 Punkten nur knapp darüber. Weidel kommt mit 22 Punkten ebenfalls nur auf einen vergleichsweise niedrigen Wert, liegt aber erstmals vor dem Bundeskanzler.
Die Erhebung fand vom 23. bis 25. September 2026 statt. Insgesamt wurden 1.504 Personen befragt. Die Bewertung der Politiker erfolgte auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten. Das Ranking misst damit das von Forsa ermittelte Vertrauen der Befragten in die einzelnen Politiker und stellt keine Wahlprognose dar.
Das aktuelle Ergebnis reiht sich in eine Reihe von Umfragen ein, die zuletzt eine geringe Zustimmung zur Arbeit des Bundeskanzlers und zur Bundesregierung ausgewiesen haben. So kam Merz in einer Forsa-Erhebung Mitte September bei der Frage nach der Zufriedenheit mit seiner Amtsführung nur noch auf elf Prozent Zustimmung.
Das Politiker-Ranking selbst zeigt jedoch zugleich, dass geringe Vertrauenswerte nicht allein auf einen einzelnen Politiker oder eine einzelne Partei beschränkt sind. Auch Weidel und Chrupalla liegen im unteren Bereich, während andere Politiker aus unterschiedlichen Parteien deutlich höhere Werte erreichen. An der Spitze steht mit Pistorius weiterhin ein SPD-Politiker, gefolgt von Schwesig und Wüst aus SPD und CDU.
Die Zahlen geben damit einen aktuellen Einblick in die Wahrnehmung führender Politiker durch die von Forsa befragten Personen. Sie beschreiben die Stimmung zum Zeitpunkt der Erhebung vom 23. bis 25. September und lassen sich nicht unmittelbar als Aussage über künftige Wahlergebnisse interpretieren. +++












