Auftakt zur Tarifrunde: Hessischer Handel warnt vor Überforderung der Betriebe

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Die erste Runde der Tarifverhandlungen im hessischen Handel ist am gestrigen Montag in Frankfurt am Main nach rund zwei Stunden ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die Gespräche wurden vertagt. Wie die Gewerkschaft ver.di bereits im Vorfeld angekündigt hatte, erläuterte ihr Verhandlungsführer zu Beginn die Forderungen. Diese sehen eine Anhebung der Löhne und Gehälter um 250 Euro pro Monat vor, was beim Verkäuferendgehalt einem Plus von annähernd acht Prozent entspricht. Zudem fordert die Gewerkschaft eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 150 Euro monatlich sowie eine Laufzeit der Tarifverträge von zwölf Monaten.

„Auch wenn die hessischen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber zugunsten der Mitarbeitenden an einer schnellen Lösung der Tarifrunde interessiert sind, braucht es eine unter diesen wirtschaftlichen Bedingungen tragbare Lösung. Umso schwieriger ist das Signal, wenn die Gesprächsbereitschaft auf der anderen Seite begrenzt bleibt“, sagte Nico Lehm, Vorsitzender der Tarifkommission in Hessen.

Der hessische Handel sieht sich nach eigenen Angaben erheblichen wirtschaftlichen Belastungen ausgesetzt. „Der hessische Handel wird von vielen mittelständischen, inhabergeführten Unternehmen getragen. Die Kosten steigen seit Jahren spürbar, während die Umsätze nicht Schritt halten. Die Forderungen treffen die Branche in einer Zeit, in der viele Betriebe bereits an ihre Grenzen geraten“, erklärte Sven Rohde, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Hessen.

Eine Umfrage des Verbandes unter seinen Mitgliedsunternehmen verdeutlicht die Entwicklung: Bei knapp 70 Prozent der Betriebe sind die Kosten im Jahr 2025 um sechs bis 15 Prozent gestiegen. Als größte Kostentreiber nennen die Unternehmen Personal mit 85 Prozent sowie Energie mit 69 Prozent.

Die Tarifverhandlungen sollen in einer zweiten Runde am 18. Mai 2026 fortgesetzt werden. +++

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