Vogelsbergkreis: SPD und CDU fordern Ausbau von Defibrillatoren

Die Kreistagsfraktionen von SPD und CDU wollen die Hilfsmöglichkeiten bei medizinischen Notfällen im Vogelsbergkreis weiter verbessern. Mit einem gemeinsamen Antrag für die anstehende Kreistagssitzung schlagen die beiden Fraktionen vor, kreiseigene Liegenschaften mit weiteren öffentlich zugänglichen automatisierten externen Defibrillatoren (AED) auszustatten. Ein besonderer Schwerpunkt soll dabei auf stark frequentierten Sportstätten liegen.

Konkret soll der Kreisausschuss zunächst beauftragt werden zu prüfen, an welchen Liegenschaften des Landkreises die Installation zusätzlicher Geräte technisch möglich und sinnvoll ist. In diesen Prüfprozess sollen auch Kooperationen mit den Städten und Gemeinden sowie Hilfsorganisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz einbezogen werden. Auf der Grundlage dieser Bestandsaufnahme sollen im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel geeignete Standorte mit den Geräten ausgerüstet werden.

Automatisierte externe Defibrillatoren analysieren im Notfall selbstständig den Herzrhythmus und können bei Bedarf einen gezielten Elektroschock abgeben. Da sie so konstruiert sind, dass auch medizinische Laien sie unkompliziert bedienen können, ermöglichen sie lebensrettende Erste Hilfe noch vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes. Matthias Weitzel, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, unterstreicht die Dringlichkeit der Initiative: „Bei einem Herz-Kreislauf-Notfall zählt jede Minute. Deshalb ist es wichtig, dass Defibrillatoren nicht nur vorhanden, sondern im Ernstfall auch schnell erreichbar sind. Mit unserem Antrag wollen wir das bestehende Netz im Vogelsbergkreis sinnvoll ergänzen und dort zusätzliche Möglichkeiten schaffen, wo viele Menschen zusammenkommen. So können wir die Erste Hilfe vor Ort weiter stärken.“

Im Kreisgebiet gibt es bereits mehrere öffentlich erreichbare Geräte, beispielsweise an Feuerwehrhäusern oder Dorfgemeinschaftshäusern. Auch der Landkreis selbst hält bereits entsprechende Technik vor: Aktuell sind sieben AEDs an sechs Schulstandorten in Alsfeld, Lauterbach, Schotten sowie Homberg (Ohm) installiert. An dieses bestehende Netz wollen die beiden Fraktionen anknüpfen und noch vorhandene Lücken gezielt schließen.

Dabei geht es den Initiatoren ausdrücklich nicht nur um die reine Stückzahl. Wesentlich sei, dass neue Geräte möglichst unabhängig von Gebäudeschließzeiten rund um die Uhr frei zugänglich montiert werden. Gleichzeitig müsse für einen wirksamen Schutz vor Vandalismus gesorgt sein, damit die Geräte jederzeit einsatzbereit bleiben. Stephan Paule, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, betont hierzu: „Wir wollen gezielt dort zusätzliche Defibrillatoren ermöglichen, wo sie im Ernstfall den größten Nutzen haben. Es geht nicht darum, Geräte nach dem Gießkannenprinzip zu verteilen, sondern geeignete Standorte zu identifizieren. Dabei sollten wir vorhandene Strukturen nutzen und gemeinsam mit Kommunen und Hilfsorganisationen praktikable Lösungen entwickeln.“

Besonderes Augenmerk richten beide Fraktionen auf Sportanlagen mit hohem Publikumsverkehr. An diesen Orten treffen regelmäßig viele Menschen unterschiedlichster Altersklassen aufeinander – sei es als aktive Sportlerinnen und Sportler, im Publikum oder als Begleitung. Vor diesem Hintergrund ist dort das statistische Risiko für einen plötzlichen medizinischen Notfall höher als an weniger besuchten Plätzen, weshalb diese Liegenschaften bei der Standortauswahl prioritär betrachtet werden sollen.

Mit dem gemeinsamen Vorstoß setzen SPD und CDU auf ein bedarfsgerechtes und schrittweises Vorgehen: Nach Prüfung der technischen Machbarkeit, Abstimmung mit bestehenden Angeboten vor Ort und der Klärung möglicher Partnerschaften soll der Kreis dort aktiv werden, wo der Nutzen am größten und die Finanzierung gesichert ist. Ziel der Initiative bleibt es, das Versorgungsnetz im gesamten Kreisgebiet kontinuierlich zu verdichten, um im Ernstfall schnellste Soforthilfe gewährleisten zu können. +++

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