Bildungsmonitor: Hessen punktet bei Integration und Ganztag

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Hessens Schulen schneiden im aktuellen Ländervergleich in mehreren wichtigen Bereichen gut ab. Besonders hervorgehoben wird die Integrationsleistung des hessischen Bildungssystems. Der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg ist in Hessen geringer als in vielen anderen Bundesländern. Gleichzeitig weist das Land unter den ausländischen Jugendlichen ohne Schulabschluss die niedrigste Quote im Ländervergleich auf. Das geht aus dem jährlichen Bildungsmonitor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hervor.

12,6 Prozent der ausländischen Jugendlichen in Hessen verlassen demnach die Schule ohne Abschluss. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 20 Prozent. Auch beim Anteil ausländischer Schülerinnen und Schüler, die eine Studienberechtigung erreichen, liegt Hessen über dem bundesweiten Durchschnitt. Das Ergebnis fällt vor dem Hintergrund der hohen Migrationsquote des Landes besonders ins Gewicht. Hessen gehört im Ländervergleich zu den Ländern mit dem höchsten Anteil von Menschen mit Migrationsgeschichte.

Bildungsminister Armin Schwarz sieht darin einen Beleg für die bisherige Bildungspolitik des Landes. „Die Ergebnisse zeigen, dass unsere vielfältigen Maßnahmen für die Bildungschancen aller Kinder und Jugendlichen greifen“, erklärte Schwarz. Der Bildungserfolg hänge in Hessen weniger stark von der sozialen Herkunft ab als in vielen anderen Ländern. Mit dem neuen Bildungschancenpaket wolle das Land diesen Weg fortsetzen und gezielt weitere Verbesserungen erreichen. Besonders verwies der Minister auf die Integration: In keinem anderen Land gelinge es besser, so viele junge Menschen mit Migrationsgeschichte erfolgreich zu einem Schulabschluss zu führen.

Auch die Rahmenbedingungen für den Unterricht in der Grundschule werden in der Studie positiv bewertet. Hessen kommt dort auf durchschnittlich 19,6 Schülerinnen und Schüler pro Klasse und erreicht damit den zweitbesten Wert aller Länder. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 21,4 Kindern. Noch deutlicher fällt der Unterschied beim Verhältnis von Schülerinnen und Schülern zu einer Lehrkraft aus. Hier liegt Hessen mit durchschnittlich 14,3 Kindern ebenfalls auf dem zweiten Platz, während der Bundesdurchschnitt 15,9 beträgt.

Die vergleichsweise kleinen Klassen sind dabei nicht nur auf die Grundschule beschränkt. Auch in der Sekundarstufe I erreicht Hessen bei der Klassengröße ein überdurchschnittliches Ergebnis. Das ist für den Schulalltag von Bedeutung, weil kleinere Lerngruppen grundsätzlich bessere Voraussetzungen dafür schaffen können, auf unterschiedliche Leistungsstände und individuelle Bedürfnisse einzugehen.

Ein weiterer Pluspunkt ist der Ausbau und die Nutzung der Ganztagsangebote. In den hessischen Grundschulen nahmen 57,6 Prozent der Kinder entsprechende Angebote wahr. Damit liegt Hessen deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 51,2 Prozent. Noch größer ist der Abstand in der Sekundarstufe I. Dort werden in Hessen 80,4 Prozent der Schülerinnen und Schüler ganztags betreut, bundesweit sind es 48,6 Prozent.

Trotz der positiven Ergebnisse benennt der Bildungsmonitor auch Bereiche, in denen Hessen Nachholbedarf hat. Dazu zählt insbesondere das Informatikangebot an den Schulen. Das Land will darauf mit dem Bildungschancenpaket reagieren und das Fach „KI und Digitale Welt“ zum kommenden Schuljahr verpflichtend einführen. Zunächst soll das neue Fach in der fünften Klasse unterrichtet werden, im darauffolgenden Schuljahr kommt die sechste Klasse hinzu. In den höheren Jahrgängen soll das Fach innerhalb des Wahlpflichtunterrichts verbindlich belegt werden.

Damit setzt Hessen einen Schwerpunkt, der über klassische Informatikkenntnisse hinausgeht. Schülerinnen und Schüler sollen frühzeitig mit digitalen Technologien und insbesondere mit künstlicher Intelligenz vertraut gemacht werden. Das Fach ist nach Angaben des Landes bundesweit bislang einzigartig.

Im Gesamtranking des Bildungsmonitors behauptet Hessen weiterhin einen Platz im oberen Mittelfeld. Das Land belegt Rang sieben. Der Bildungsmonitor bewertet die Bildungssysteme der Bundesländer anhand von 98 Indikatoren in insgesamt 13 Handlungsfeldern. Einbezogen werden dabei sämtliche Bildungsbereiche sowie Forschung und Arbeitsmarkt.

Die Ergebnisse zeichnen damit ein differenziertes Bild. Hessen kann bei Integration, Ganztagsangeboten und den personellen Rahmenbedingungen im Unterricht punkten, während insbesondere bei der digitalen Bildung noch Verbesserungsbedarf besteht. Entscheidend wird sein, ob die guten strukturellen Voraussetzungen auch langfristig in bessere Bildungsergebnisse für alle Schülerinnen und Schüler übersetzt werden können. Gerade die niedrige Quote ausländischer Jugendlicher ohne Schulabschluss zeigt, dass Integration nicht allein eine Frage von Konzepten ist, sondern sich am Ende daran messen lassen muss, ob junge Menschen tatsächlich einen Bildungsabschluss erreichen und damit bessere Perspektiven für ihren weiteren Weg erhalten. +++

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