Die orangefarbenen Tegut-Schriftzüge verschwinden zunehmend aus Hessens Stadtbild. An ihre Stelle treten die blau-gelben Farben von Edeka und vereinzelt das Gelb-Rot des Discounters Netto. Der Umbau des früheren Filialnetzes des Fuldaer Lebensmittelhändlers schreitet voran. Nachdem am Donnerstag zahlreiche ehemalige Tegut-Märkte in Mittel-, Nord- und Osthessen unter dem Namen Edeka wiedereröffnet wurden, folgt am Freitag die nächste größere Eröffnungswelle.
Allein in Frankfurt am Main sollen 14 ehemalige Tegut-Filialen als Edeka-Märkte zurückkehren. Hinzu kommen jeweils ein Standort in Hanau und Maintal. In Hanau öffnet der Markt in der Heldenbergener Straße 4, in Maintal das neue E-Center in der Braubachstraße 18. Beide Geschäfte sollen ab 7 Uhr für Kunden geöffnet sein.
Auch in Osthessen ist der Betreiberwechsel inzwischen sichtbar. Am Donnerstag, 5. November, nahmen sechs ehemalige Tegut-Standorte in der Region ihren Betrieb unter dem Edeka-Namen wieder auf. Dazu gehören Filialen in Fulda am Emaillierwerk, in den Kaiserwiesen und in der Rabanusstraße sowie Märkte in Schlitz, Bad Salzschlirf und Hünfeld.
Die Übernahme geht auf den Rückzug der Schweizer Migros-Gruppe aus dem deutschen Lebensmittelhandel zurück. Das Bundeskartellamt hatte Ende September die Übernahme von 178 Tegut-Lebensmittelmärkten durch den Edeka-Verbund freigegeben. Ursprünglich hatte Edeka Interesse an 202 Standorten angemeldet. Auf 24 Märkte muss das Unternehmen aufgrund wettbewerbsrechtlicher Auflagen zunächst für vier Jahre verzichten.
Nicht alle ehemaligen Tegut-Filialen werden künftig unter dem Edeka-Logo geführt. Ein Teil der Standorte soll zu Netto-Märkten umgebaut werden. In Osthessen betrifft dies unter anderem die früheren Tegut-Filialen in Bad Hersfeld und Petersberg. Auch in Frankfurt werden mehrere Standorte künftig als Netto-Discounter betrieben.
Neben Edeka gibt es weitere Nachfolger. Die Rewe-Gruppe darf nach einer Entscheidung des Bundeskartellamts 38 Tegut-Märkte übernehmen. Zudem gehen zahlreiche kleinere, weitgehend automatisierte Teo-Märkte an andere Betreiber. Auch Tante Enso übernimmt Standorte aus dem bisherigen Tegut-Netz.
Für die Beschäftigten und die Kunden bedeutet der Wechsel eine grundlegende Veränderung. Edeka hat angekündigt, den Mitarbeitern der übernommenen Märkte eine berufliche Perspektive zu bieten. Die bisherigen Markt-Teams sollen vielerorts weiterarbeiten. Auch regionale Erzeugnisse und Bio-Produkte sollen weiterhin eine Rolle im Sortiment spielen.
Damit verschwindet eine Handelsmarke, die über Jahrzehnte eng mit Fulda und Osthessen verbunden war, zunehmend aus dem hessischen Einzelhandel. Die Tegut-Zentrale in Fulda soll im März 2027 geschlossen werden. Für rund 470 Beschäftigte bedeutet dies das Ende ihrer bisherigen beruflichen Perspektive beim Unternehmen. Das Logistikzentrum in Michelsrombach und die Bio-Bäckerei Herzberger sollen dagegen im Edeka-Verbund weitergeführt werden. +++


