Die CDU-Stadtverordneten-Fraktion Fulda hat zur öffentlichen Kritik an den geplanten Baumfällungen im Bereich der Johannisstraße am Bardohaus Stellung bezogen, schreibt fuldainfo.de. Die Fraktion bekräftigt ihre Unterstützung für die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans Nr. 201 „Bardohaus“ und betont, dass eine wachsende Stadt verantwortungsvolle Abwägungen verlange, bei denen zukunftsorientierte Entwicklung, Klimaschutz und Verkehrssicherheit gemeinsam betrachtet werden müssten. Aus Sicht der Christdemokraten zielt das Vorhaben keineswegs allein auf zusätzliche Stellplätze ab, sondern vor allem auf eine seit Längerem notwendige Neuordnung der Verkehrsführung, die Verbesserung der Sicherheit im Straßenverkehr und eine geordnete Erschließung der anliegenden Grundstücke.
Die Fraktionsvorsitzende Patricia Fehrmann unterstreicht, dass die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger bezüglich des Baumbestands und möglicher Folgen für das Stadtklima ernst genommen würden. Gleichzeitig dürften Klimaschutz und Stadtentwicklung nicht gegeneinander ausgespielt werden. Entscheidend sei eine sachgerechte Abwägung aller Belange, wozu neben Umwelt- und Klimaschutzfragen auch die Verkehrssicherheit, die Eigentums- und Erschließungsverhältnisse sowie eine funktionierende städtische Infrastruktur zählten.
Aus städtebaulicher Sicht hält die CDU eine Neuordnung im Bereich der Johannisstraße für dringend geboten, da die aktuelle Verkehrsführung insbesondere im Kurvenbereich unübersichtlich ist. Zudem erfolgt die Erschließung angrenzender Gewerbegrundstücke derzeit teilweise über Flächen des jeweiligen Vorhabenträgers. Durch die geplante Verlagerung der Johannisstraße und eine Anbindung an den Kothenbachweg sollen klare Erschließungsverhältnisse geschaffen und Unfallrisiken minimiert werden. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Vorsitzende des Arbeitskreises für Bauwesen, Stadtplanung, Klimaschutz und Mobilität, Michael Ruppel, bezeichnet das Vorhaben als eine überfällige Ordnungsmaßnahme. Dass dabei ergänzende Stellplätze für die ansässigen Nahversorgungsmärkte entstehen, sei ein relevanter Begleitaspekt, die Planung dürfe jedoch keineswegs auf reine Parkplatzfragen verengt werden.
In diesem Zusammenhang stellt die Fraktion klar, dass die ehemals erwogene bauliche Erweiterung des Areals – etwa durch zusätzlichen Wohnraum oder eine Vergrößerung des ansässigen Denn’s Biomarktes – aktuell nicht Bestandteil der vorliegenden Planungen ist. Der Fokus liege derzeit auf der Erschließung, der Neuordnung von Verkehrs- und Parkflächen sowie dem Ausgleich ökologischer Eingriffe. Zugleich solle das städtebauliche Konzept so angelegt sein, dass spätere Entwicklungsschritte nicht verbaut werden.
Die Unterstützung des Bebauungsplans bedeutet nach Angaben der Fraktion keinen Verzicht auf eine strenge Prüfung von Umweltbelangen. Michael Ruppel betont, dass ein Bebauungsplan kein Freibrief sei, sondern ein gesetzlich geregeltes Instrument, um Stadtentwicklung auf eine rechtlich tragfähige Basis zu stellen. Dazu zählten transparente Verfahren, die Beteiligung der Bürger sowie fundierte Fachgutachten. Die eingegangenen Stellungnahmen müssten detailliert bewertet und ökologische Ausgleichsbelange berücksichtigt werden. Für Eingriffe in geschützte Gehölze seien die entsprechenden naturschutzrechtlichen Genehmigungs- oder Ausnahmeverfahren zu durchlaufen. Die Entwürfe sehen neben Ersatzpflanzungen und der Begrünung von Stellplätzen auch den Erhalt bestehender Bäume, neue Grünzüge und weitere Ausgleichsmaßnahmen vor. Für die CDU ist maßgeblich, dass geplante Eingriffe transparent dargelegt, Potenziale zum Baumerhalt ausgeschöpft und die Wirksamkeit der Ausgleichsmaßnahmen sichergestellt werden.
Kritik übt die Fraktion an einer pauschalen Zuspitzung der Proteste, die der Maßnahme eine grundlegende Unvereinbarkeit mit verantwortungsvoller Klimapolitik unterstelle. Die Fläche liege in einem stark von Verkehr und Gewerbe geprägten Umfeld. Die betroffenen Gehölze wurden seinerzeit im Zuge einer Ausgleichsmaßnahme angepflanzt. Wie Fehrmann erläutert, mindere diese Entstehungsgeschichte zwar nicht den heutigen ökologischen Beitrag der Bäume, rechtfertige aber auch nicht, den bestehenden Zustand für jede künftige Entscheidung als unveränderlich festzuschreiben. Eine Stadt müsse sich weiterentwickeln dürfen.
Dabei hebt die CDU hervor, dass Neuanpflanzungen nicht ohne Weiteres als gleichwertiger Sofortersatz für alte Bäume gewertet werden können, da Jungbäume Jahrzehnte für eine vergleichbare Klimawirkung benötigen. Daraus leite sich die Notwendigkeit ab, den bestehenden Bewuchs so weit wie möglich zu schonen und für hochwertige Ersatzmaßnahmen zu sorgen. Zudem dürfe die Betrachtung des städtischen Grüns nicht an einer einzelnen Fläche haltmachen. Als Beispiele für erfolgreiche Maßnahmen nennt die Fraktion die kontinuierliche Aufwertung der Fuldaaue seit den 1990er-Jahren sowie die Entsiegelung eines früheren Parkplatzes am Aueweiher nahe der Horungsbrücke, wo durch die Pflanzung von Erlen eine neue Grünfläche mit Aufenthaltsqualität entstanden sei.
Mit Blick auf die kommunalpolitischen Leitlinien der CDU Fulda für die Jahre 2026 bis 2031 verweist Ruppel darauf, dass klimaangepasste Stadtviertel und Grünzüge gleichermaßen gefördert werden müssten wie bezahlbares Wohnen, Schulen, Sportangebote und Nahversorgung. Eine wachsende Stadt brauche behutsame Veränderung statt grundsätzlicher Verweigerung. Die Fraktion kündigt an, das weitere Planverfahren konstruktiv zu begleiten und die öffentliche Kritik als Verpflichtung zu nutzen, alle Schritte transparent offenzulegen und sorgfältig abzuwägen.


