120 Quadratmeter Farbe: Wie eine Hauswand im Fuldaer Fischfeld zum Gesprächsthema wurde

Fischfeld1

Ein Teil der Fischfeld-Nachbarschaft, darunter Monika Brähler (Dritte von rechts) und der Künstler Ingmar Süß (Zweiter von rechts), vor dem neuen Kunstwerk. Foto: Anna-Lena Bieneck

Wer aus Richtung Frankfurter Straße ins Fuldaer Fischfeld einbiegt, blickt seit dieser Woche nicht mehr auf eine kahle Fassade, sondern auf ein großformatiges Kunstwerk. Auf rund 120 Quadratmetern hat der Fuldaer Künstler Ingmar Süß eine komplette Hauswand gestaltet – und damit einer Nachbarschaft sichtbar aus dem Herzen gesprochen.

Die Idee kam von Süß selbst. Seit auf dem benachbarten unbebauten Grundstück ein Baum gefällt worden war, fiel der Blick unweigerlich auf die nackte Wand. Ein Anblick, der weder zur Straße noch zu ihrer Atmosphäre passen wollte. Eigentümerin Monika Brähler und die Bewohnerinnen und Bewohner im Fischfeld mussten nicht lange überzeugt werden. Schnell entstand der Wunsch, aus der Fläche mehr zu machen als bloße Fassade.

In gemeinsamen Gesprächen entwickelte sich schließlich ein Motiv, das die Straße nicht abstrakt verschönert, sondern sie erzählt. Auf dem Bild finden sich zahlreiche Details, die Menschen aus dem Viertel sofort erkennen: die kleine Schwester der Schlossturm-Haube, die Sperrmüll-Königin oder die Oldtimer-Käfer, von denen im Fischfeld einige unterwegs sind. Auch das eigene Logo der Nachbarschaft hat seinen Platz auf der Wand gefunden.

Am vergangenen Wochenende begann die Arbeit. Vier Tage lang stand Ingmar Süß von morgens bis abends vor der Hauswand, zeitweise bei drückender Sommerhitze. Viel Zeit blieb nicht. Denn das Kunstwerk sollte rechtzeitig fertig werden: Am Samstag, 30. Mai, feiert die Straße von 15 bis 22 Uhr ihr erstes Fischfeld-Straßenfest, zu dem Besucherinnen und Besucher aus ganz Fulda eingeladen sind.

Die Reaktionen kamen schon während der Arbeiten. Immer wieder blieben Passanten stehen, schauten nach oben, fotografierten die entstehende Wand oder suchten nach den vielen kleinen Anspielungen im Bild. Im Fischfeld selbst ist die Begeisterung ohnehin groß. Die neue Fassade wirkt dort nicht wie ein aufgesetztes Kunstprojekt, sondern wie etwas, das längst gefehlt hat.

Gefördert wurde die Aktion im Rahmen des Städtebauförderprogramms. +++ red.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ohr5euro

Ohr5euro

Ohr5euro