Als in der Nacht zum Dienstag gegen 1 Uhr die ersten Einsatzkräfte an der Hephata-Wohngruppe in Schwalmstadt-Treysa eintrafen, stand eine Wohneinheit im Erdgeschoss bereits in voller Ausdehnung in Flammen. Dichter Rauch hatte sich zu diesem Zeitpunkt längst durch Teile des Gebäudes ausgebreitet. Für viele der Bewohner begann die Nacht mit Sirenen, Schreien und der Angst, den rettenden Ausgang nicht mehr rechtzeitig zu erreichen.
Nach Angaben der Betreuer befanden sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs 20 Bewohner in dem Gebäude. Insgesamt hielten sich nach Angaben der Feuerwehr 22 Personen in der Einrichtung auf, darunter auch zwei Betreuer. Einige Bewohner konnten das Haus noch selbstständig verlassen, andere mussten von Einsatzkräften der Feuerwehr aus ihren Wohnungen gerettet werden.
Kreisbrandmeistersprecher Christian Rinnert schilderte die Lage vor Ort eindringlich. „Die Wohneinheit im Erdgeschoss hatte bei Ankunft der Rettungskräfte in voller Ausdehnung gebrannt“, erklärte er. Während die Feuerwehr mit den Löscharbeiten begann, lief gleichzeitig die Evakuierung des Gebäudes an. Unter den Bewohnern erlitten nach bisherigem Stand mehrere Menschen Rauchgasvergiftungen.
Vor dem Feuerwehrhaus in Treysa wurde ein Versorgungsstützpunkt eingerichtet, an dem die Bewohner medizinisch untersucht und betreut wurden. Rettungsdienste kümmerten sich dort um die Frage, welche Betroffenen weiter behandelt werden mussten und wer nach der dramatischen Nacht zunächst versorgt werden konnte.
Die Feuerwehr brachte den Brand vergleichsweise schnell unter Kontrolle. Unterstützt wurden die Einsatzkräfte dabei auch von Feuerwehren aus dem benachbarten Landkreis Marburg-Biedenkopf. Neben zahlreichen Feuerwehrleuten, Rettungskräften und Polizeibeamten waren auch ein Leitender Notarzt, ein Organisatorischer Leiter Rettungsdienst sowie der Landrat des Schwalm-Eder-Kreises, Winfried Becker, am Einsatzort.
Noch ist unklar, wodurch das Feuer ausgelöst wurde. Auch zur Höhe des entstandenen Sachschadens liegen bislang keine Angaben vor. Die Kriminalpolizei in Homberg hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.
Zurück bleibt nach dieser Nacht vor allem die Erinnerung an Minuten, in denen schnelle Hilfe über Sicherheit und Gefahr entschied — und an Bewohner, die aus dem Schlaf gerissen wurden und plötzlich um ihre Unversehrtheit kämpfen mussten. +++










