Es ist Samstagmittag, der regionale Verkehr rollt gewohnt zügig über die Bundesstraße 252. Die Strecke zwischen Korbach und Dorfitter fungiert als eine der zentralen Verkehrsachsen im Norden Hessens, ein Zubringer und Pendlerweg gleichermaßen. Gegen 13 Uhr zerriss an der Abzweigung zur B251 das Bersten von Fahrzeugkarosserien diese alltägliche Routine. Binnen weniger Sekundenbruchteile verwandelte sich der Asphalt in ein unübersichtliches Trümmerfeld, das Notärzten, Rettungssanitätern und der Polizei über Stunden hinweg höchste Konzentration abverlangte. Vier Autos prallten ineinander, neun Menschen gerieten in das Geschehen – und für eine Frau endete die Fahrt tödlich, heißt es auf fuldainfo.de.
Nach den ersten Ermittlungen der Polizei nahm das Unglück im Wagen eines Fahrers seinen Anfang, der mit zwei weiteren Personen an Bord auf der B252 in Richtung Marburg unterwegs war. In Höhe der Einmündung zur B251 verlor der Wagen aus bislang ungeklärter Ursache die Spur und geriet nach links auf die Gegenfahrbahn. Was folgte, glich einer unerbittlichen physikalischen Kettenreaktion: Zunächst touchierte das Fahrzeug ein entgegenkommendes Auto seitlich. Dieser Kontakt bremste den Wagen jedoch nicht ab, sondern lenkte ihn frontal in das direkt nachfolgende Auto auf der Gegenspur. Gleichzeitig verlor auch der zuerst touchierte Pkw die Kontrolle und prallte frontal mit einem vierten, weiteren Fahrzeug zusammen.
Die Folgen dieses mehrfachen Aufpralls wiegen schwer. Für die Beifahrerin des in Richtung Marburg fahrenden Pkw kam jede Hilfe zu spät; sie verstarb trotz des schnellen Eintreffens der Rettungskräfte noch an der Unfallstelle. Die beiden anderen Insassen dieses Wagens erlitten schwerste Verletzungen und wurden nach der Erstversorgung vor Ort in umliegende Krankenhäuser transportiert. Auch die Rettung der Insassen aus den weiteren Wracks erforderte ein koordiniertes Zusammenspiel mehrerer Rettungsteams: Drei weitere Beteiligte zogen sich schwere Verletzungen zu und mussten ebenfalls stationär in Kliniken eingeliefert werden. Die übrigen Insassen der beteiligten Fahrzeuge kamen teils mit leichten Verletzungen davon.
Während die Verletzten versorgt wurden, begann für die Ermittler die Rekonstruktion eines schwer durchschaubaren Geschehens. Die Staatsanwaltschaft schaltete noch am Nachmittag einen Gutachter ein, um Bremsspuren, Trümmerlagen und Aufprallwinkel exakt einzumessen. Ob dem plötzlichen Abdriften eine fatale Unaufmerksamkeit, ein technischer Defekt oder ein medizinisches Problem vorausging, ist derzeit völlig offen und Teil der laufenden Ermittlungen. Für die Rettungs-, Bergungs- und Vermessungsarbeiten blieb die B252 bis etwa 17:30 Uhr voll gesperrt; der Verkehr staute sich, während die Polizei den Fahrzeugstrom weiträumig umleitete.
Der Unfall führt einmal mehr die Risiken ungetrennter Gegenverkehrsspuren vor Augen. Auf Bundesstraßen begegnen sich Autos im Nahbereich bei Tempo 80 oder 100 – gerät ein Fahrzeug in den Gegenverkehr, summieren sich die Aufprallgeschwindigkeiten in Sekundenbruchteilen auf ein Maß, das kaum eine Überlebenschance lässt. Die nun anlaufende Auswertung durch den Gutachter wird nicht nur für das juristische Verfahren entscheidend sein, sondern liefert auch unverzichtbare Hinweise für die Verkehrsbehörden, wie Kreuzungs- und Einmündungsbereiche an hochfrequentierten Bundesstraßen künftig baulich und signaltechnisch noch fehlerverzeihender gestaltet werden können. +++










