SPD-Linke fordert bessere Renten für Frauen und niedrigere Hürden bei der Grundrente

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Angesichts der weiterhin hohen Altersarmut bei Frauen drängt der Seeheimer Kreis in der SPD-Bundestagsfraktion auf umfassende Reformen bei der Grundrente. Wie aus einem Strategiepapier hervorgeht, über das der „Stern“ berichtet, fordert der konservative Flügel der SPD unter anderem eine Absenkung der Mindestbeitragsjahre von bislang 33 auf künftig 25 Jahre.

Nach Ansicht der Seeheimer würden besonders Frauen von dieser Änderung profitieren. Viele erreichten die bisherige Grenze wegen Teilzeitbeschäftigung, Familienzeiten oder unterbrochener Erwerbsbiografien nicht – trotz jahrzehntelanger Arbeit. Die Folge sei häufig ein erhöhtes Armutsrisiko im Alter.

Darüber hinaus fordert die Gruppe, unbezahlte Sorgearbeit künftig stärker bei der Rentenberechnung zu berücksichtigen. Auch die Rentenpunkte für Kinder sollen nach dem Willen der Seeheimer deutlich erhöht werden. Zusätzlich wird ein spezieller Rentenbonus für Menschen mit drei oder mehr Kindern vorgeschlagen.

Mit der Absenkung der Mindestbeitragsjahre würde sich der Kreis der Anspruchsberechtigten erheblich vergrößern. Ziel sei es, strukturelle Benachteiligungen von Frauen im Rentensystem abzumildern.

In dem Papier mit dem Titel „Frauen fördern für eine starke Demokratie“ verweisen die Autoren auf deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen bei der Altersarmut. Demnach gelten derzeit 21,6 Prozent der Frauen über 65 Jahre als armutsgefährdet. Bei Männern liegt der Anteil bei 17,1 Prozent.

Besonders kritisch sehen die Seeheimer langjährige Teilzeitbeschäftigung und Erwerbsunterbrechungen durch Kindererziehung oder Pflegearbeit. „Die Teilzeitfalle von heute ist die Altersarmut von morgen“, heißt es in dem Strategiepapier.

Zugleich macht die SPD-Gruppe auf den sogenannten Gender Pension Gap aufmerksam – also die Rentenlücke zwischen Männern und Frauen. Diese liege aktuell bei 46 Prozent. Ursache seien vor allem unterbrochene Erwerbsverläufe und jahrelange Care-Arbeit, die sich im Laufe des Berufslebens erheblich auf die spätere Rentenhöhe auswirkten. +++ red.

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