Schwerer Unfall auf der A44 bei Zierenberg: Polizei sucht flüchtigen hellen Lkw

Ein 69 Jahre alter Mann ist auf der Autobahn 44 bei Zierenberg von einem Auto erfasst und schwer verletzt worden. Der Mann hatte nach einer Panne auf dem Seitenstreifen gehalten und befand sich außerhalb seines Fahrzeugs, als sich eine folgenschwere Kollision entwickelte. Die Polizei sucht nach einem bislang unbekannten hellen Lkw, der nach ersten Zeugenaussagen den Unfall ausgelöst haben könnte, sowie nach einem weiteren beteiligten Pkw, dessen Fahrer sich von der Unfallstelle entfernte. Insgesamt wurden fünf Menschen verletzt.

Zierenberg. Es ist eine Situation, die auf Autobahnen jederzeit entstehen kann und innerhalb weniger Augenblicke lebensgefährlich wird: Ein Fahrzeug steht wegen einer Panne auf dem Seitenstreifen, ein Mensch befindet sich außerhalb seines Autos, während der Verkehr auf der Fahrbahn weiterläuft. Auf der A44 bei Zierenberg kam es am Montag zu einem schweren Verkehrsunfall, bei dem ein 69-Jähriger von einem VW Passat erfasst und schwer verletzt wurde. Die Polizei teilte mit, dass zunächst Lebensgefahr bestand. Nach aktuellem Kenntnisstand hat sich der Zustand des Mannes inzwischen stabilisiert.

Der Unfall ereignete sich gegen 11:15 Uhr auf der A44 in Fahrtrichtung Dortmund, zwischen den Anschlussstellen Zierenberg und Breuna. Der 69 Jahre alte Fahrer eines Audi Q8 aus dem Landkreis Tübingen hatte sein Fahrzeug aufgrund einer Panne auf dem Seitenstreifen abgestellt und befand sich außerhalb des Wagens. Nach bisherigen Zeugenaussagen soll ein bislang unbekannter heller Lkw zunächst auf dem rechten Fahrstreifen unterwegs gewesen sein und anschließend auf den linken Fahrstreifen geraten sein. Die Polizei prüft, welche Rolle das Fahrmanöver für die nachfolgende Unfallentwicklung gespielt hat.

Ein auf dem linken Fahrstreifen fahrender Toyota Corolla musste daraufhin stark abbremsen. Auch ein weiterer, bislang unbekannter Pkw, der hinter dem Toyota unterwegs war, musste seine Geschwindigkeit deutlich reduzieren. Die Verkehrssituation spitzte sich innerhalb kurzer Zeit zu. Ein 33 Jahre alter Mann aus Eschweiler, der mit seinem Fahrzeug unterwegs war, wich den abbremsenden Autos nach rechts aus und streifte dabei den auf dem Seitenstreifen stehenden Audi Q8.

Bei dem Zusammenstoß wurden die 32-jährige Beifahrerin des Mannes sowie ein 13-jähriger Mitfahrer leicht verletzt. Der Unfall beschränkte sich jedoch nicht auf diese erste Kollision. Zuletzt verlor der 26 Jahre alte Fahrer eines VW Passat aus Kassel vermutlich beim Versuch, den abbremsenden Fahrzeugen auszuweichen, die Kontrolle über seinen Wagen. Das Fahrzeug geriet auf den Seitenstreifen und erfasste dort den 69-Jährigen, der sich zu Fuß neben seinem Audi befand.

Der Fahrer des VW Passat und seine 30-jährige Beifahrerin erlitten ebenfalls leichte Verletzungen. Für den Mann, der wegen einer Panne sein Fahrzeug verlassen hatte, nahm der Unfall einen deutlich schwereren Verlauf. Die Rettungskräfte versorgten den 69-Jährigen, der nach Angaben der Polizei zunächst in Lebensgefahr schwebte. Sein Zustand hat sich nach aktuellem Kenntnisstand stabilisiert.

Die Ermittlungen konzentrieren sich unter anderem auf den unbekannten hellen Lkw, der nach den bisherigen Zeugenaussagen zunächst auf dem rechten Fahrstreifen gefahren und anschließend nach links geraten sein soll. Der Fahrer entfernte sich ebenso wie der Lenker eines weiteren beteiligten Pkw von der Unfallstelle. Ob der Lkw-Fahrer den Zusammenstoß unmittelbar wahrgenommen hat und aus welchen Gründen er weiterfuhr, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Eine abschließende Bewertung des Unfallhergangs liegt noch nicht vor.

Die Polizei sucht deshalb Zeugen, die den Verkehr auf der A44 zum Unfallzeitpunkt beobachtet haben und Angaben zu dem hellen Lkw, dem weiteren beteiligten Pkw oder den einzelnen Fahrmanövern machen können. Gerade bei einem Unfall, der sich aus mehreren aufeinanderfolgenden Ausweich- und Bremsbewegungen entwickelt hat, können unabhängige Beobachtungen für die Rekonstruktion des Geschehens von Bedeutung sein. Die Ermittler der Polizeiautobahnstation Baunatal bitten Personen, die den Unfall beobachtet haben oder sachdienliche Hinweise geben können, sich bei der Polizei zu melden.

Die Autobahn blieb in Fahrtrichtung Dortmund bis etwa 16:30 Uhr vollständig gesperrt. Grund dafür waren die Unfallaufnahme, die Bergung der beteiligten Fahrzeuge und die Arbeit eines Gutachters, der mit der Rekonstruktion des genauen Unfallhergangs beauftragt war. Erst nachdem die erforderlichen Maßnahmen abgeschlossen waren, konnte die Sperrung aufgehoben werden. Insgesamt entstand ein Sachschaden von rund 50.000 Euro.

Der Unfall bei Zierenberg zeigt erneut, wie schnell eine Pannensituation auf einer stark befahrenen Autobahn zu einer Gefahr für Menschen außerhalb eines Fahrzeugs werden kann. Für die Bewertung des konkreten Geschehens sind jedoch die weiteren Ermittlungen entscheidend. Noch muss geklärt werden, wie es zu dem Fahrstreifenwechsel des unbekannten Lkw kam, welche Ausweichbewegungen der nachfolgende Verkehr durchführte und unter welchen Umständen der 69-Jährige auf dem Seitenstreifen erfasst wurde. Die Polizei ist dabei auf Hinweise von Zeugen angewiesen, um den Ablauf möglichst genau zu rekonstruieren und die Verantwortlichkeiten zu klären. +++

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