Lkw-Unfall auf A4: Diesel flutet Autobahn

Unfall sym

Ein heftiger Regenschauer wurde auf der A4 bei Bad Hersfeld zum Auslöser eines folgenschweren Unfalls mit weitreichenden Folgen für den Verkehr und die Umwelt. Am 16. Juni 2026 gegen 20.20 Uhr verlor ein 52 Jahre alter Fahrer aus Bulgarien auf dem Gefällstück vor dem sogenannten „Sorgaer Loch“ die Kontrolle über seinen Sattelzug. Der mit Autoteilen beladene 40-Tonner war zwischen den Anschlussstellen Friedewald und Bad Hersfeld unterwegs, als sich die Situation zuspitzte.

Nach bisherigen Erkenntnissen war der Fahrer bei regennasser Fahrbahn mit nicht angepasster Geschwindigkeit unterwegs. In Verbindung mit einem Fahrfehler geriet der Sattelzug vom rechten Fahrstreifen in Richtung Fahrbahnmitte. Auf einer Länge von etwa 30 Metern walzte das Fahrzeug die Mittelschutzplanke nieder. Dabei wurde der Tank des Lastwagens aufgerissen. Rund 600 Liter Dieselkraftstoff befanden sich darin.

Trotz der beschädigten Zugmaschine gelang es dem Fahrer, den Lastwagen auf dem rechten Fahrstreifen zum Stehen zu bringen. Unverletzt stieg er aus dem Fahrzeug. Der auslaufende Dieselkraftstoff verteilte sich jedoch weiter über beide Fahrspuren. Durch die Nässe auf der Fahrbahn und den nachfolgenden Verkehr wurde der Kraftstoff über mehrere hundert Meter auf der Autobahn verstreut. Die Fahrbahn verwandelte sich in eine spiegelglatte Rutschbahn.

Die Polizei sperrte die A4 daraufhin vollständig. Einsatzkräfte der Feuerwehr Bad Hersfeld entleerten und sicherten den beschädigten Tank. Die Fahrbahn wurde zunächst mit Bindemittel abgestreut. Anschließend mussten Kehrmaschinen und Spezialfahrzeuge eingesetzt werden, um die umfangreichen Verunreinigungen zu beseitigen.

Die Auswirkungen beschränkten sich nicht allein auf die Autobahn. Der ausgelaufene Diesel gelangte über die Schächte in den nahegelegenen Breitzbach und den Solzbach. Örtliche Feuerwehren errichteten deshalb umfangreiche Ölsperren, um eine weitere Ausbreitung der Verunreinigung in den Gewässern zu verhindern.

Der entstandene Sachschaden wird auf insgesamt mindestens 100.000 Euro geschätzt. Weil frühzeitig absehbar war, dass die Reinigungsarbeiten bis in die frühen Morgenstunden andauern würden, ermöglichte die Polizei den aufgestauten Pkw-Fahrern, entgegen der regulären Fahrtrichtung bis zur Anschlussstelle Friedewald zurückzufahren. Der letzte Pkw konnte die Autobahn gegen 00.15 Uhr verlassen.

Nach Informationen der Autobahnmeisterei Hönebach sollten die Aufräum- und Reinigungsarbeiten bis Mittwoch gegen 7.00 Uhr andauern. Der Unfall zeigt, wie innerhalb weniger Augenblicke aus einem Fahrfehler bei schwierigen Witterungsbedingungen eine Lage entstehen kann, die nicht nur den Verkehr über Stunden lahmlegt, sondern auch einen aufwendigen Einsatz zum Schutz der Umwelt erforderlich macht. +++ red.

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