Ein hängen gebliebener Kranaufbau hat am Dienstagmittag auf der B254 bei Großenlüder-Bimbach für erhebliche Behinderungen gesorgt. Über rund 100 Meter verteilte sich Altglas auf der Fahrbahn, nachdem ein mit Glascontainern beladener Sattelzug an einer Bahnbrücke hängen geblieben war. Verletzt wurde niemand, doch der Vorfall zeigt erneut, wie schnell aus einem kurzen Moment der Unachtsamkeit ein aufwendiger Einsatz mit Folgen für Verkehr und Infrastruktur werden kann.
Der Unfall ereignete sich gegen 13 Uhr am Ortsausgang von Bimbach in Richtung Großenlüder. Nach bisherigen Erkenntnissen war der 62 Jahre alte Fahrer mit seinem Sattelzug von Fulda kommend auf der Bundesstraße unterwegs. Der Auflieger war mit einem Kranaufbau ausgestattet, der zur Entleerung von Altglascontainern dient. In Höhe der über die B254 verlaufenden Bahnbrücke blieb dieser Aufbau an der Unterführung hängen. Durch die Wucht des Aufpralls riss der Kran ab, zugleich wurden die Heckluken des Anhängers aufgedrückt. Die Ladung verteilte sich daraufhin großflächig auf der Straße.
Für die Einsatzkräfte bedeutete das nicht nur eine aufwendige Reinigung, sondern auch eine vorübergehende Sperrung von Teilen der Fahrbahn. Gerade auf viel befahrenen Bundesstraßen reichen vergleichsweise kleine Zwischenfälle oft aus, um den Verkehr über Stunden zu beeinträchtigen. Hinzu kommt in solchen Fällen die Frage, ob neben dem Fahrzeug auch die Infrastruktur beschädigt wurde – insbesondere dann, wenn Bahnstrecken betroffen sein könnten.
Deshalb wurde kurzfristig ein Notfall-Manager der Deutschen Bahn zur Unfallstelle gerufen. Die erste Einschätzung vor Ort fiel jedoch vergleichsweise glimpflich aus: Zwar entstand an der Brücke ein geringfügiger Schaden, die Statik sei nach ersten Feststellungen aber nicht gefährdet. Auswirkungen auf den Zugverkehr habe es demnach nicht gegeben. Der Sachschaden am Lastwagen wird auf rund 20.000 Euro geschätzt.
Wie es genau zu dem Unfall kommen konnte, ist nun Gegenstand der Ermittlungen. Dabei dürfte auch die Frage eine Rolle spielen, ob der Kranaufbau ordnungsgemäß gesichert war oder ob die Höhe des Fahrzeugs unterschätzt wurde. Solche Vorfälle sind selten folgenlos, selbst wenn am Ende niemand verletzt wird. Denn zwischen verbogenem Stahl, verstreutem Glas und beschädigter Infrastruktur bleibt die Erkenntnis, wie empfindlich Verkehrswege auf kleine Fehler reagieren – und wie schnell daraus ein Einsatz wird, der weit über einen gewöhnlichen Unfall hinausgeht. +++ red.















