Die Fußballer des Hünfelder SV haben sich trotz toller Moral bei Rot-Weiß Walldorf geschlagen geben müssen. Zweimal kam der HSV im Vergleich der Hessenliga eindrucksvoll zurück: Aus dem 0:2 machten Tore von Max Vogler und „Maschine“ Trägler ein 2:2 - und Walldorfs erneute Führung zum 3:2 konterte Trägler mit einem Tor aus 60 Metern abermals mit dem Ausgleich. Doch später glückte dem Gastgeber die Entscheidung. Zwei weitere Treffer ergaben den 5:3-Endstand.
Johannes Helmke brachte es realitätsnah und mit einer gehörigen Portion Selbstkritik auf den Punkt. „Wir waren heute zu nachsichtig. Zu nachgiebig“, sagte Hünfelds Trainer. Vor allem die erste Hälfte gefiel ihm nicht - auch wenn es zur Pause 2:2 stand. „Fast die komplette erste Halbzeit haben wir geschlafen und geträumt.“ In der Realität sah das so aus: stets waren Hünfelds Spieler einen Schritt zu langsam und kamen zu spät, das Laufverhalten und das Zweikampfverhalten waren gar nicht gut. Nach Grünewalds erstem Elfmetertor und Zhakishevs Treffer lag der HSV mit 0:2 hinten. Bis die Schlussminuten kamen: Zunächst schaffte Max Vogler nach einer Freistoß-Variante den Anschluss zum 1:2 - ehe Torjäger Trägler nach Voglers Flanke per Kopf zum 2:2 egalisierte. Hünfeld war plötzlich auf Augenhöhe - Helmke aber kommentierte: „Das Unentschieden zur Pause war sehr schmeichelhaft aus unserer Sicht.“
Der HSV nahm sich sehr viel vor zur Pause - und sein Auftritt wurde im zweiten Abschnitt deutlich besser. Allerdings kassierte er erneut einen Elfer - auch wenn der sehr strittig und kaum einer war. Bis wieder einmal die Zeit der „Maschine“ kam - und wie. Aus nahezu 60 Metern traf Marcel Trägler - in einer Umschaltaktion erkannte der Vollblutfußballer - den man wohl mitten in der Nacht wecken kann und der dennoch unerwartete Dinge macht - dass Walldorfs Keeper sehr weit aufgerückt war, wagte den Schussversuch und traf in die Kiste. 3:3 - der HSV war zum zweiten Mal zurück.
Dennoch ging der Schuss fürs Team nach hinten los. 75 Minuten waren vorüber - und der HSV kassierte ein Tor, das nicht geht und er sich fast selbst reinlegte. Eine Flanke, die der Gast nicht verhinderte, ein Kopfball - und 4:3 für Walldorf. Hünfelds Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte war unverkennbar - doch er präsentierte sich an diesem Tag eindeutig unter Wert. In der Nachspielzeit kassierte er nach einem Konter einen weiteren Treffer. So bitter der Ausgang in Walldorf war - so eine nachhaltig starke und stabile Rückrunde legte der HSV hin. Verständlich aber, dass Helmke ankündigte: „Nächsten Samstag gegen Gießen müssen wir ein anderes Gesicht zeigen.“
Rot-Weiß Walldorf: Wieszolek - von Hagen, Babot, Zhakishev (62. Manganiello), Spamer, Grünewald, Fazal (89. Belachemi), Enders, Redl, Kruse (80. Beier), Fröls
Hünfelder SV: Maul - Zentgraf (82. Witkowski), Dücker, Gadermann, Häuser (60. Kümmel) - Kemmerzell, Uth (72. Paliatka) - Vogler (60. Zöll), Kassa (71. Lindemann), Fröhlich - Trägler
Schiedsrichter: Patrick Haustein
Tore: 1:0 Tim Grünewald (26., Foulelfmeter), 2:0 Eduard Zhakishev (36.), 2:1 Max Vogler (43.), 2:2 Marcel Trägler (45.), 3:2 Tim Grünwald (51., Foulelfmeter), 3:3 Marcel Trägler (61.), 4:3 Bennet Kruse (66.), 5:3 Benedikt von Hagen (90.+2) +++ rl










