Mit einem farbenfrohen Festumzug ist der Hessentag 2026 in Fulda am Sonntag stimmungsvoll zu Ende gegangen. Zehn Tage lang stand die Barockstadt im Zeichen des größten Landesfestes Deutschlands. Ab 13 Uhr schlängelte sich der fast zwei Kilometer lange Abschlusszug mit Dutzenden Motivwagen sowie Musik- und Trachtengruppen durch die Fuldaer Innenstadt. Rund 50.000 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten den traditionellen Umzug entlang der Strecke.
Den symbolischen Schlusspunkt setzte die Übergabe der Hessentagsfahne auf der Ehrentribüne. Fulda übergab die Fahne an die Stadt Idstein im Rheingau-Taunus-Kreis, die den Hessentag im kommenden Jahr ausrichten wird.
Zum Abschluss zogen das Land Hessen und die Stadt Fulda eine durchweg positive Bilanz. Nach Angaben der Veranstalter besuchten rund 1,1 Millionen Menschen den Hessentag und übertrafen damit die ursprünglichen Erwartungen deutlich. Zehn Tage lang bot das Landesfest ein Programm aus Kultur, Musik, Sport, Brauchtum, Politik und Begegnungen.
Ministerpräsident Boris Rhein sprach von einem Hessentag, der eindrucksvoll gezeigt habe, was Hessen ausmache: Gemeinschaft, Gastfreundschaft und Zusammenhalt. Das Landesfest habe Hessen von seiner besten Seite präsentiert. Die Menschen hätten gemeinsam gefeiert, gelacht und unvergessliche Momente erlebt. Sein besonderer Dank galt den zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, deren Einsatz maßgeblich zum Gelingen des Hessentags beigetragen habe.
Auch Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld zog ein positives Fazit. Zwar freue man sich über die herausragenden Besucherzahlen, noch wichtiger sei jedoch gewesen, das Ziel zu erreichen, im Jubiläumsjahr des 50. Hessentags ein friedliches und gemeinschaftliches Fest für ganz Hessen auszurichten. Fulda habe sich mit mehr als 1.200 kostenlosen Programmpunkten von seiner besten Seite präsentiert und mit regionalen, nachhaltigen sowie kulturellen Schwerpunkten eigene Akzente gesetzt. Wingenfeld zeigte sich überzeugt, dass die zehn Festtage in der Stadt und der Region noch lange nachwirken werden.
Zugleich dankte der Oberbürgermeister allen Beteiligten, die den Hessentag möglich gemacht haben. Sein Dank richtete sich an die Mitarbeitenden der Stadtverwaltung, die Hessentagsbeauftragten, das Hessentagspaar, die vielen Ehrenamtlichen, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste und Hilfsorganisationen, Sponsoren, Unterstützer, integrierte Veranstalter, die städtischen Gremien sowie die Besucherinnen und Besucher.
Zu den Publikumsmagneten zählten zahlreiche Veranstaltungen auf Bühnen und Festplätzen, Ausstellungen, Aktionen von Vereinen und Verbänden sowie Konzerte nationaler und internationaler Künstlerinnen und Künstler. Besonders die Auftritte auf dem Domplatz sorgten für großen Andrang. Roland Kaiser begeisterte mehr als 10.000 Menschen, während Peter Maffay am Sonntagabend den musikalischen Schlusspunkt des Landesfestes setzte.
Für einen reibungslosen Ablauf sorgten während der gesamten zehn Tage Tausende Ehrenamtliche sowie Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und Hilfsorganisationen. Dank ihres Engagements und ihrer Professionalität konnten die Besucherinnen und Besucher den Hessentag sicher und unbeschwert erleben.
Mit dem Abschluss in Fulda richtet sich der Blick nun auf den nächsten Austragungsort. 2027 übernimmt Idstein die Ausrichtung des Hessentags und führt damit die Tradition des größten Landesfestes Deutschlands fort. +++














4 Kommentare
Was mich allerdings tierisch aufgeregt hat, war das Theater mit ON. Die FZ muss man inzwischen gar nicht mehr erwähnen – die läuft nur noch nebenher.
Die Öffentlichkeitsarbeit von Stadt und Land, unterstützt durch die Einbindung ausgewählter Medienpartner, wirkte über weite Strecken wie eine PR-Kampagne in eigener Sache. Die journalistische Distanz, die für glaubwürdige öffentliche Kommunikation unverzichtbar ist, trat dabei nahezu vollständig in den Hintergrund. Statt transparenter Information dominierten Erfolgsmeldungen, Eigenlob und sorgfältig inszenierte Bilder. Kritische Einordnung oder eine ausgewogene Berichterstattung waren bei den offiziellen Medienpartnern kaum erkennbar.
Gerade bei einem öffentlich finanzierten Großereignis dieser Größenordnung sollte Kommunikation mehr leisten als die Verbreitung positiver Schlagzeilen. Sie sollte Transparenz schaffen, unterschiedliche Perspektiven zulassen und die Unabhängigkeit journalistischer Berichterstattung respektieren.
Auffällig war aus meiner Sicht zudem die vergleichsweise zurückhaltende Präsenz des hr. Während andere Medien die öffentliche Wahrnehmung deutlich stärker prägten, blieb der Hessische Rundfunk eher im Hintergrund. Ob dies eine bewusste redaktionelle Entscheidung war oder andere Gründe hatte, lässt sich von außen nicht beurteilen.
Ebenso stellt sich die Frage, welche Möglichkeiten die Stadt ihren beiden offiziellen Medienpartnern eingeräumt hat. Sollten einzelne Medien einen besonderen oder exklusiven Zugang erhalten haben, wäre das zumindest erklärungsbedürftig. Gerade wenn öffentliche Stellen mit ausgewählten Medien besonders eng zusammenarbeiten, muss nachvollziehbar bleiben, nach welchen Kriterien dies geschieht. Transparenz ist in solchen Fällen keine Nebensache, sondern Voraussetzung für Vertrauen. Die Art und Weise dieser Zusammenarbeit erscheint daher zumindest diskussionswürdig.
Auch die veröffentlichten Besucherzahlen werfen Fragen auf. Nach meinen persönlichen Eindrücken erscheinen sie zumindest nicht ohne Weiteres nachvollziehbar. Während meiner Besuche habe ich wiederholt nahezu leere Parkplätze fotografiert. Das allein ist zwar kein Beleg dafür, dass die offiziellen Angaben unzutreffend sind, steht jedoch im Widerspruch zu dem Bild einer durchgehend stark besuchten Veranstaltung. Gerade deshalb wäre es sinnvoll, die Berechnungsgrundlage der veröffentlichten Zahlen offenzulegen.
Hinzu kommt eine weitere Frage: Warum werden die Besucher der Konzerte in die Gesamtzahl einbezogen? Soweit ersichtlich, finden diese Konzerte auch in anderen Jahren statt und sind kein ausschließliches Merkmal des Großereignisses. Sollte das zutreffen, wäre eine getrennte Ausweisung sachgerechter. Nur so lässt sich nachvollziehen, wie viele Menschen tatsächlich wegen der Veranstaltung gekommen sind und welchen zusätzlichen Effekt sie tatsächlich erzielt hat.
Öffentlich finanzierte Veranstaltungen müssen sich einer kritischen Begleitung stellen. Dazu gehören nachvollziehbare Besucherzahlen, transparente Kommunikation und eine unabhängige Berichterstattung. Nur wenn Erfolge überprüfbar sind und Kritik ihren Platz hat, entsteht das Vertrauen, das öffentliche Institutionen für ihre Arbeit benötigen.
Die Öffentlichkeitsarbeit von Stadt und Land, unterstützt durch die Einbindung ausgewählter Medienpartner, wirkte über weite Strecken wie eine PR-Kampagne in eigener Sache. Die journalistische Distanz, die für glaubwürdige öffentliche Kommunikation unverzichtbar ist, trat dabei häufig in den Hintergrund. Statt transparenter Information dominierten Erfolgsmeldungen, Eigenlob und sorgfältig inszenierte Bilder. Kritische Einordnung oder eine ausgewogene Berichterstattung waren dagegen nur selten wahrnehmbar.
Gerade bei einem öffentlich finanzierten Großereignis dieser Größenordnung sollte Kommunikation mehr leisten als die Verbreitung positiver Schlagzeilen. Sie sollte Transparenz schaffen, unterschiedliche Perspektiven zulassen und die Unabhängigkeit journalistischer Berichterstattung respektieren.
So liebe ich Berichterstattung.. Kurz und klar. Wer mehr haben wollte, konnte sich ja selbst von den Veranstaltungen einen Eindruck machen.
Diese durchgetretenen Berichte mit tausenden von Fotos irritieren mich. Na ja, es sollen eben Klicks erzeugt werden. Und viel Schleimerei ist dabei. Man will den Prominenten gefallen. Armselig. Dieses Aufbäumen bestimmter Medien ist kein gutes Zeichen. Die Gesellschaft ist kulturell kurz vor dem Fall!
Mich würde mal interessieren, was diese Hexentag komplett gekostet hat und wie viel davon die Stadt trägt, und auch, welche Folgekosten damit entstanden sind.