Handel unter Druck: Mehr als 5.000 Beschäftigte folgen ver.di-Aufruf zum Warnstreik

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Mehr als 5.000 Beschäftigte im deutschen Handel haben sich am Freitag am ersten bundesweiten Warnstreik in der laufenden Tarifauseinandersetzung zwischen der Gewerkschaft ver.di und den Arbeitgebern beteiligt. In Hamburg, Stuttgart, Frankfurt und Dortmund kamen die Streikenden zu zentralen Kundgebungen zusammen. Der Protest markiert den Auftakt eines Konflikts, der schon nach der ersten Verhandlungsrunde deutlich an Schärfe gewonnen hat.

Besonders deutliche Worte fand in Dortmund das ver.di-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer, die innerhalb der Gewerkschaft für den Handel zuständig ist. Sie warf den Arbeitgebern vor, die Gespräche mit einem „skandalös niedrigen Angebot“ bewusst eskalieren zu lassen. Der Handel sei mit fünf Millionen Beschäftigten der größte private Dienstleistungssektor des Landes, sagte Zimmer. Die Beschäftigten hätten den Unternehmen selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten stabile Gewinne ermöglicht und zugleich die Versorgung der Bevölkerung gesichert. Dieser Wert müsse sich endlich auch auf den Gehaltsabrechnungen widerspiegeln.

Zimmer verwies darauf, dass die reale Kaufkraft der Einkommen derzeit lediglich auf dem Niveau des Jahres 2020 liege. Gerade vor diesem Hintergrund sei das bisherige Angebot der Arbeitgeber nicht akzeptabel. Ver.di fordert deshalb zügig ein Angebot, das aus Sicht der Gewerkschaft überhaupt erst eine ernsthafte Verhandlungsgrundlage schaffen würde.

Arbeitsniederlegungen gab es am Freitag in Berlin-Brandenburg, Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Hamburg. Nach Angaben der Gewerkschaft wurden mehr als 200 Betriebe bestreikt. Betroffen waren unter anderem Filialen von Edeka, REWE, Kaufland, Marktkauf, Penny, Douglas, Primark, Zara, H&M, Metro und IKEA. +++ red.

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