Es ist ein Verbrechen, das mit erschreckender Kälte beginnt und mit dem Tod eines alten Mannes endet. Ende März, an einem gewöhnlichen Nachmittag, wird ein 83-Jähriger in Bensheim Opfer eines Überfalls. Wenige Tage später ist er tot.
Am 27. März, gegen 14.30 Uhr, nimmt die Tat ihren Lauf. In der Promenadenstraße wird der Senior angegriffen, ein Mann, unterwegs mit seinem Rollator, verletzlich, sichtbar eingeschränkt. Ein bislang Unbekannter greift zu, entwendet den Geldbeutel aus der Gehhilfe – ein schneller Zugriff, routiniert vielleicht. Doch es bleibt nicht beim Diebstahl.
Was dann folgt, eskaliert brutal: Der Täter stößt den 83-Jährigen rückwärts eine Treppe hinunter. Der Mann stürzt, schwer verletzt. Es ist ein Moment, der alles verändert. Aus einem Raub wird ein Verbrechen mit tödlicher Konsequenz.
Der Senior wird in ein Krankenhaus gebracht. Tage vergehen, in denen sich entscheidet, ob er die Folgen des Angriffs überlebt. Am Sonntag, dem 5. April, stirbt der 83-Jährige. Die Verletzungen waren zu schwer.
Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei werten die Tat nun als Raub mit Todesfolge. Ein Delikt, das eine neue Schwere bekommt, weil am Ende ein Mensch sein Leben verliert. Auf richterliche Anordnung soll eine Obduktion klären, woran der Mann genau gestorben ist – ob es ausschließlich die Sturzverletzungen waren oder weitere Faktoren eine Rolle spielten.
Der Täter ist weiterhin auf der Flucht. Zu Fuß verschwindet er vom Tatort, unerkannt, bislang jedenfalls. Die Beschreibung ist vage, wie so oft: zwischen 30 und 40 Jahre alt, etwa 1,70 bis 1,80 Meter groß, Dreitage-Bart. Bekleidet mit einer hellen Jacke, dunkler Hose und schwarzer Basecap. Der Verstorbene selbst soll angegeben haben, der Angreifer habe ein südländisches Erscheinungsbild gehabt.
Es sind Bruchstücke, mehr nicht. Und doch sind es derzeit die einzigen Anhaltspunkte.
Die Ermittler setzen nun auf Hinweise aus der Bevölkerung. Wer etwas gesehen hat, wer Bewegungen bemerkt hat, die im Nachhinein verdächtig erscheinen – jede Beobachtung könnte entscheidend sein. Die Kriminalpolizei in Heppenheim hat ein Hinweistelefon eingerichtet.
Zurück bleibt ein Fall, der Fragen aufwirft. Über Gewalt, die plötzlich in den Alltag einbricht. Über einen Täter, der nicht nur nimmt, sondern stößt. Und über ein Opfer, das diesen Stoß nicht überlebt hat. +++












