FDP Fulda wählt Philipp Kratzer zum neuen Kreisvorsitzenden – Klotzsche wird Ehrenvorsitzender

Foto: privat

Die FDP Fulda hat einen Wechsel an ihrer Spitze vollzogen. Bei der Kreismitgliederversammlung im Vereinsheim des SV Buchonia Flieden wurde Philipp Kratzer zum neuen Kreisvorsitzenden gewählt. Der 34-jährige Richter folgt auf Mario Klotzsche, der den Kreisverband mehr als zehn Jahre geführt und in dieser Zeit maßgeblich geprägt hat. Die Mitglieder würdigten Klotzsches langjähriges Engagement und wählten ihn zum Ehrenvorsitzenden des FDP-Kreisverbandes Fulda. Mit dem Wechsel verbindet die Partei einen Generationswechsel und die Fortsetzung ihres personellen Erneuerungsprozesses.

Klotzsche dankte den Mitgliedern für das Vertrauen und die gemeinsame Arbeit der vergangenen Jahre. Den Wechsel an der Spitze bezeichnete er als bewusst und richtig. „Nach mehr als zehn Jahren ist es Zeit, Verantwortung weiterzugeben und neue Impulse zu ermöglichen. Eine Partei lebt davon, dass neue Generationen Verantwortung übernehmen, eigene Ideen einbringen und ihren eigenen Stil entwickeln“, erklärte Klotzsche. Künftig will er sich insbesondere auf seine Aufgaben im Kreistag Fulda, in der Gemeinde Flieden sowie auf seine weiteren politischen Funktionen konzentrieren.

Der Wechsel an der Spitze des Kreisverbandes steht nach Angaben der FDP Fulda im Zusammenhang mit einem personellen Erneuerungsprozess, der sich über die vergangenen Jahre entwickelt hat. Die Partei verfügt heute über eine junge Mannschaft, in der erfahrene Mitglieder und eine neue Generation liberal Engagierter zusammenarbeiten. Zahlreiche jüngere Mitglieder haben demnach in den vergangenen Jahren Verantwortung in den Ortsverbänden, kommunalen Parlamenten und im Kreisverband übernommen. Der Führungswechsel soll diese Entwicklung fortsetzen und zugleich neue Impulse für die Arbeit der Partei ermöglichen.

Der neue Kreisvorsitzende Philipp Kratzer machte in seiner Antrittsrede deutlich, dass er die derzeitige Lage der FDP nicht schönreden wolle. Bei der vergangenen Kommunalwahl habe der Kreisverband die Schwäche der Bundespartei unmittelbar zu spüren bekommen. Vergangene Erfolge allein könnten deshalb kein Maßstab für die Zukunft sein. „Der Einfluss des Kreisverbands auf die Bundes- und Landespolitik ist begrenzt – umso mehr kommt es auf unsere eigene Arbeit vor Ort an“, erklärte Kratzer.

Damit richtete der neue Vorsitzende den Blick auf die politische Arbeit im Landkreis und in den Kommunen. Die Möglichkeiten eines Kreisverbandes, auf die Bundes- und Landespolitik Einfluss zu nehmen, seien begrenzt. Umso wichtiger sei es, die eigenen Handlungsmöglichkeiten vor Ort zu nutzen und die Arbeit des Kreisverbandes an konkreten Zielen auszurichten. Kratzer, der seit Jahren in der Gemeindevertretung Künzell aktiv ist, nannte dabei insbesondere die Gewinnung neuer Mitglieder und eine stärkere öffentliche Wahrnehmung.

„Unser Kreisverband hat in den vergangenen zehn Jahren viele neue Mitglieder gewonnen und sich dadurch sichtbar verändert. Gerade viele junge Menschen wollen sich einbringen und für liberale Politik werben. Diesen Schwung wollen wir nutzen und ihnen Verantwortung übertragen“, sagte Kratzer. Die Entwicklung des Kreisverbandes soll damit nicht nur in der Mitgliederstruktur sichtbar werden, sondern auch in der Übernahme politischer Verantwortung durch jüngere Mitglieder. Die stärkere öffentliche Wahrnehmung gehört nach seinen Ausführungen zu den Aufgaben, an denen sich der Kreisverband künftig messen lassen müsse.

Inhaltlich sieht der neue Kreisvorsitzende die FDP nicht vor einer programmatischen Kehrtwende. Kratzer verwies auf steigende Kraftstoffpreise, die miserablen Ergebnisse Deutschlands bei Bildungstests, den Verlust von Industriearbeitsplätzen und die wachsenden Belastungen des Bundeshaushalts durch die Rentenversicherung. Diese Themen bilden aus seiner Sicht zentrale Herausforderungen, auf die die FDP bereits politische Antworten gebe.

„Unsere politischen Antworten adressieren genau diese Herausforderungen. Wir brauchen keine inhaltliche 180-Grad-Wende, sondern einen Staat, der sich auf seine wesentlichen Aufgaben konzentriert und diese effizient erfüllt“, erklärte Kratzer. Zugleich müsse die Politik den Bürgerinnen und Bürgern zutrauen, Verantwortung selbst zu übernehmen, statt für jedes Problem eine staatliche Lösung zu versprechen. Seine Ausführungen verbinden damit die Fortsetzung liberaler Grundpositionen mit dem Anspruch, die politische Arbeit des Kreisverbandes stärker auf die örtlichen Möglichkeiten und die Gewinnung neuer Unterstützer auszurichten.

Unterstützt wird Philipp Kratzer künftig von den drei stellvertretenden Kreisvorsitzenden Hendrik Link aus Künzell, Ramona Sachtleber aus Fulda und Claus-Dieter Schad aus Eichenzell. Dem neuen Kreisvorstand gehören außerdem Matthias Hansen aus Fulda, Dr. Dagmar Litt-Adkinson aus Hofbieber, Adrian Bernhard aus Hünfeld, Michael Grosch aus Fulda, Kurt-Dirk Melchiors aus Fulda, Uwe Reichenbach aus Flieden, Hannes Hauf aus Flieden, Jürgen Plappert aus Künzell, Simon Gaßmann aus Neuhof, Martin Gerlach aus Burghaun, Carl Kraus aus Kalbach, Lucas Jarothe aus Tann, Prof. Dr. Thomas Stegmann aus Petersberg, Mike Scheibel aus Eichenzell und Monika Jankow aus Künzell an.

Mit der Wahl von Philipp Kratzer endet damit die mehr als zehnjährige Amtszeit von Mario Klotzsche an der Spitze der FDP Fulda. Die Mitglieder würdigten dessen langjähriges Engagement mit der Wahl zum Ehrenvorsitzenden. Zugleich übernimmt eine neue Generation Verantwortung im Kreisverband, der sich nach den Worten seines neuen Vorsitzenden vor allem bei der Mitgliedergewinnung und der öffentlichen Wahrnehmung weiterentwickeln will. Welche politischen Schwerpunkte daraus für die Arbeit in den Kommunen entstehen, wird sich an der konkreten Arbeit des neuen Vorstandes zeigen. +++

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