Die Erzeugerpreise für Dienstleistungen in Deutschland sind im zweiten Quartal 2026 deutlich gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) lagen sie 3,7 Prozent über dem Niveau des zweiten Quartals 2025. Einen stärkeren Anstieg im Vergleich zum Vorjahresquartal hatte es zuletzt im vierten Quartal 2022 gegeben. Damals waren die Erzeugerpreise für Dienstleistungen um 4,5 Prozent gestiegen.
Auch gegenüber dem ersten Quartal 2026 erhöhten sich die Preise spürbar. Destatis verzeichnete einen Anstieg um 1,6 Prozent. Neben Preisanpassungen infolge gestiegener Kosten zu Jahresbeginn wirkten sich auch die infolge des Iran-Kriegs gestiegenen Energiepreise auf die Entwicklung im zweiten Quartal aus.
Innerhalb des Dienstleistungssektors verzeichnete der Bereich Verkehr und Lagerei mit einem Plus von 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal den stärksten Preisanstieg. Besonders deutlich verteuerte sich die Güterbeförderung in der See- und Küstenschifffahrt. Die Preise lagen 20,7 Prozent über dem Wert des zweiten Quartals 2025 und damit 23,4 Prozent über dem Niveau des ersten Quartals 2026. Als Gründe wurden die infolge des Iran-Kriegs und der Blockade der Straße von Hormus gestiegenen Treibstoffpreise sowie von Reedereien erhobene Zuschläge genannt. Dadurch erhöhten sich die Frachtraten.
Auch Speditionsleistungen verteuerten sich deutlich. Ihre Preise lagen 6,2 Prozent über dem Vorjahresquartal und 4,5 Prozent über dem ersten Quartal 2026. Im Straßengüterverkehr stiegen die Preise gegenüber dem zweiten Quartal 2025 um 5,8 Prozent und gegenüber dem Vorquartal um 3,5 Prozent. Auch hier spielten höhere Treibstoffkosten eine wesentliche Rolle. Im Bereich Lagerung und lagerverwandte Dienstleistungen fiel der Anstieg mit 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal geringer aus. Unternehmen nannten unter anderem höhere Personal- und Energiekosten, beispielsweise für Kühlhäuser, als Gründe für die Preissteigerungen.
Im Wirtschaftsabschnitt Information und Kommunikation lagen die Preise im zweiten Quartal 2026 um 1,5 Prozent über dem Vorjahresquartal. Für leitungsgebundene Telekommunikation verzeichnete Destatis einen Anstieg um 1,7 Prozent, während sich die Preise für drahtlose Telekommunikation um 1,2 Prozent erhöhten. Bei Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundenen Dienstleistungen stiegen die Preise gegenüber dem zweiten Quartal 2025 um 1,4 Prozent. Software und Softwarelizenzen verteuerten sich um 1,1 Prozent. Neben allgemeinen Kostensteigerungen nannten die befragten Unternehmen auch höhere Lizenzkosten als Ursache.
Im Wirtschaftsabschnitt Grundstücks- und Wohnungswesen erhöhten sich die Preise gegenüber dem Vorjahresquartal um 2,5 Prozent. Die Mieten für Wohn- und Gewerbeimmobilien stiegen dabei um 1,7 Prozent. Deutlich stärker fiel der Anstieg bei Dienstleistungen zur Vermittlung und Verwaltung von Immobilien aus. Hier lagen die Preise 5,4 Prozent über dem Niveau des zweiten Quartals 2025. Neben steigenden Mieten verwiesen Unternehmen auf einen höheren Verwaltungsaufwand.
Bei den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen erhöhten sich die Preise gegenüber dem zweiten Quartal 2025 um 2,8 Prozent. Besonders stark stiegen die Preise für Dienstleistungen des Rechnungswesens mit einem Plus von 6,0 Prozent. Rechtsberatungsleistungen verteuerten sich um 4,1 Prozent. Mitverantwortlich waren nach Angaben der Unternehmen Mitte 2025 in Kraft getretene neue Vergütungsordnungen mit höheren Gebühren für Rechts- und Steuerberatungsberufe. Hinzu kamen allgemeine Preiserhöhungen zu Jahresbeginn, mit denen Unternehmen auf gestiegene Allgemeinkosten und Löhne reagierten.
Die Preise für technische, physikalische und chemische Untersuchungsleistungen lagen 2,8 Prozent über dem Vorjahresquartal. Auch in diesem Bereich verwiesen die Unternehmen unter anderem auf Preisanpassungen zu Jahresbeginn, die auf höhere Energie-, Personal- und Materialkosten zurückzuführen waren.
Bei den Verwaltungs- und Unterstützungsleistungen stiegen die Preise gegenüber dem zweiten Quartal 2025 um 3,5 Prozent. Reinigungsleistungen verteuerten sich dabei mit einem Plus von 3,7 Prozent vergleichsweise stark. Als eine Ursache nannte die Behörde unter anderem gestiegene Tariflöhne zu Jahresbeginn. Die Preise für die befristete Überlassung von Arbeitskräften erhöhten sich um 2,5 Prozent. Auch hier wurden gestiegene Tariflöhne sowie höhere sonstige Betriebskosten seit Jahresbeginn häufig als Gründe für die Preisentwicklung genannt. +++














