Ernüchternde Bilanz für den Kanzler: Mehrheit sieht Friedrich Merz am Ende

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Bundeskanzler Friedrich Merz. Foto: fdi-Mediendienst

Ein denkbar klares und zugleich verheerendes Votum für die Führung der Bundesregierung zeichnet sich in der aktuellen Stimmungslage der Bevölkerung ab. Rund einen Monat nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt sowie zwei Wochen nach den Abstimmungen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin erweist sich das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) als tief erschüttert. Eine deutliche Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland hält seine Kanzlerschaft inzwischen für gescheitert. Das geht aus dem jüngsten „Spiegel“-Ipsos-Politikmonitor hervor.

Die Zahlen der Erhebung offenbaren ein hohes Maß an Ernüchterung im Land. Der konkreten Aussage „Die Kanzlerschaft von Friedrich Merz ist gescheitert“ pflichteten 48 Prozent der Befragten voll und ganz bei. Weitere 19 Prozent gaben an, dieser Einschätzung eher zuzustimmen. Damit bilanzieren insgesamt zwei Drittel der Bevölkerung die bisherige Arbeit des Regierungschefs negativ.

Bei der geografischen Auswertung zeigt sich ein deutliches Gefälle, wenngleich das Urteil bundesweit kritisch ausfällt. Besonders ausgeprägt ist die Ablehnung im Osten der Republik: In den ostdeutschen Bundesländern vertreten 80 Prozent der Menschen die Auffassung, dass die Kanzlerschaft gescheitert sei. Im Westen liegt dieser Wert mit 64 Prozent ebenfalls auf einem hohen Niveau, fällt jedoch etwas moderater aus. Auch beim Blick auf die Geschlechterverteilung zeigt sich ein homogenes Bild. Frauen äußern sich mit knapp 70 Prozent Zustimmung zur These des Scheiterns noch etwas geschlossener als Männer, bei denen der Anteil bei 64 Prozent liegt.

Die Unzufriedenheit beschränkt sich jedoch nicht nur auf eine rückblickende Bewertung der bisherigen Amtszeit, sondern mündet bei vielen Befragten in den Wunsch nach personellen Konsequenzen. Auf die Frage, ob Friedrich Merz von seinen Ämtern als Kanzler und Parteichef zurücktreten sollte, antworteten 44 Prozent mit voller Zustimmung. Weitere 14 Prozent stimmten dem eher zu. Lediglich 11 Prozent der Befragten sprachen sich strikt gegen einen solchen Rücktritt aus.

Sollte es tatsächlich zu einer vorzeitigen Staffelstabübergabe an der Spitze der Regierungszentrale kommen, bleibt die Nachfolgefrage im Volk weitgehend ungeklärt. Da die Union als stärkste Fraktion im Deutschen Bundestag weiterhin den Anspruch auf das Kanzleramt erheben dürfte, stellte das Meinungsforschungsinstitut drei potenzielle Kandidateuren zur Auswahl. Das Ergebnis spiegelt eine ausgeprägte Ratlosigkeit wider: Mit gut 43 Prozent lehnte es eine relative Mehrheit ab, sich für eine der vorgeschlagenen Personen zu entscheiden. Weitere knapp 14 Prozent äußerten sich unentschlossen mit „Weiß nicht“.

Unter den abgefragten Politikern erzielte CSU-Chef Markus Söder den höchsten Zuspruch. 20 Prozent der Befragten gaben an, sich ihn als Nachfolger im Kanzleramt vorstellen zu können. Für den Nordrhein-Westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (CDU) sprachen sich 16 Prozent aus. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) bildet mit 5 Prozent das Schlusslicht der Auswahl.

Die Umfrage wurde vom Institut Ipsos im Auftrag des „Spiegel“ im Zeitraum vom 30. September bis zum 4. Oktober durchgeführt. Dabei wurden bundesweit 2.002 wahlberechtigte Personen befragt. +++

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