Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat seit Jahresbeginn 320 tödliche Wasserunfälle registriert. Obwohl die Zahl unter dem Vorjahreswert von 328 liegt, kamen während der diesjährigen Badesaison mehr Menschen ums Leben. Besonders auffällig war der Anstieg im Juni, als mindestens 101 Todesfälle verzeichnet wurden.
Bad Nenndorf – Zwischen Anfang Mai und dem Ende der Sommerferien erfasste die DLRG 248 Todesfälle. Das waren zwölf mehr als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Als möglichen Grund für den außergewöhnlichen Anstieg im Juni nennt die Organisation die lang anhaltenden hohen Temperaturen und den damit verbundenen stärkeren Andrang an Gewässern. Bezogen auf die unfallreichsten Monate Mai bis August entfielen rund 43 Prozent der Todesfälle auf den ersten Sommermonat. Damit wurde ein neuer Höchstwert erreicht.
Besonders gefährdet sind junge Männer. Seit Jahresbeginn ertranken mindestens 88 Menschen im Alter zwischen elf und 30 Jahren. Das sind 15 Todesfälle mehr als im gesamten Vorjahr. Mehr als 90 Prozent der Todesopfer in dieser Altersgruppe waren männlich. Die DLRG weist darauf hin, dass junge Männer häufig vermeidbare Risiken eingehen.
Bei den Senioren entwickelte sich die Zahl der Todesfälle dagegen rückläufig. Von den Opfern, deren Alter bekannt war, waren 84 Menschen älter als 60 Jahre. Sie machten damit rund ein Drittel der Todesopfer aus. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ging die Zahl der Todesfälle in dieser Altersgruppe um 24 zurück.
Die meisten tödlichen Wasserunfälle ereigneten sich in Seen und Teichen. Dort registrierte die DLRG 146 Todesfälle, vier mehr als im Vorjahreszeitraum. In Flüssen und Bächen sank die Zahl dagegen auf 103 Opfer, nachdem im Vorjahr 120 Todesfälle verzeichnet worden waren. In Kanälen sowie in den Meeren und Schwimmbädern weist die Statistik aktuell ebenfalls höhere Opferzahlen aus. In Kanälen stieg die Zahl um neun, in den Meeren um zwei und in Schwimmbädern ebenfalls um zwei Todesfälle.
Regional zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen. Während die Zahl der tödlichen Wasserunfälle bundesweit insgesamt unter dem Vorjahreswert liegt, verzeichneten Nordrhein-Westfalen 16, Sachsen zehn, Schleswig-Holstein vier, Berlin drei und Rheinland-Pfalz zwei Todesfälle mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
In absoluten Zahlen ereigneten sich die meisten tödlichen Wasserunfälle in Bayern. Bis zum Ende der Sommerferien starben dort 61 Menschen. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 73. Insgesamt 24 Menschen kamen infolge von Unfällen mit Booten und Wassersportgeräten wie Kajaks oder SUP-Boards ums Leben.
Der Blick nach Hessen zeigt das hier die Zahl der Badetoten seit Jahresbeginn im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen ist. Nach den vorliegenden Angaben verzeichnete die DLRG hier bislang 18 Todesfälle. Die Entwicklung in Hessen steht damit im Gegensatz zum bundesweiten Rückgang der Gesamtzahl tödlicher Wasserunfälle.
Die Zahlen machen deutlich, dass die Gefahren an Badeseen, Flüssen und anderen Gewässern auch nach dem Ende der heißen Sommermonate bestehen bleiben. Insbesondere die Vermeidung unnötiger Risiken und ein umsichtiges Verhalten beim Baden und Wassersport bleiben wichtige Voraussetzungen, um Unfälle zu verhindern. +++














