Der künftige Präsident der Hochschule Fulda steht fest. Der erweiterte Senat wählte am Mittwoch Prof. Dr. Jörg Kreiker mit deutlicher Mehrheit bereits im ersten Wahlgang an die Spitze der Hochschule. Der 49-Jährige übernimmt sein neues Amt am 1. Dezember 2026 und tritt damit die Nachfolge von Prof. Dr. Karim Khakzar an, der die Hochschule 18 Jahre lang als Präsident geführt hat. Insgesamt hatten sich vier Kandidatinnen und Kandidaten auf Vorschlag einer Findungskommission zur Wahl gestellt, heißt es in einer Pressemitteilung.
Kreiker ist derzeit Vizepräsident für Lehre, Studium und Digitalisierung und sieht seine neue Aufgabe mit Respekt, aber auch mit Zuversicht. „Ich bin erleichtert und freue mich auf die neue Aufgabe – trotz der Herausforderungen, die vor mir liegen“, sagte der designierte Präsident nach seiner Wahl. Zu den größten Aufgaben zählt er die Haushaltskonsolidierung sowie die weitere digitale Transformation von Lehre, Forschung und Verwaltung. Die Abläufe im Präsidentenamt seien ihm bereits vertraut. „Ich steuere als Vizepräsident bereits seit fast fünf Jahren einen Teil der Hochschule. Den Terminkalender des Präsidenten kenne ich. Ich weiß, was auf mich zukommt.“
Sein Ziel sei es, die Entwicklung der Hochschule konsequent fortzuführen. „Ich möchte meine ganze Energie für die gesamte Hochschule einsetzen. Wir haben als Hochschule Fulda viel erreicht – und ich will, dass wir noch weiterkommen“, erklärte Kreiker. Bis zum Jahr 2032 möchte er die Zahl der Studierenden auf einem Niveau zwischen 8.500 und 9.000 stabil halten. Dabei sei ihm jedoch nicht die reine Anzahl entscheidend. „Der Studienerfolg ist mir wichtiger als die Quantität“, betonte er.
Mit Blick auf die finanziellen Herausforderungen kündigte Kreiker an, schwierige Entscheidungen gemeinsam mit den Hochschulangehörigen treffen zu wollen. „Viele schwierige Entscheidungen stehen an. Aber ich werde keine Themen gegeneinander ausspielen. Ich stehe für Teilhabe und Partizipation“, sagte der künftige Präsident.
Während seiner sechsjährigen Amtszeit möchte er außerdem den Campus weiterentwickeln und attraktiver gestalten. Geplant sind ein lebendigeres Hochschulleben sowie mehr Grünflächen. Gleichzeitig will Kreiker der zunehmenden Abwesenheit vieler Studierender entgegenwirken, die durch hybride Studienangebote entstanden ist. Moderne Lehrformate seien wichtig und würden weiter ausgebaut. Dennoch sei für ihn klar: „Wir sind und bleiben eine Präsenzhochschule.“ Dies sei auch mit Blick auf gesellschaftliche Herausforderungen von Bedeutung. Die Hochschule müsse sich gegen Einsamkeit, die Folgen des Klimawandels und den Einfluss extremer politischer Kräfte stärken. Das Thema Resilienz spiele dabei eine zentrale Rolle.
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Amtszeit soll die Digitalisierung der Verwaltung werden. Kreiker strebt eine möglichst papierlose Hochschulorganisation an. Zwar gehöre die Hochschule Fulda im landesweiten Vergleich bereits zu den Vorreitern bei der Digitalisierung, dennoch gebe es aufgrund gesetzlicher Vorgaben und der Verpflichtung zur Aktenführung weiteren Handlungsbedarf. Diese Prozesse sollten künftig möglichst vollständig elektronisch erfolgen.
Auch Hessens Wissenschaftsminister Timon Gremmels gratulierte dem neuen Präsidenten. Er würdigte Kreiker als Professor, Vizepräsident und Gestalter der digitalen Transformation, der die Entwicklung der Hochschule bereits maßgeblich geprägt habe. Mit seinem Engagement für moderne Studienbedingungen, digitale Innovationen und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses habe er wichtige Impulse für die hessische Hochschullandschaft gesetzt. Gleichzeitig dankte Gremmels dem scheidenden Präsidenten Karim Khakzar für dessen langjährige Arbeit. Unter seiner Leitung habe die Hochschule Fulda als erste Hochschule für Angewandte Wissenschaften bundesweit das eigenständige Promotionsrecht erhalten, innovative Studiengänge wie Physiotherapie und Hebammenkunde etabliert sowie das duale Studium erfolgreich ausgebaut.
Auch Khakzar zeigte sich mit der Entscheidung des Senats zufrieden. Die Wahl von Jörg Kreiker stehe für Erfahrung und Kontinuität. Der bisherige Vizepräsident genieße innerhalb der Hochschule hohe Anerkennung und habe seine Fach- und Führungskompetenz in den vergangenen Jahren eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Er sei überzeugt, dass Kreiker die Hochschule Fulda in den kommenden Jahren erfolgreich führen werde.
Jörg Kreiker wurde 1976 im Saarland geboren und studierte Informatik an der Universität des Saarlandes, ergänzt durch ein Auslandsjahr an der Universität Aarhus in Dänemark. Nach seiner Promotion im Jahr 2006 folgten eine Tätigkeit als Postdoktorand an der Technical University of Denmark in Lyngby sowie die Habilitation an der Technischen Universität München im Jahr 2011. Anschließend arbeitete er fünf Jahre als Softwarearchitekt in der Solartechnologie und übernahm Lehraufträge an der Universität Kassel. Im Juli 2016 wurde er Professor für Programmierung an der Hochschule Fulda. Von 2018 bis 2021 war er Studiendekan des Fachbereichs Angewandte Informatik, bevor er im Oktober 2021 das Amt des Vizepräsidenten übernahm.
Auch aus dem Fuldaer Rathaus kamen Glückwünsche. Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld gratulierte Prof. Dr. Jörg Kreiker im Namen der Stadt Fulda herzlich zu seiner Wahl. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass die seit Jahrzehnten enge Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Stadt unter der neuen Präsidentschaft fortgesetzt und weiter ausgebaut wird. „Ich freue mich, dass es gelungen ist, eine hochkarätige und in der Region bereits umfassend engagierte Persönlichkeit für das Amt des Präsidenten zu gewinnen“, erklärte Wingenfeld. Kreiker sei seit zehn Jahren in verantwortungsvoller Position an der Hochschule Fulda tätig, zuletzt als Vizepräsident. Er kenne sowohl die Hochschule als auch die Stadt sehr gut, sei hervorragend vernetzt und könne zugleich neue Impulse in Forschung, Lehre und Wissenstransfer setzen. +++ red.














