Der Fuldaer Domplatz hat sich am Sonntag einmal mehr als geistliches Zentrum Osthessens erwiesen. Rund 6000 Gläubige aus Fulda und dem gesamten Bistum kamen zum traditionellen Bonifatiusfest zusammen, um ihres Schutzpatrons zu gedenken und zugleich die diesjährigen Bonifatius-Wallfahrten zu eröffnen. Die hohe Beteiligung machte deutlich, dass diese Form gemeinschaftlich gelebten Glaubens auch unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen ihre Anziehungskraft bewahrt hat.
Mit einem Pontifikalamt eröffnete Bischof Dr. Michael Gerber die Feierlichkeiten auf dem Domplatz. Schon in den frühen Morgenstunden hatten sich zahlreiche Pilgergruppen aus den Pfarreien der Region auf den Weg gemacht. In Sternwallfahrten sowie zu Fuß oder mit dem Fahrrad zogen sie nach Fulda zur Kathedrale mit dem Grab des heiligen Bonifatius. Das diesjährige Leitwort „Im Herzen eins“ stellte den Gedanken der Gemeinschaft in den Mittelpunkt und verwies zugleich auf den bevorstehenden Hessentag in Fulda, bei dem die katholische und die evangelische Kirche unter demselben Motto gemeinsam auftreten werden.
Zu den prägenden Bildern des Tages gehörte erneut der gemeinsame Einzug der Messdienerinnen und Messdiener aus den Pfarreien des Bistums. Sie zogen auf den Domplatz und wirkten aktiv an der Gestaltung des Gottesdienstes mit. Musikalisch wurde die Feier vom JugendKathedralChor, dem A/B-Chor, verschiedenen Bläserensembles sowie Domorganist Max Deisenroth begleitet. Die Gesamtleitung lag bei Domkapellmeister Franz-Peter Huber.
Nach dem Gottesdienst verlagerte sich das Festgeschehen in den Bereich der Domdechanei und des Domgartens. Dort nutzten viele Besucher die Gelegenheit zu Begegnungen und Gesprächen. Auf der Bistumsmeile präsentierten sich zahlreiche kirchliche Einrichtungen, Verbände und soziale Organisationen. Besondere Aufmerksamkeit galt der Caritas, die ihre Kampagne „Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen“ vorstellte und die Besucher zu verschiedenen Mitmachaktionen einlud.
Das Bonifatiusfest zählt seit Jahrzehnten zu den größten religiösen Veranstaltungen in Osthessen. Bereits im vergangenen Jahr hatten mehr als 6000 Menschen an den Feierlichkeiten teilgenommen. Auch die diesjährige Resonanz unterstrich die anhaltende Bedeutung der Wallfahrt zum Grab des heiligen Bonifatius. Während die Kirchen vielerorts um Bindung und Beteiligung ringen, bleibt das Bonifatiusfest ein sichtbarer Ausdruck religiöser Kontinuität in der Region. Die zahlreichen Pilgergruppen und die große Zahl der Teilnehmer zeigten, dass solche Traditionen weiterhin Menschen unterschiedlicher Generationen zusammenführen können. Gerade darin lag die besondere Aussagekraft dieses Tages: Gemeinschaft entsteht nicht aus Übereinstimmung in allen Fragen, sondern aus dem gemeinsamen Weg zu einem Ziel, das für viele bis heute Bedeutung besitzt. +++ red.




























