Ein Brand an einer Ballenpresse hat am Sonntag in Ebersburg einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Durch starken Wind griffen die Flammen bereits kurz nach dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte auf einen angrenzenden Grün- und Waldstreifen über. Insgesamt waren 83 Feuerwehrleute im Einsatz, um eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern.
Die Feuerwehr Ebersburg war zunächst mit dem Einsatzstichwort „brennende Ballenpresse“ alarmiert worden. Vor Ort zeigte sich jedoch rasch, dass sich das Feuer aufgrund der trockenen Vegetation und der starken Windböen bereits auf den angrenzenden Waldbereich ausgedehnt hatte.
„Die Löschmaßnahmen konzentrierten sich zunächst darauf, die Brandausbreitung im Wald zu stoppen und das Feuer dort unter Kontrolle zu bringen“, erklärte David Hasenauer, stellvertretender Kreisbrandinspektor des Landkreises Fulda, der als diensthabender Brandschutzaufsichtsdienst an der Einsatzstelle war. Erst nachdem weitere Kräfte eingetroffen waren, konnte die eigentliche Brandbekämpfung an der Ballenpresse erfolgen.
Zur Unterstützung wurden Feuerwehren aus Motten und Kothen sowie die Tanklöschfahrzeuge der Feuerwehren Fulda, Hilders und Hünfeld nachalarmiert.
Die Löscharbeiten stellten die Einsatzkräfte vor erhebliche Herausforderungen. Neben Temperaturen um die 30 Grad erschwerten starker Wind, dichter Brandrauch und aufgewirbelter Staub den Einsatz. „Die Einsatzkräfte mussten teilweise mit FFP-Masken und unter Atemschutz vorgehen. Das ist ein sehr kräftezehrender Einsatz, der den Feuerwehrleuten alles abverlangt“, sagte Hasenauer. Während des Einsatzes musste zudem eine Feuerwehrfrau medizinisch versorgt werden.
Nach Angaben des stellvertretenden Kreisbrandinspektors herrscht im Landkreis Fulda derzeit die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe. Seit Wochen habe es kaum nennenswerte Niederschläge gegeben. In Verbindung mit dem starken Wind sei die Gefahr einer schnellen Brandausbreitung derzeit besonders hoch.
„Gerade dieses Wochenende sind die Feuerwehren im Landkreis stark gefordert“, sagte Hasenauer. Bereits am Samstagabend hatte es einen Einsatz in der Gemeinde Großenlüder gegeben. Zuvor waren die Feuerwehren bereits bei einem Brand in Nüstal-Hofaschenbach gefordert worden.
Die Bilder großer Waldbrände aus Spanien und Frankreich sorgten derzeit zwar für große Aufmerksamkeit. Solche Ausmaße habe man in Deutschland glücklicherweise bislang nicht. Dennoch müsse die Lage sehr ernst genommen werden.
Am Nachmittag war das Feuer unter Kontrolle. Die Nachlöscharbeiten standen kurz vor dem Abschluss. Bevor die Einsatzstelle an den Eigentümer übergeben werden konnte, kontrollierten die Einsatzkräfte den betroffenen Waldbereich noch mit Wärmebildkameras, um versteckte Glutnester auszuschließen.
Mit Sorge blickt die Feuerwehr auf die kommenden Tage. Nach der aktuellen Prognose des Deutschen Wetterdienstes sind weiterhin keine nennenswerten Niederschläge zu erwarten. Stattdessen sollen die Temperaturen erneut auf über 30 Grad steigen.
„Regen wäre der gesamten Situation zuträglich“, sagte Hasenauer. Sollte die Trockenheit anhalten, dürfte sich die Waldbrandgefahr in den kommenden Tagen weiter verschärfen. +++ sw



















