Eine Mehrheit der Deutschen hat den Eindruck, dass der Staat immer stärker in das Leben der Bürger eingreift. Das geht aus einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach hervor, die von der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ in Auftrag gegeben wurde. Demnach sind nahezu zwei Drittel der Befragten der Ansicht, dass die staatliche Regulierung kontinuierlich zunehme und der Staat immer mehr in die persönliche Freiheit der Bürger eingreife. Vor zehn Jahren vertrat noch knapp die Hälfte diese Auffassung.
Im Rahmen der Erhebung wurde gefragt: „Wenn Sie einmal an die letzten Jahre denken: Haben Sie den Eindruck, dass der Staat immer mehr regelt, immer stärker in die persönliche Freiheit der Bürger eingreift, oder haben Sie nicht diesen Eindruck?“ Die Antworten zeigen, dass sich diese Wahrnehmung in den vergangenen Jahren deutlich verstärkt hat.
Zugleich fällt das Meinungsbild bei der Frage nach der Eigenverantwortung differenziert aus. Der Aussage „Wir Bürger haben uns in den letzten Jahren zu sehr darauf verlassen, dass der Staat sich um alles kümmert und uns unterstützt. Wir müssen wieder stärker Eigenverantwortung übernehmen“ stimmten 58 Prozent der Befragten zu. 22 Prozent widersprachen dieser Einschätzung.
Auch bei konkreten politischen Regelungsbereichen spricht sich die Mehrheit für mehr individuelle Gestaltungsmöglichkeiten aus. So wünschen sich die meisten Befragten bei der Lebensarbeitszeit weniger staatliche Vorgaben und stattdessen optionale Lösungen. Lediglich 20 Prozent halten eine umfassende Regulierung der Lebensarbeitszeit für richtig. Eine stärkere Regulierung der Altersvorsorge befürworten 26 Prozent der Teilnehmer. Ebenfalls 26 Prozent sprechen sich für eine umfassendere Regulierung der Nutzung sozialer Medien aus.
Die Umfrage wurde vom Institut für Demoskopie Allensbach zwischen dem 3. und 16. Juli in Form mündlich-persönlicher Interviews durchgeführt. Befragt wurden 1.040 Personen ab 16 Jahren. +++ red.












