Impuls für die Region, soziale Aufgabe und Berührung mit dem Sport: Der VfL Eiterfeld hat Großes vor. Die Maßnahme soll nicht nur die Marktgemeinde bewegen, sondern auch darüber hinaus Akzente setzen. Vom 16. bis 18. Oktober gastiert die „05er Fußballschule“ des Bundesligisten FSV Mainz in Eiterfeld auf. Genauer gesagt, auf dem Sportgelände „Am Hain“. Die Idee scheint ins Herz zu treffen, wendet sie sich doch an Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 13 Jahren.
Bei der Frage nach dem Beweggrund braucht Lisa Schäfer nicht lange zu überlegen. Die 29-Jährige – überaus engagiert, durchaus spontan und entschlussfreudig – sagt: „Wir veranstalten erstmals ein Trainingscamp für Kinder. Das haben wir bisher noch nicht gemacht.“ Es klingt, als sei diese Aktion überfällig, und Schäfer schiebt bestimmt und mit Antrieb nach: „Wir haben ja bei der JSG Eitratal eine große, umfangreiche und erfolgreiche Jugend. Und wenn es die umliegenden Vereine schaffen, ein Trainingscamp durchzuführen, dann sollten wir das auch mal endlich tun.“
Die Verbindung zum 1. FSV Mainz liegt selbstredend nahe. Ganz nahe. Lisas Schwester Ann-Christin kickte einst für den Bundesligisten, der längst zur Marke geworden ist. Seit April ist Ann-Christin hauptberuflich für die Nullfünfer tätig. Für die Fußballschule, für deren Organisation. „05er-Fußballschule“ nennt sich die Marke. „Trainieren wie die Profis“ lautet ihr Slogan. Und es hört sich gut an, was dahinter steckt. Ex-Profis gehören dem Trainerteam an, auch sehr viele junge Studenten. 50 Übungsleiter umfasst das breit aufgestellte Trainerteam. Vier von ihnen sind fest angestellt. Sportlicher Leiter der Fußballschule ist der ehemalige Eiterfelder Spieler Christof Babatz.
Am Freitag, 16. Oktober, geht es los um 9.30 Uhr „Am Hain“. Gemischt ist die Zusammensetzung des Camps – Jungs und auch Mädchen können teilnehmen. Von, wie gesagt sechs bis 13 Jahren, dürfen die Kids sein. Sechs Trainingseinheiten á zwei Stunden stehen an diesem Wochenende an. In der Anmeldegebühr von 174,05 Euro sind eine komplette Ausrüstung (Trikot, Hose, Stutzen) enthalten sowie Verpflegung, Mittagessen und Getränke. Ein Gutschein für den Besuch eines Bundesliga-Spiels in Mainz sowie eine Urkunde und ein Erinnerungspokal für die Teilnahme kommen hinzu. Die Teilnahme ist für alle offen – egal, ob im Verein oder aus welcher Region.
Wer mitmachen möchte, meldet sich direkt über die Fußballschule an: https://fussballschule.mainz05.de/de/portal/events/933-vfl-eiterfeld-1920-e-v
Bis drei Tage vorher ist das möglich – also bis zum 13. Oktober. Kürzlich betrug die Zahl der Teilnehmer bereits 28 – bis zu 60 werden genommen. Letztgenannte Zahl ist die Obergrenze. „Wir wollen in eine Region kommen, in der wir noch nicht so oft waren“, gibt Ann-Christin ein spezielles Anliegen aus. Man wolle Kindern einfach die Möglichkeit geben, reinzuschnuppern in Trainingsmetoden. Und, dass auch „Pappas auf den Platz kommen“ und sich das aus nächster Nähe anschauen dürften.
Davon abgesehen, klingt es interessant, Hintergründiges zu erfahren. Und zu vermitteln. Lisa Schäfer ist nicht nur clever und charmant, sie sagt auch: „Es ist wichtig in der heutigen Zeit, den Jugendlichen etwas zu bieten im Verein. Dass es nicht nur darum geht, die Tasche zu nehmen und zu gehen. Es geht um Gemeinschaft. Dass jeder im Verein eine Aufgabe hat.“ Soziale Aspekte also. Und überhaupt vertritt sie die Auffassung: „Die Jugendarbeit ist unheimlich wichtig für den Zusammenhalt.“ Ein Anliegen, das auch der Bürgermeisterin der Marktgemeinde Eiterfeld, Dana Hauke, am Herzen liegt. Es gehe darum, präsent zu sein – und zu zeigen, was man wolle und erreichen könne.
Übrigens waren die B-Juniorinnen aus Eiterfeld im Sommer vergangenen Jahres in Mainz zu Gast; Lisa Schäfer und Marvin Nordheim waren die Betreuungspersonen. Und so ein bisschen ist die Maßnahme im Oktober auch eine kleine Reaktion darauf, dass der VfL Eiterfeld kürzlich sein Frauenteam zurückziehen musste aus dem Spielbetrieb. Die Prioritäten hatten sich geändert, beruflich und privat. Viele Spielerinnen wechselten den Verein. Auch Lisa Schäfer, die sich kurzerhand dem Verbandsligisten TSV Pilgerzell – trainiert von Knut Seuring – anschloss. „Das ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich mich als Aktive um nichts kümmern muss.“ Dafür zeigt sie ihr Gesicht bestimmt beim Fußballcamp. Gemeinsam mit ihrer Schwester Ann-Christin. +++ rl













