Ein großer Schritt für einen sauberen öffentlichen Nahverkehr zeichnet sich in Fulda und Osthessen ab: Die RhönEnergie Verkehrsbetriebe erhalten vom Bundesministerium für Verkehr einen Zuschuss in Höhe von 2,389 Millionen Euro. Mit dem Geld sollen zwölf neue Elektrobusse angeschafft und die Ladeinfrastruktur weiter ausgebaut werden. Für das Unternehmen bedeutet das einen deutlichen Ausbau seiner Flotte – in den kommenden eineinhalb Jahren soll die Zahl der Elektrobusse von derzeit sieben auf insgesamt 25 steigen.
Für Martin Heun, Sprecher der Geschäftsführung der RhönEnergie, markiert die Förderung einen wichtigen Meilenstein. Sie ermögliche es, die Busflotte schrittweise auf Elektroantrieb umzustellen und damit die eigene Strategie für Innovation und Klimaschutz in der Region konsequent voranzutreiben, erklärt er. Die Transformation des Fuhrparks gilt dabei als zentraler Baustein, um den öffentlichen Nahverkehr langfristig nachhaltiger auszurichten.
Die neuen Fahrzeuge sollen vor allem im Stadtbusverkehr eingesetzt werden. Auch Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld begrüßt die Entwicklung. Elektrobusse seien für die Stadt ein echter Gewinn, betont er: weniger Abgase, weniger Lärm und ein spürbarer Beitrag zu den Klimazielen. Sowohl die Stadt als auch ihre Bewohner würden unmittelbar von den Veränderungen profitieren.
Dass Fulda in Sachen Elektromobilität im öffentlichen Nahverkehr bereits früh eine Vorreiterrolle eingenommen hat, zeigt ein Blick zurück: Seit Oktober 2018 fährt hier der erste Elektrobus Hessens. Die sieben derzeit eingesetzten Fahrzeuge der RhönEnergie haben zusammen inzwischen genau eine Million Kilometer zurückgelegt – emissionsfrei und nahezu geräuschlos. Diese Strecke entspricht rechnerisch 25 Erdumrundungen. Noch in diesem Frühjahr sollen sechs weitere Busse zur Flotte stoßen, bevor 2027 schließlich die nun geförderten zwölf Fahrzeuge hinzukommen.
Bei einem Treffen im Busdepot der RhönEnergie wurde die Förderentscheidung auch politisch gewürdigt. Der Fuldaer Bundestagsabgeordnete Michael Brand hob die Bedeutung der Unterstützung hervor und lobte die Entscheidung von Verkehrsminister Patrick Schnieder. Als Parlamentarischer Staatssekretär sprach er dabei zugleich für die Bundesregierung. Die Investition zeige, dass Elektromobilität im Nahverkehr ernsthaft vorangebracht werden solle – zum Nutzen der Menschen in Städten und Dörfern. Osthessen sei dabei eine Vorbildregion, von der andere lernen könnten, so Brand.
Dass eine solche Förderung notwendig ist, hängt vor allem mit den hohen Kosten der neuen Technik zusammen. Ein Elektrobus kostet etwa doppelt so viel wie ein herkömmlicher Dieselbus. Da diese Mehrkosten bei der Ausschreibung von Verkehrsleistungen bislang nicht berücksichtigt werden, ist eine öffentliche Unterstützung entscheidend, um die Umstellung wirtschaftlich bewältigen zu können. Darauf verweisen Thomas Lang und Philipp Enders, Geschäftsführer beziehungsweise Prokurist der Verkehrsbetriebe. Beide nahmen bei einer Veranstaltung in Berlin den Förderbescheid aus den Händen von Bundesverkehrsminister Schnieder entgegen.
Die Mittel werden im Rahmen der „Richtlinie zur Förderung alternativer Antriebe von Bussen im Personenverkehr“ bereitgestellt. Insgesamt fließen 2,389 Millionen Euro aus dem Bundesministerium für Verkehr in das Projekt. Koordiniert wird die Förderrichtlinie von der NOW GmbH, umgesetzt durch den Projektträger Jülich. Damit soll die Umstellung auf alternative Antriebe im öffentlichen Personennahverkehr bundesweit beschleunigt werden – ein Ziel, das in Fulda und Osthessen nun ein weiteres Stück näher rückt. +++ red.











