Eine Analyse der Online-Arztpraxis ZAVA zeigt deutliche regionale Unterschiede beim Gesundheitszustand der Bevölkerung in Deutschland. Hessen weist demnach mit einem Gesundheitswert von 7,41 von 10 die sechstgesündeste Bevölkerung auf. Der Anteil der Menschen, die unter der häufigsten Erkrankung Rückenschmerzen leiden, liegt dort mit 30,88 Prozent deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Auch der Anteil der Bevölkerung mit Bluthochdruck ist mit 28,59 Prozent vergleichsweise niedrig und ebenfalls deutlich geringer als im bundesweiten Mittel. Höher fallen in Hessen dagegen die Anteile bei Depressionen mit 12,83 Prozent, bei Typ-2-Diabetes mit 10,98 Prozent sowie bei Adipositas mit 10,07 Prozent aus, was für das obere Ende der Tabelle vergleichsweise hohe Werte darstellt.
Die gesündeste Bevölkerung Deutschlands lebt der Studie zufolge in Hamburg. Die Hansestadt erreicht einen Gesundheitswert von 9,39 von 10 und weist bei vier der fünf häufigsten Erkrankungen den niedrigsten Bevölkerungsanteil bundesweit auf. An Rückenschmerzen leiden in Hamburg 26,8 Prozent der Bevölkerung, an Bluthochdruck 20,62 Prozent. Von Typ-2-Diabetes sind 7,9 Prozent betroffen, von Adipositas 8,01 Prozent. Beim Anteil der Menschen mit Depressionen liegt Hamburg mit 11,98 Prozent allerdings näher am Bundesdurchschnitt von 12,11 Prozent. Im Ranking der 400 deutschen Landkreise und kreisfreien Städte belegt Hamburg Platz 17; keine andere Stadt mit mehr als einer Million Einwohnern schneidet besser ab.
Auf Rang zwei folgt Berlin mit einem Gesundheitswert von 8,41 von 10. Die Hauptstadt weist beim Bluthochdruck mit 24,59 Prozent den bundesweit zweitniedrigsten Anteil auf, bei Adipositas mit 9,09 Prozent den drittniedrigsten. 29,14 Prozent der Berlinerinnen und Berliner leiden an Rückenschmerzen, 9,79 Prozent an Typ-2-Diabetes. Wie in Hamburg ist auch in Berlin der Anteil der Bevölkerung mit Depressionen im Vergleich zu anderen Erkrankungen relativ hoch. Mit 12,91 Prozent liegt er zudem deutlich über dem Bundesdurchschnitt.
Das gesundheitliche Schlusslicht der Studie ist Sachsen-Anhalt. Das Bundesland erreicht lediglich einen Gesundheitswert von 4,74 von 10. Bei 9 von 25 untersuchten Erkrankungen weist Sachsen-Anhalt den höchsten Bevölkerungsanteil bundesweit auf. Dazu zählen unter anderem Typ-2-Diabetes mit 15,67 Prozent, Adipositas mit 13,54 Prozent, koronare Herzkrankheit mit 12,16 Prozent, Kniegelenksarthrose mit 9,97 Prozent, Herzinsuffizienz mit 8,16 Prozent sowie Osteoporose mit 5,78 Prozent. Bei Rückenschmerzen liegt der Anteil mit 36,27 Prozent bundesweit auf dem zweithöchsten Rang, ebenso beim Bluthochdruck mit 39,88 Prozent.
Ein genauer Blick auf die Landkreise und kreisfreien Städte zeigt ebenfalls große Unterschiede. Hamburg führt auch im Ländervergleich der gesündesten Regionen. Berlin folgt auf Platz zwei. In Baden-Württemberg liegt Freiburg im Breisgau als gesündester Kreis des Bundeslandes mit einem lokalen Gesundheitswert von 9,87, während der Main-Tauber-Kreis mit 5,97 den niedrigsten Wert im Land aufweist. In Bremen erreicht die Stadt Bremen einen Gesundheitswert von 8,85, Bremerhaven kommt auf 6,95. In Schleswig-Holstein liegt Kiel mit 9,08 vorn, während der Kreis Steinburg mit 6,69 das Schlusslicht bildet. In Hessen ist Darmstadt mit 9,54 der gesündeste Kreis, der Werra-Meißner-Kreis mit 3,13 der ungesündeste. In Bayern führt Freising mit 9,76, während Kronach mit 3,13 den niedrigsten Wert erreicht. In Rheinland-Pfalz liegt Mainz mit 9,81 an der Spitze, Pirmasens mit 3,95 am Ende. In Niedersachsen ist Lüneburg mit 9,35 der gesündeste Kreis, Salzgitter mit 3,75 der ungesündeste. In Mecklenburg-Vorpommern führt Rostock mit 8,33, die Mecklenburgische Seenplatte liegt mit 5,22 am unteren Ende. In Nordrhein-Westfalen erreicht Münster mit 9,80 den höchsten Wert, Bottrop mit 2,62 den niedrigsten. In Brandenburg liegt Potsdam mit 9,11 vorn, die Prignitz mit 3,34 hinten. In Sachsen ist Dresden mit 8,07 der gesündeste Kreis, Nordsachsen mit 4,57 der ungesündeste. Im Saarland führt der Regionalverband Saarbrücken mit 6,38, während St. Wendel mit 4,26 den niedrigsten Wert aufweist. In Thüringen liegt Jena mit 9,28 an der Spitze, Suhl mit 1,75 am Ende. In Sachsen-Anhalt erreicht Halle (Saale) mit 6,03 den höchsten Wert, Anhalt-Bitterfeld mit 3,83 den niedrigsten.
Innerhalb Hessens schneiden die Landkreise und kreisfreien Städte ebenfalls sehr unterschiedlich ab. Die kreisfreie Stadt Darmstadt erreicht mit 9,54 von 10 den höchsten Gesundheitswert im Bundesland und zählt damit auch bundesweit zu den gesündesten Kreisen. Der Werra-Meißner-Kreis kommt dagegen lediglich auf einen Wert von 3,13. Damit liegt er unter den am wenigsten gesunden Kreisen bundesweit auf dem drittschlechtesten Rang.
In Baden-Württemberg befindet sich laut Studie der gesündeste Kreis Deutschlands. Freiburg im Breisgau erreicht mit 9,87 von 10 den höchsten Gesundheitswert aller 400 untersuchten Landkreise und kreisfreien Städte. Dort leiden beispielsweise nur 15,94 Prozent der Bevölkerung an Bluthochdruck, was etwa der Hälfte des bundesweiten Durchschnitts entspricht. Der Main-Tauber-Kreis schneidet innerhalb Baden-Württembergs am schlechtesten ab, erreicht mit 5,97 jedoch im Vergleich zu den ungesündesten Kreisen anderer Bundesländer noch einen relativ hohen Wert. In diesem Landkreis sind 34,2 Prozent der Bevölkerung von Bluthochdruck betroffen und damit deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt.
Der Kreis mit der insgesamt am wenigsten gesunden Bevölkerung liegt der Untersuchung zufolge in Thüringen. Der Stadtkreis Suhl erreicht lediglich einen Gesundheitswert von 1,75 von 10. Dort weist die Studie bundesweit die höchsten Bevölkerungsanteile bei Bluthochdruck mit 49,66 Prozent, bei Adipositas mit 19,15 Prozent sowie bei Typ-2-Diabetes mit 18,73 Prozent aus. Der gesündeste Kreis Thüringens ist die kreisfreie Stadt Jena. Sie erreicht einen Gesundheitswert von 9,28 von 10, belegt im bundesweiten Kreisranking Platz 24 von 400 und weist mit 8,44 Prozent den drittniedrigsten Anteil an Depressionen in ganz Deutschland auf.
Zur Einordnung der Ergebnisse erklärt Dr. med. Ulrike Thieme, medizinische Leiterin bei ZAVA, die deutsche Gesundheitslandschaft zeige ein deutliches Nordost-Südwest-Gefälle. Universitäts- und wirtschaftlich dynamische Regionen wiesen deutlich niedrigere Raten chronischer Erkrankungen auf, während ältere, industrialisierte und wirtschaftlich schwächere Landkreise – insbesondere in Thüringen und im Ruhrgebiet – stärker betroffen seien. Diese geografische Ungleichheit unterstreiche die Notwendigkeit regionalisierter Präventions- und Behandlungsstrategien für chronische Erkrankungen.
Als Experten für die Behandlung von Adipositas sehe man bei ZAVA täglich, wie wichtig ein gesunder Lebensstil, ein angemessenes Körpergewicht und eine gesunde Ernährung nicht nur für die allgemeine Gesundheit seien, sondern auch für die Prävention vieler der in der Studie genannten Erkrankungen, etwa Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Rücken- und Gelenkbeschwerden, so Thieme weiter. Besonders in stark betroffenen Regionen, in denen ein überlastetes Gesundheitssystem unter Umständen zu zusätzlichen Problemen beitrage, sei es wichtig, verstärkt auf Bildung und Aufklärung zur Prävention zu setzen. +++ red










