Ein Weihnachtsmarktbesuch ist für viele Menschen inzwischen ein kaum noch bezahlbarer Luxus. Die Preise sind teilweise schmerzhaft, und viele klagen darüber. Der Duft von Glühwein und gebrannten Mandeln mischt sich längst mit Frust und Kopfschütteln. Wer heute über den Weihnachtsmarkt schlendert, zückt nicht mehr nur aus Vorfreude den Geldbeutel, sondern oft auch aus purer Notwendigkeit – und fragt sich, wie lange das noch gutgehen soll.
Außer in Fulda natürlich. Dort scheint eine ganz andere Weihnachtswelt zu existieren. Jeden Tag werden in den Medien regelrechte Hofberichte verbreitet, wie toll alles ist, wie stimmungsvoll, wie wunderbar. Kritik? Fehlanzeige. Stattdessen Hochglanzbilder und Lobeshymnen, als wäre der Weihnachtsmarkt ein Märchenland ohne Schattenseiten.
In den Bildergalerien findet man dann auch meist an den selben Buden die Fuldaer Elite in fröhlicher Runde, beim Glühwein schlürfen, lachend, anstoßend, bestens gelaunt. Während viele Besucher sich überlegen müssen, ob sie sich überhaupt noch einen Becher leisten können, wird hier genossen, als gäbe es kein Morgen – und vor allem kein Preisproblem.
Mal ehrlich, Leute: Muss man sich immer alles schön reden? Muss man so tun, als wäre alles perfekt, während für viele der Weihnachtsmarkt längst kein Ort der Freude mehr ist, sondern ein Symbol dafür, wie teuer selbst kleine Auszeiten vom Alltag geworden sind? Zwischen Glühwein-Glamour und Realitätsverlust klafft eine Lücke – und die wird mit jedem Euro mehr im Becher größer. +++ dk










