Walter Steinbeck und der Mut zum späten Aufbruch

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Walter Steinbeck. Foto: fdi-Mediendienst

Manchmal braucht es ein halbes Jahrhundert, um sich neu zu erfinden. Und manchmal braucht es den Mut, im Alter von 70 Jahren ein Kapitel aufzuschlagen, das alles Vorherige nicht negiert, sondern auf eindrucksvolle Weise zusammenführt. Genau das ist Walter Steinbeck gelungen. Das erste Jahr – oder genauer gesagt: die ersten 15 Monate – seines Lebens als freier Künstler zeigen, wie kraftvoll ein solcher Schritt sein kann, wenn Erfahrung, Kreativität und Unternehmergeist zusammenkommen.

Mit der großen Werkschau „50 Jahre Steinbeck-Kunst“ im September 2024 in Fulda begann für den weithin bekannten Kreativunternehmer ein neuer Abschnitt. Bis dahin war seine Kunst stets eingebettet in klare Verwendungszusammenhänge: als Bildmotive auf Produkten, als illustrierte Geschichten oder als Plüschfiguren, die ihren Weg in die Welt fanden. Die Ausstellung markierte den bewussten Schritt hin zur freien Kunst – hin zu großformatigen, in Acryl gemalten Bildern, die nun für sich selbst sprechen. Erste Verkäufe und Auftragsarbeiten folgten schnell und bestätigten, dass dieser Schritt nicht nur mutig, sondern richtig war.

Was danach kam, war Bewegung. Und zwar im besten Sinne. Steinbeck ging auf Reise mit seiner Kunst. 45 mittel- bis großformatige Acrylwerke aus der Serie „Birds“ sowie einige Aquarelle fanden ihren Platz in der stimmungsvollen Eventscheune des Weinguts Ilmbacher Hof im unterfränkischen Iphofen. Dort begann 2025 die erste Ausstellung mit einer großen Vernissage, kulinarischen Genüssen und einer Feier bis spät in die Nacht. Sechs Wochen lang zog der farbenfrohe Schwarm Besucher an, gewann Sympathien – und Käufer.

Kurz darauf setzte sich diese Erfolgsgeschichte in Kitzingen fort. Im Haus der Pflege Kitzinger Land im Stadtteil Sickershausen wurden nahezu 100 Werke aus verschiedenen Serien gezeigt, ebenfalls über sechs Wochen hinweg. Die Vernissage war hochrangig besucht, mit Reden des Oberbürgermeisters und des stellvertretenden Landrats, einer Pressekonferenz und großer öffentlicher Aufmerksamkeit. Auch hier war die Resonanz überwältigend. Besonders bemerkenswert war ein zusätzliches Ereignis während der Ausstellung: ein Malkurs mit Bewohnerinnen und Bewohnern des Seniorenheims, der Kunst als verbindendes Erlebnis erfahrbar machte.

Dass Walter Steinbeck mit seinem neuen Leben als freier Künstler glücklich ist, überrascht kaum. Die Nachfrage nach weiteren Ausstellungen wächst, Termine sind bereits festgelegt. Diese Resonanz wirkt als Motor für weiteres Schaffen. Der Autodidakt malt, wann immer es seine Zeit erlaubt, und Ideen scheinen ihm nicht auszugehen. Sie kommen täglich hinzu, sprudeln aus ihm heraus – ein Zeichen dafür, dass hier jemand genau das tut, was er tun muss.

Gleichzeitig zeigt sich Steinbeck als das, was er immer war: ein Unternehmer mit Gespür für Vertrieb und Reichweite. Gemeinsam mit seinem Team baute er einen eigenen Onlineshop auf. Unter www.steinbeck.art erhalten Besucher persönliche Einblicke, können sein Atelier virtuell betreten und Kunstwerke in unterschiedlichen Größen und Formen erwerben. Schnell wurde deutlich, dass sich nicht nur Sammler von Originalen angesprochen fühlen, sondern auch Menschen, die sich zu erschwinglicheren Preisen mit Steinbeck-Kunst umgeben möchten. Denn eines eint viele seiner Bilder: Sie lösen beim Betrachten gute Laune aus.

Die logische Konsequenz war die Produktion hochwertiger Kunstdrucke. Ob limitiert und handsigniert oder unlimitiert – auf Leinwand oder Papier – alle Drucke entstehen im hauseigenen Studio. Der Anspruch ist hoch: Aufwendige Fotoaufnahmen der Originale, sorgfältige digitale Nachbearbeitung und Materialien in Museumsqualität sorgen dafür, dass die Drucke optisch kaum vom Original zu unterscheiden sind. Qualität ist für Steinbeck kein Marketingversprechen, sondern Grundhaltung.

Auch bewegte Bilder gehören inzwischen zu seinem künstlerischen Kosmos. Auf YouTube finden sich kurze, humorvolle Filme über und mit Walter Steinbeck. Diese Reihe soll weiter wachsen, ergänzt durch geplante Galeriefilme, die seine Werke in Szene setzen und neue Zugänge schaffen.

Der Blick nach vorn ist klar gerichtet. Für 2026 stehen bereits zwei Ausstellungen fest, weitere sind bis 2029 in Planung. Der Onlineshop soll weiterentwickelt werden, unter anderem mit einem eigenen Zugang für Galerien, die Steinbeck-Kunst in ihr Programm aufnehmen möchten. Zudem reift ein weiterer Gedanke: die Öffnung seines „Künstlerreichs“. Künftig sollen Gruppen von bis zu 35 Personen die Möglichkeit erhalten, Ausstellungs- und Atelierräume zu besichtigen. Die Planungen dafür laufen bereits.

Und natürlich wird es neue Werke geben. Denn eines wird bei all dem deutlich: Walter Steinbeck kann nicht anders, als kreativ zu sein. Sein erstes Jahr als freier Künstler ist kein Abschluss, sondern der Anfang eines Weges, der zeigt, dass Neuanfänge kein Alter kennen – sondern nur Entschlossenheit. +++ adm/pm

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