Rückenwind für den geplanten Kunstrasenplatz auf dem Adolf-Spieß-Gelände in Lauterbach: Der VfL Lauterbach stellt sich klar hinter das Vorhaben und signalisiert zugleich Offenheit für andere Sportarten. „Wir befürworten das sehr und sind gerne bereit, uns später aktiv bei der Unterhaltung des Geländes einzubringen“, machten die VfL-Vertreter Celal Gezici und Yilmaz Akkus in einem Gespräch mit Landrat Dr. Jens Mischak und dem Ersten Kreisbeigeordneten Patrick Krug deutlich. Gleichzeitig kündigte der Verein an, die von ihm genutzten Rasenflächen künftig auch Leichtathleten – etwa für Wettkämpfe, Prüfungen und den Schulsport – zur Verfügung zu stellen.
Der Hintergrund ist ernst: Die kreiseigene Adolf-Spieß-Anlage ist sanierungsbedürftig. Die Rasenfläche befindet sich in einem schlechten Zustand, auch die Tartanbahn muss dringend erneuert werden, schilderte Landrat Dr. Mischak. Zugleich wird im Lauterbacher Raum seit Langem ein Kunstrasenplatz gefordert – ein Ziel, das auch im Sportentwicklungsplan festgeschrieben ist. „Jetzt gibt es ein Fenster, das sich geöffnet hat, sodass wir die Adolf-Spieß-Anlage sanieren und den Kunstrasenplatz realisieren können“, erklärte Mischak. Gemeint ist das Bundesförderprogramm, das vielerorts als „Sportmilliarde“ bekannt ist.
Begleitet wurden die VfL-Vertreter von Günter Stiebig, Vereinsberater beim Hessischen Fußball-Verband. Im Gespräch erläuterte der Landrat die Details des aktuellen Projektaufrufs des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten“. Insgesamt stehen dafür 333 Millionen Euro zur Verfügung. Der Einstieg erfolgt über ein Interessenbekundungsverfahren, bei dem eine Projektskizze eingereicht werden muss. Der Vogelsbergkreis hat diesen Schritt bereits getan, nachdem der Kreistag im Dezember mit großer Mehrheit einen entsprechenden Beschluss gefasst hatte.
„Wir sollten Ende Februar oder Anfang März die Mitteilung erhalten, ob wir berücksichtigt werden, dann können wir den eigentlichen Antrag auf Förderung stellen“, erläuterte Erster Kreisbeigeordneter Patrick Krug das weitere Vorgehen. Ziel sei eine zügige Umsetzung. „2029 soll der Platz nutzbar sein“, so Krug.
Für Günter Stiebig ist klar: Der Kunstrasenplatz ist ein zentrales Ziel des Sportentwicklungsplans – und nun greifbar. „Es ist gut, dass der Landkreis diese Interessenbekundung abgegeben hat. Das ist eine richtig gute Geschichte, die positive Auswirkungen hat und haben wird“, sagte der Vereinsberater. Gerade ein Verein wie der VfL Lauterbach mit seinen aktiven Jugendmannschaften stehe im Wettbewerb mit Vereinen aus Ballungsräumen, die deutlich bessere Trainingsbedingungen bieten könnten. „Es wäre so wichtig, einen Kunstrasenplatz hier zu haben, also zwei Zentren in Lauterbach und Alsfeld, um optimale Bedingungen bieten zu können“, betonte Stiebig.
Doch nicht nur der Fußball würde profitieren. Auf Kunstrasen könne auch in Herbst und Winter trainiert werden, was die Hallen entlaste. „Das kommt dann beispielsweise auch den Handballern zugute“, sagte Landrat Mischak.
Diese Argumente teilen auch Gezici und Akkus. Gleichzeitig betonten sie die Bereitschaft des VfL, andere Vereine wie den TV Lauterbach zu unterstützen. Die vom VfL genutzten Naturrasenflächen sollen für leichtathletische Wettkämpfe bereitgestellt werden. Denn Disziplinen wie Diskus- oder Speerwurf sind auf Kunstrasen nicht möglich. Während im Training mit Übungsspeeren gearbeitet werden kann, ist im Wettkampf der Speer mit Spitze vorgeschrieben.
Zum Abschluss des Gesprächs fand Günter Stiebig deutliche Worte des Lobes für den VfL Lauterbach. Er habe den Verein bereits mehrfach besucht und sei überzeugt: „Das ist ein Verein, der wirklich eine Vision hat.“ Öffentliche Kritik an dem Projekt könne er nicht nachvollziehen. „Es braucht diese Visionen und Ideen, dann kann man Dinge gemeinsam lösen.“ +++ adm










