Stillstand auf Deutschlands Straßen droht: Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ruft für Dienstag zu bundesweiten Warnstreiks im Straßenbau auf. Betroffen sind rund 14.000 Beschäftigte der Autobahn GmbH des Bundes sowie zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesstraßenbauverwaltungen. Das teilte die Gewerkschaft am Sonntag mit. Hintergrund sind die weiterhin stockenden Tarifverhandlungen in beiden Bereichen, die aus Sicht von Verdi bislang keine tragfähigen Ergebnisse gebracht haben.
Mit den Arbeitskampfmaßnahmen will die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. In den laufenden Tarifrunden fordert Verdi eine Gehaltserhöhung von sieben Prozent pro Monat, mindestens jedoch 300 Euro, um insbesondere die unteren Lohngruppen spürbar zu entlasten. Auch die Nachwuchskräfte sollen deutlich besser entlohnt werden, um den Beruf attraktiver zu machen und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Nach Angaben der Gewerkschaft hat die Autobahn GmbH des Bundes bisher noch kein Angebot vorgelegt. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder habe zwar ein Angebot präsentiert, dieses sei jedoch aus Sicht von Verdi unzureichend und zu unkonkret. Christine Behle, stellvertretende Vorsitzende von Verdi, unterstrich die Bedeutung attraktiver Arbeitsbedingungen. Nur mit fairer Bezahlung und verlässlichen Perspektiven ließen sich Fachkräfte halten und neue gewinnen, betonte sie.
Die Warnstreiks sollen an insgesamt 18 Standorten stattfinden, darunter in Städten wie Nürnberg, Rostock, Stuttgart und Berlin. Besonders spürbar könnten die Auswirkungen in Nordrhein-Westfalen sein: Dort sollen alle 28 Landestunnel bestreikt werden, was erhebliche Verkehrseinschränkungen nach sich ziehen könnte. Für Notfälle wurden jedoch Notdienste vereinbart, um die Sicherheit zu gewährleisten.
Verdi appellierte erneut an die Arbeitgeber, endlich verhandlungsfähige Angebote vorzulegen und die Tarifgespräche konstruktiv voranzubringen. Andernfalls könnten weitere Arbeitskampfmaßnahmen folgen – mit spürbaren Folgen für den Verkehr im ganzen Land. +++










