Winterstrurm1

USA: Wintersturm sorgt für Stromausfälle und legt Flughäfen lahm

Ein schwerer Wintersturm hat die USA mit voller Wucht getroffen und dabei einmal mehr gezeigt, wie fragil selbst die Infrastruktur einer Weltmacht sein kann. Hunderttausende Haushalte sind ohne Strom, Flughäfen stehen still, Straßen und Gehwege verwandeln sich in gefährliche Eisflächen – und das alles in einem Land, das sich gern als technologisch führend und bestens vorbereitet versteht.

Nach Angaben des Portals Poweroutage sind derzeit rund 500.000 Haushalte ohne Elektrizität. Besonders hart trifft es den Süden der Vereinigten Staaten. In Tennessee haben sich mehr als 1,3 Zentimeter Eis angesammelt, was dort über 128.000 Kundinnen und Kunden von der Stromversorgung abgeschnitten hat. Auch Texas und Mississippi melden jeweils mehr als 100.000 betroffene Haushalte. Eislasten auf Stromleitungen und umgestürzte Bäume bringen Netze zum Kollaps, während die Reparaturarbeiten vielerorts nur langsam vorankommen.

Parallel dazu ist der Luftverkehr nahezu zum Erliegen gekommen. Seit Samstag wurden Berichten zufolge mehr als 15.000 Flüge in den USA gestrichen. Allein am Sonntag fielen fast 10.000 Verbindungen innerhalb der USA sowie Flüge in das Land hinein oder aus ihm heraus aus. Das entspricht fast einem Viertel aller Flüge, die die Federal Aviation Authority an einem durchschnittlichen Tag abwickelt. Auch für Montag, den voraussichtlich letzten Tag des Sturms, sind bereits über 1.800 Flugstreichungen registriert worden, vor allem an den großen Drehkreuzen in New York, Boston und Washington, D.C. Für Millionen Reisende bedeutet das gestrandete Tage, verpasste Termine und eine Geduldsprobe in überfüllten Terminals.

Der Nationale Wetterdienst warnt unterdessen vor anhaltenden Folgen. Schnee und Schneeregen könnten bis weit in die kommende Woche hinein für gefährliche Vereisungen sorgen. Straßen und Gehwege bleiben rutschig, der Alltag vieler Menschen ist weiterhin eingeschränkt. In zahlreichen Städten haben die Behörden Wärmestuben für Obdachlose geöffnet, um sie vor der Kälte zu schützen. Gleichzeitig bilden sich vor Supermärkten lange Schlangen, weil sich viele Menschen vorsorglich mit Lebensmitteln eindecken – ein Bild, das man sonst eher aus Katastrophengebieten kennt.

Die politische Dimension des Sturms ist nicht zu übersehen. US-Heimatschutzministerin Kristi Noem sprach von einem „historischen Wintersturm“ und unterstrich damit die außergewöhnliche Lage. Verkehrsminister Sean Duffy ging noch weiter und erklärte, dass bis zu 240 Millionen US-Bürgerinnen und -Bürger von den Auswirkungen betroffen sein könnten. Solche Zahlen machen deutlich, dass es sich nicht um ein regionales Wetterereignis handelt, sondern um eine landesweite Krise.

Dieser Wintersturm ist mehr als nur eine meteorologische Extremerscheinung. Er ist ein Stresstest für Infrastruktur, Krisenmanagement und soziale Vorsorge. Wenn in einem hochentwickelten Land innerhalb weniger Tage Hunderttausende ohne Strom dastehen und der nationale Flugverkehr fast zusammenbricht, dann wirft das unbequeme Fragen auf. Fragen nach der Widerstandsfähigkeit der Netze, nach der Vorbereitung auf extreme Wetterlagen und nach der Fähigkeit, die Schwächsten in der Gesellschaft zu schützen. Das Eis auf den Straßen wird irgendwann schmelzen – die Debatte über die Lehren aus diesem Sturm sollte bleiben. +++ adm

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Banner 1 336 m

Banner 2 336 l

Banner 1 336 m