Fulda

Tourismus-Boom trotz Krisenzeiten: Fulda feiert starkes Jahr 2025

Die Stadt Fulda kann auf ein erfolgreiches Tourismusjahr 2025 zurückblicken – und das trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten und globaler Krisen. Mehr als 700.000 statistisch erfasste Übernachtungen zeigen: Die Barockstadt bleibt ein gefragtes Reiseziel. Insgesamt wurden 710.459 Übernachtungen gezählt. Das entspricht zwar einem leichten Minus von 2,3 Prozent gegenüber 2024, dennoch handelt es sich um das drittbeste Ergebnis in der Geschichte der Stadt – und das ohne ein besonderes Großereignis wie die Landesgartenschau 2023.

Dabei ist zu beachten, dass die Tourismuszahlen des Hessischen Statistischen Landesamts traditionell nur Beherbergungsbetriebe mit mehr als zehn Betten erfassen. Der seit Jahren wachsende Markt kleinerer Pensionen, Ferienwohnungen und Unterkünfte über Plattformen wie Airbnb wird in der Statistik nicht berücksichtigt.

Die Nachfrage nach Fulda als Reiseziel bleibt damit auf konstant hohem Niveau. Hessenweit rangiert die Stadt weiterhin auf Platz sieben der Orte mit den meisten Gästen. Nur die Großstädte Frankfurt, Wiesbaden, Kassel und Darmstadt sowie die Kur- und Urlaubsorte Bad Wildungen und Willingen verzeichnen höhere Besucherzahlen.

Auch bei Stadt- und Themenführungen, die als wichtiger Indikator für den Tagestourismus gelten, zeigen sich stabile Werte. Insgesamt wurden im Jahr 2025 genau 5136 Führungen durchgeführt, an denen mehr als 62.000 Gäste teilnahmen. Hinzu kommen rund 3400 Schülerinnen und Schüler, die im Rahmen spezieller Schulführungen die Stadt erkundeten. Damit entspricht das Ergebnis dem Vorjahresniveau. Besonders stark gewachsen ist jedoch der Bereich der Event- und Erlebnisführungen: Die sogenannte Spätleseführung wurde allein 105-mal mit insgesamt 999 Teilnehmenden durchgeführt. Neu im Angebot war eine Fuldaer Bierführung, die bereits im ersten Jahr auf großes Interesse stieß. Insgesamt fanden 56 Führungen mit 573 Gästen statt.

Große Tagungen, Messen und Fachveranstaltungen wie die RETTmobil bleiben ein zentraler Motor der touristischen Entwicklung. Dieser Bereich soll daher strategisch weiter gestärkt und gezielt ausgebaut werden, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes langfristig zu sichern. Auch publikumsstarke Veranstaltungen und hochwertige Kulturangebote wirken als Besuchermagnete. Dazu zählen unter anderem die Domplatzkonzerte, die Veranstaltungsreihe „Kultur findet statt“, der Musicalsommer sowie der Weihnachtsmarkt, der mit mehr als 800.000 Besucherinnen und Besuchern erneut zu den herausragenden Publikumserfolgen zählt.

„Vom starken touristischen Angebot profitieren nicht nur Gäste, sondern in hohem Maße auch die Fuldaer Bürgerinnen und Bürger“, betont Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld. Die Vielzahl an Veranstaltungen, Führungen und kulturellen Formaten stehe Einheimischen ebenso offen wie Besuchenden. Investitionen in touristische Infrastruktur, Angebotsqualität und Veranstaltungsformate kämen der gesamten Stadtgesellschaft zugute, steigerten die Attraktivität des Standortes, erhöhten die Lebensqualität und prägten ein positives Gesamtbild der Stadt. Gleichzeitig hebt der Oberbürgermeister die besonderen Leistungen und die Innovationskraft der örtlichen Hotel- und Kongressbranche hervor.

Auch Dominik Höhl, Leiter des Amtes für Tourismus- und Marketingmanagement der Stadt Fulda, sieht in den Zahlen eine klare Bestätigung für die Attraktivität des Standortes. Das breite Angebot aus Kultur, Veranstaltungen und Tagungen trage nachhaltig Früchte. Besonders erfreulich sei die erfolgreiche Entwicklung neuer Erlebnisformate bei gleichzeitig stabilen Teilnehmerzahlen klassischer Führungen. Entscheidend sei zudem, dass Investitionen in den Tourismus der gesamten Stadt zugutekämen – Gästen ebenso wie den Bürgerinnen und Bürgern.

Der Tourismusbeitrag hat sich in Fulda inzwischen als tragende Säule der touristischen Entwicklung etabliert. Mit Einnahmen von rund 1,4 Millionen Euro bildet er eine verlässliche finanzielle Grundlage für die kontinuierliche Weiterentwicklung des Angebots. Die Mittel sollen gezielt in Qualität, Infrastruktur und neue Angebote fließen und die touristische Zukunft des Standortes sichern. Gleichzeitig prüft die Stadt derzeit die Einführung neuer EU-Registrierungsregeln für Ferienwohnungen. Künftig sollen Anbieter eine offizielle Registrierungsnummer vorweisen müssen, um ihre Unterkünfte über Online-Plattformen anbieten zu können. Dies soll mehr Transparenz schaffen, Steuerungs- und Kontrollmöglichkeiten verbessern und zugleich für einen fairen Ausgleich zwischen touristischer Nutzung und regulärem Wohnraum sorgen.

Mit großer Vorfreude richtet sich der Blick nun auf das laufende Jahr mit weiteren Höhepunkten. Dazu zählen insbesondere der Hessentag vom 12. bis 21. Juni, die Weltpremiere des „Schimmelreiters“ beim Musicalsommer vom 5. Juni bis 30. August sowie eine erneut starke Tagungs- und Kongresssaison. Der Tourismus bleibe für die Stadt ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, betont Wingenfeld. Vor allem Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel und zahlreiche Dienstleistungsbereiche profitierten direkt von den Gästen. +++ red.

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