Mit einem neuen Vorstoß zur Vermögensteuer sorgt die Linke für politischen Zündstoff. Die Partei hat ein Modell für eine progressive Vermögensteuer vorgestellt, das nach Einschätzung von Ökonomen enorme Mehreinnahmen für den Staat bringen könnte. Grundlage dafür ist eine am Freitag veröffentlichte Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die ein deutlich steigendes Steueraufkommen in Aussicht stellt.
Demnach könnte bei einem gestaffelten Steuersatz von 1 bis 5 Prozent, der ab einem Vermögen von 50 Millionen Euro greift, jährlich ein Steueraufkommen von bis zu 147 Milliarden Euro erzielt werden. Vorgesehen ist dabei ein persönlicher Freibetrag von 1 Million Euro. Unternehmensvermögen sollen bis zu einer Grenze von 5 Millionen Euro steuerfrei bleiben, um kleinere und mittlere Betriebe zu schonen.
Die Studie macht deutlich, dass die Steuerlast nahezu vollständig von den Reichsten getragen würde. Betroffen wäre fast ausschließlich das oberste Prozent der Vermögensverteilung. Besonders stark zur Kasse gebeten würden die reichsten 0,1 Prozent der Bevölkerung, deren Vermögen bei 13,8 Millionen Euro beginnt. Sie müssten nach den Berechnungen 91 Prozent des gesamten Steueraufkommens tragen. Noch konzentrierter fällt die Belastung bei den reichsten 0,01 Prozent aus, die ab einem Vermögen von 76 Millionen Euro zählen und allein für 72 Prozent des Steueraufkommens aufkommen würden. Nach Einschätzung der Forscher könnte durch diese Umverteilung die Vermögensungleichheit in Deutschland spürbar zurückgehen.
Ganz ohne Risiken ist das Modell jedoch nicht. Die Studie warnt davor, dass mögliche Anpassungsreaktionen wie legale Steuergestaltungen oder eine Zurückhaltung bei Investitionen das erwartete Steueraufkommen erheblich schmälern könnten. Bei einer hohen Elastizität der Besteuerungsgrundlagen könnte das zusätzliche Aufkommen um bis zu 60 Prozent sinken. Um solche Effekte abzufedern, empfehlen die Autoren, die Vermögensteuer schrittweise einzuführen und international zu koordinieren. So sollen negative Folgen für Investitionen und die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts möglichst gering gehalten werden. +++










