Spreng-Alarm in Hanau-Großauheim! 4.500 Menschen müssen raus

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In Hanau-Großauheim herrscht Ausnahmezustand: Wegen der Sprengung einer 250 Kilogramm schweren Weltkriegsbombe läuft seit den frühen Morgenstunden ein Großeinsatz, der das gesamte Viertel in Atem hält. Rund 1.000 Meter um die Fundstelle herum wird alles evakuiert – 4.500 Bewohnerinnen und Bewohner müssen ihre Häuser verlassen, Schulen schließen, Straßen werden abgesperrt. Der Kampfmittelräumdienst ist bereits vor Ort und hat das Gelände gesichert. Um 12 Uhr soll die Bombe kontrolliert gesprengt werden.

Entdeckt wurde das gefährliche Relikt am Dienstag in der Lise-Meitner-Straße: eine deutsche Brandbombe aus dem Zweiten Weltkrieg, so schwer und instabil, dass an eine klassische Entschärfung offenbar nicht zu denken ist. Der Evakuierungsbeginn um 7 Uhr hat den Stadtteil abrupt zum Stillstand gebracht. Während Einsatzkräfte Haustür für Haustür kontrollieren, packen Familien ihre letzten Sachen zusammen, müssen ältere Menschen begleitet und Krankenfahrten organisiert werden.

Auch das öffentliche Leben ist weitgehend lahmgelegt. Zahlreiche Schulen bleiben geschlossen: von der August-Gaul-Schule über die Lindenauschule bis zur Mädchenrealschule St. Josef und der Paul-Gerhardt-Schule. Gleich mehrere Kindertagesstätten sind betroffen – darunter die Kinderburg Großauheim, die Montessori-Kita und St. Josef in Klein-Auheim. Selbst der Wertstoffhof und der lokale Wochenmarkt fallen aus, weil sie mitten im Sperrbereich liegen.

Der Verkehr ist ebenfalls stark eingeschränkt. Mit Beginn der Evakuierung wurden erste Straßen gesperrt, mehrere Buslinien müssen umgeleitet oder ganz eingestellt werden. Ab dem späten Vormittag wird auch der Bahnverkehr betroffen sein: Die Bahnhöfe Großauheim und Klein-Auheim schließen, Züge halten vorübergehend nicht mehr. Zwischen Hanauer Kreuz und der Anschlussstelle Steinheim wird die B43a ab etwa 9.30 Uhr vollständig gesperrt.

Für Menschen, die nicht wissen, wohin sie während der Evakuierung sollen, stehen Notunterkünfte bereit – und viele hoffen dort, dass alles glattgeht. Die Lage ist ernst, aber die Einsatzkräfte arbeiten hochprofessionell und konzentriert. Wenn um 12 Uhr die kontrollierte Sprengung erfolgt, wird im gesamten Stadtteil mit einem dumpfen Knall gerechnet – danach soll möglichst schnell Entwarnung gegeben werden.

Bis dahin heißt es für Hanau-Großauheim: Geduld bewahren, Sicherheit geht vor – und hoffen, dass der Mittag die ersehnte Entschärfung der Lage bringt. +++

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