Spektakulärer Schmuggel-Fund am Frankfurter Flughafen

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Ein aufsehenerregender Fund sorgte gestern am Frankfurter Flughafen für Aufsehen: Zöllnerinnen und Zöllner entdeckten bei einer zollrechtlichen Kontrolle eines Reisenden insgesamt 11.276 Diamanten, die dieser in seinem Gepäck mit sich führte. Zuvor waren die Edelsteine bereits im Rahmen der Luftsicherheitskontrolle aufgefallen. Die Bundespolizei nahm den brisanten Fund daraufhin in Verwahrung und informierte umgehend den Zoll.

Der aus Angola reisende Mann hatte die Rohdiamanten raffiniert im doppelten Boden seines Handgepäckkoffers versteckt und zusätzlich in zwei Tüten verpackt. Eine ordnungsgemäße Anmeldung beim Zoll bei der Einreise unterließ er jedoch vollständig. Brisant dabei: Der Reisende konnte auch das zwingend erforderliche Begleitzertifikat für Diamanten, das sogenannte Kimberley-Zertifikat, nicht vorweisen. Dieses Zertifikat bestätigt, dass es sich bei den eingeführten Edelsteinen nicht um sogenannte „Blutdiamanten“ handelt, die zur Finanzierung bewaffneter Konflikte genutzt werden.

Nach dem Fund übernahmen die hinzugerufenen Fahnderinnen und Fahnder des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main im Auftrag der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main die Ermittlungen. Der 53-jährige Mann wurde festgenommen, die Einsatzkräfte stellten die Rohdiamanten sicher und zählten diese händisch – mit dem Ergebnis: exakt 11.276 Diamanten.

Bereits gestern wurde der Beschuldigte dem Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Frankfurt am Main vorgeführt. Dieser ordnete entsprechend dem Antrag der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main Untersuchungshaft an. Der Mann muss sich nun wegen eines Verstoßes gegen das Außenwirtschaftsrecht verantworten. Zudem wird ihm die Hinterziehung von Einfuhrabgaben für die geschmuggelten Rohdiamanten vorgeworfen. Wie hoch der entstandene Steuerschaden tatsächlich ist, kann jedoch erst nach einer entsprechenden gutachterlichen Beurteilung der sichergestellten Edelsteine endgültig festgestellt werden.

Hintergrund des strengen Vorgehens ist die internationale Regulierung des Diamantenhandels. In den 1990er Jahren kristallisierte sich heraus, dass Bürgerkriege auf dem afrikanischen Kontinent insbesondere durch illegal geschürfte Diamanten finanziert wurden – die sogenannten „Blutdiamanten“. Um diesen illegalen Handel zu unterbinden und die Konflikte zu beenden, einigten sich mehrere diamantenproduzierende Länder aus dem südlichen Afrika auf ein internationales Zertifikationssystem für den Diamantenhandel. Die Regelungen des sogenannten Kimberley-Prozesses sind seit 2002 in Kraft. Inzwischen beteiligen sich mehr als 50 Staaten und Staatengemeinschaften, darunter auch die Europäische Union, sowie Vertreter der Industrie und Nichtregierungsorganisationen an diesem System.

Die Ein- oder Ausfuhr von Rohdiamanten ist daher nur noch unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Zulässig ist die Einfuhr ausschließlich aus Staaten, die am Kimberley-Prozess teilnehmen. Zudem muss jede Sendung von einem gültigen Kimberley-Zertifikat begleitet werden, und die Diamanten müssen sich in einem von der zertifizierenden Stelle verschlossenen Behältnis befinden. Genau gegen diese Regeln hatte der nun festgenommene Reisende verstoßen – mit schwerwiegenden Konsequenzen. +++

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