Ein gewaltiger Knall, eine Staubwolke und dann der Moment, auf den viele gewartet hatten: Die beiden Bestandsbauwerke der A7-Talbrücke Thalaubach sind am Sonntag, dem 15. März, erfolgreich gesprengt worden. Damit ist der Weg frei für das zweite neue Teilbauwerk in Fahrtrichtung Würzburg.
Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, zeigte sich beeindruckt vom Ablauf: „Ich möchte mich bei allen Beteiligten für die professionelle Vorbereitung und Umsetzung bedanken. Alle haben heute Großartiges geleistet. Der Sprengabbruch verkürzt die Dauer der Gesamtmaßnahme an der A7 um sechs bis acht Monate. Wir kommen deutlich schneller voran als zunächst geplant und zeigen auch in Eichenzell, was Deutschlandtempo bedeutet. Wir sorgen für eine leistungsfähige A7 der Zukunft. Rund 115 Millionen Euro investiert der Bund in das Gesamtprojekt. Das ist kluge Infrastrukturpolitik.“
Um Punkt 11 Uhr hielt die Region kurz den Atem an. Dann ging alles blitzschnell: Mit beeindruckender Präzision legte der Sprengmeister die beiden aus dem Jahr 1969 stammenden Teilbauwerke – im Abstand von nur drei Sekunden – nacheinander nieder. Die Dimensionen waren gewaltig: Rund 320 Meter lang und etwa 40 Meter hoch ragten die Brücken in den Himmel.
Für den spektakulären Abbruch wurden rund 100 Kilogramm Sprengstoff und etwa 1000 Zünder in den insgesamt zwölf Pfeilern installiert. Die Strategie dahinter: Die Pfeiler gezielt so schwächen, dass die Brücke senkrecht in sich zusammenfällt. Genau das passierte dann auch – nachdem die Pfeiler passgenau einknickten, stürzte der Brückenüberbau wie geplant auf ein vorbereitetes Fallbett.
Dr. Michael Güntner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autobahn GmbH des Bundes, betonte die besondere Schwierigkeit des Projekts: „Einen sicheren Abbruch in unmittelbarer Nähe zum neuen Bauwerk durchzuführen, ist eine besondere Herausforderung. Dass dies heute so präzise und störungsfrei gelungen ist, unterstreicht die Professionalität aller Beteiligten. Der Erfolg zeigt, dass wir beim Ausbau unserer Infrastruktur Tempo machen und komplexe Projekte in Deutschland effizient umsetzen können.“
Kaum war der Staub der Explosion verzogen, rückten bereits die Brückenprüfer an. Ihr Auftrag: sofort kontrollieren, ob das neue Bauwerk die gewaltige Aktion unbeschadet überstanden hat. Die Entwarnung folgte kurze Zeit später – das neue Bauwerk ist vollkommen intakt. Damit stand fest: Der Verkehr auf der A7 kann wieder fließen. Am Nachmittag wurde die geplante Vollsperrung der Autobahn aufgehoben.
Doch nach der spektakulären Sprengung beginnt die nächste Phase der Großbaustelle. In den kommenden Monaten wird schweres Gerät anrücken, um das Baufeld für den Neubau der zweiten Brückenhälfte freizumachen. Das Abbruchmaterial wird sorgfältig getrennt und wiederverwertet. Beton wird beispielsweise gebrochen und später auf anderen Baustellen als Schottermaterial eingesetzt.
Sobald das Gelände vollständig geräumt ist, kann auch auf der B279 der Verkehr wieder rollen. Cord Lüesse, Direktor der Niederlassung Nordwest, sagt: „Wir sind stolz darauf, dass dieser Tag so erfolgreich verlaufen ist. Ohne die Sprengung hätten wir die B279 deutlich länger sperren müssen und den Bau des zweiten Überbaus der neuen Talbrücke deutlich verzögert.“
Die gute Nachricht für Autofahrer: Die B279 soll voraussichtlich schon Anfang April wieder befahrbar sein. +++



















