Bahn nacht

SPD attackiert Bahn nach tödlichem Angriff auf Zugbegleiter

Nach dem gewaltsamen Tod eines Zugbegleiters in einem Regionalexpress der Deutschen Bahn wächst der politische Druck auf den Konzern. Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sebastian Fiedler, macht schwere Versäumnisse beim Sicherheitsmanagement der Bahn aus und fordert grundlegende Konsequenzen. Aus Sicht des Bundestagsabgeordneten steht fest: Der Bahnkonzern muss seine Strukturen dringend überarbeiten.

„Die Sicherheit darf bei der DB AG nicht weiter ausschließlich wirtschaftlichen Erwägungen unterworfen werden“, sagte Fiedler der „Süddeutschen Zeitung“. Der gelernte Kriminalhauptkommissar verweist dabei auf die seit Jahren steigende Zahl von Übergriffen auf Bahnmitarbeiter. Sowohl bei der Deutschen Bahn selbst als auch bei der Tochtergesellschaft DB Regio sei darauf nicht konsequent reagiert worden. Am neuen Vorstand lässt Fiedler kein gutes Haar. Dieser habe sich in Sicherheitsfragen „bislang nicht mit Ruhm bekleckert“.

Besonders kritisch sieht der SPD-Politiker den Einsatz externer Dienstleister für Sicherheitsaufgaben. Dass die Bahn teilweise auf Subunternehmer setze, hält Fiedler für den falschen Weg. „Subunternehmer haben da generell nichts zu suchen“, betonte er. Sicherheit im Bahnverkehr sei eine hoheitliche Aufgabe, die nicht ausgelagert werden dürfe.

Vor diesem Hintergrund verweist Fiedler auch auf die aktuellen politischen Weichenstellungen. Die schwarz-rote Bundesregierung arbeite derzeit an einer umfassenden Reform des Bundespolizeigesetzes. Dabei gehe es auch um die Neuordnung von Zuständigkeiten. Bei der Organisation der Sicherheit an Bahnhöfen und in Zügen müsse künftig „die Fachkompetenz der Bundespolizei eine bestimmende Rolle einnehmen“, fordert Fiedler. Nach seinem Verständnis sollte die Bundespolizei dort künftig die Fachaufsicht übernehmen – so, wie es an deutschen Flughäfen längst Standard ist.

Auslöser der Debatte ist ein tödlicher Gewaltexzess, der bundesweit für Entsetzen gesorgt hat. Am Montagabend war in einem Regionalexpress der Deutschen Bahn der 36-jährige Zugbegleiter Serkan C. von einem 26-jährigen Fahrgast brutal zusammengeschlagen worden. Das Opfer wurde zunächst lebensgefährlich verletzt, noch am Tatort reanimiert und anschließend ins Krankenhaus gebracht. Trotz aller Bemühungen der Ärzte erlag der Zugbegleiter am Mittwochmorgen seinen schweren Verletzungen.

Der Fall wirft erneut ein grelles Schlaglicht auf die Sicherheitslage im Bahnverkehr – und auf die Frage, ob Mitarbeiter ausreichend geschützt sind. Für die SPD steht fest: Nach diesem tödlichen Angriff darf es kein Weiter-so geben. +++

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