Spahn bremst Panik um höhere Krankenkassen-Beiträge

Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) hat die Alarmrufe einiger Krankenkassen entschieden zurückgewiesen – denn von einer allgemeinen Beitragserhöhung im Jahr 2026 will er nichts wissen. Gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ stellte er klar: „Der durchschnittliche Zusatzbeitrag steigt nicht.“ Punkt. Bei 2,9 Prozent liege der Referenzwert, und der bleibe auch stabil. Zwar könnten einzelne Kassen ihre Beiträge erhöhen, wenn ihre eigenen Finanzen ins Schlingern gerieten, doch für Spahn zählt nur der bundesweite Durchschnitt – und der gebe keinen Anlass zur Sorge.

Während hinter den Kulissen heftig über das Sparpaket von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) gerungen wird, gibt sich Spahn demonstrativ entspannt. Er rechnet fest damit, dass der Streit mit den Ländern in der kommenden Woche beigelegt wird. Das Ziel sei klar: zwei Milliarden Euro einsparen, wie es Warken vorgeschlagen hat. Und das, so betont Spahn, bedeute keine harten Einschnitte, sondern lediglich „weniger Mehr“ – also geringere Ausgabensteigerungen. Ein möglicher Kompromiss: Das Sparpaket zunächst nur für 2026 zu beschließen und 2027 außen vor zu lassen.

Doch Spahn nutzt den Moment auch für eine grundsätzliche Botschaft: Deutschland brauche eine neue Balance im Kliniknetz. Einerseits eine solide Grundversorgung in erreichbarer Nähe, besonders für Notfälle. Andererseits spezialisierte Häuser für planbare Eingriffe – denn Routine bedeute Sicherheit. Er malt ein klares Bild: Wenn ein Krankenhaus bei einem geplanten Eingriff zugeben müsse, man habe so einen Fall „schon lange nicht mehr“ gehabt, sei das kein gutes Gefühl.

Als Beispiel nennt er Prostata-Operationen. In Kliniken, die solche Eingriffe täglich durchführen, liege das Risiko für anschließende Inkontinenz deutlich niedriger. „Dafür fährt jeder gern ein paar Kilometer mehr“, sagt Spahn. Veränderungen in gewachsenen Klinikstrukturen dauerten aber – und das, betont er, sei normal.

Während Spahn also beruhigt, schlägt die Techniker Krankenkasse ganz andere Töne an: Deren Chef Jens Baas warnte zuletzt, man müsse realistischerweise schon im kommenden Jahr mit einem höheren durchschnittlichen Zusatzbeitrag rechnen – „leicht über drei“ zum Jahresbeginn, so seine Einschätzung. Und einige Kassen würden im Laufe des Jahres wohl noch nachlegen müssen.

Zwischen Dämpfen und Warnen prallen damit zwei deutliche Positionen aufeinander. Doch Spahn bleibt gelassen – und hält an seiner Linie fest: Der Durchschnittsbeitrag bleibt stabil. +++

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