Die Silvesternacht 2025/2026 ist in Deutschland von schweren Unfällen, Gewalt gegen Einsatzkräfte und einer hohen Zahl an Polizei- und Feuerwehreinsätzen geprägt worden. Während vielerorts der Jahreswechsel friedlich verlief, machten tödliche Vorfälle, Angriffe auf Rettungskräfte und Brände erneut die Risiken der Silvesternacht deutlich.
Besonders tragisch war die Lage in Bielefeld. Dort kamen zwei 18-jährige Männer durch selbstgebaute Silvester-Böller ums Leben. Nach Angaben der Polizei brachten die beiden Bielefelder an unterschiedlichen Orten ihre selbst hergestellte Pyrotechnik unkontrolliert „zur Umsetzung“. Dabei erlitten sie tödliche Gesichtsverletzungen. Hinweise auf ein Fremdverschulden liegen nach dem bisherigen Ermittlungsstand nicht vor. In beiden Fällen wurden Todesermittlungsverfahren eingeleitet.
In Berlin kam es zum Jahreswechsel erneut zu einer großen Zahl von Festnahmen. Insgesamt wurden rund 400 Personen vorübergehend ihrer Freiheit entzogen, wie die Polizei mitteilte. Davon kamen 14 Personen in Unterbindungsgewahrsam, sieben weitere wurden einem Haftrichter zum Erlass eines Haftbefehls vorgeführt. Nach den schweren Ausschreitungen der Silvesternacht im Vorjahr war die Berliner Polizei mit einem Großaufgebot von etwa 4.300 Beamtinnen und Beamten im Einsatz. In Moabit unterstützte ein Wasserwerfer zeitweise die Löscharbeiten der Feuerwehr. Einsatzkräfte berichteten aus mehreren Stadtteilen von aggressiver Stimmung, Angriffen mit Pyrotechnik und immer wieder eskalierenden Situationen.
In Hamburg bewerteten die Behörden den Jahreswechsel dagegen als „weitestgehend silvestertypisch“. Insbesondere im Stadtteil Steilshoop seien im Verlauf des Abends zeitweise „umfangreichere Interventionsmaßnahmen“ notwendig gewesen. Verlässliche Zahlen zu eingeleiteten Ermittlungsverfahren und getroffenen Maßnahmen lagen zunächst jedoch noch nicht vor.
Auch in München waren Polizei und Rettungskräfte stark gefordert. Die Einsatzkräfte rückten in der Silvesternacht zu mehr als 610 Einsätzen aus. Darunter fielen unter anderem 33 Ruhestörungen, 20 Körperverletzungsdelikte, über 75 Einsätze im Zusammenhang mit Pyrotechnik sowie 85 Einsätze wegen Bränden.
In Frankfurt am Main verzeichnete die Feuerwehr eine leicht rückläufige Zahl von Einsätzen. Zwischen 19 Uhr und 6 Uhr rückten die Einsatzkräfte zu insgesamt 555 Einsätzen aus, wie die Branddirektion mitteilte. Im Vorjahreszeitraum waren es zwischen 20 Uhr und 6 Uhr noch 499 Einsätze gewesen. Während die Einsatzzahlen im Rettungsdienst weiter auf 269 stiegen, gingen die Feuerwehreinsätze mit 177 leicht zurück. Die Kräfte waren vor allem durch zahlreiche kleinere Brände gebunden, etwa an Papierkörben oder Hecken. Größere Einsätze betrafen vier Balkonbrände in verschiedenen Stadtteilen, die sich jedoch nicht ausbreiteten. Auch in Frankfurt kam es zu Angriffen auf Rettungskräfte: Ein Rettungswagen wurde beschädigt, ein Mitarbeiter verletzt, zudem wurden Einsatzkräfte mehrfach mit Feuerwerkskörpern beschossen. Die Feuerwehr zog dennoch eine positive Bilanz der Vorbereitung. Unter anderem waren Personal in der Leitstelle und die Zahl der Rettungswagen erhöht worden. Die Hauptauslastung im Rettungsdienst lag nach Mitternacht und betraf überwiegend Verletzungen sowie Notfälle im Zusammenhang mit Alkohol.
Zu einem größeren Feuerwehreinsatz kam es zudem in Kassel. Am frühen Neujahrsmorgen gegen 0.25 Uhr brach in einem Mehrfamilienhaus in der Meißnerstraße ein Kellerbrand aus. Aus bislang unbekannter Ursache geriet ein Kellerraum in Brand, wodurch es zu starker Rauchentwicklung kam. Die Feuerwehr brachte vorsorglich alle Bewohnerinnen und Bewohner aus dem Haus. Insgesamt erlitten 13 Personen eine Rauchgasvergiftung und wurden in Krankenhäuser eingeliefert. Die Kriminalpolizei Kassel hat die weiteren Ermittlungen aufgenommen. Der entstandene Sachschaden wird auf 50.000 bis 80.000 Euro geschätzt.
Bundesweit meldeten Kliniken in der Silvesternacht einen erhöhten Andrang in den Notaufnahmen. Behandelt wurden vor allem Verbrennungen, Augen- und Handverletzungen durch Feuerwerk sowie Verletzungen im Zusammenhang mit Alkohol- und Drogenkonsum. Rettungsdienste und Krankenhäuser hatten sich auf die besondere Belastung der Nacht eingestellt.
Die Ereignisse des Jahreswechsels dürften die seit Jahren geführte Debatte über private Feuerwerke weiter anheizen. Forderungen nach strengeren Regeln oder einem vollständigen Verbot von Böllern und Raketen werden von Millionen Unterstützern getragen. Kritiker verweisen auf die hohe Zahl an Verletzten, die Belastung für Einsatzkräfte sowie Umwelt- und Tierschäden.
Die Silvesternacht 2025/2026 hinterlässt damit ein widersprüchliches Bild: Neben vielen friedlichen Feiern standen tödliche Unfälle, hunderte Festnahmen und zahlreiche Großeinsätze von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten. Die Diskussion über Konsequenzen aus dieser Nacht dürfte weiter an Schärfe gewinnen. +++ adm









