Eine massive Schneefront hat am Dienstagnachmittag große Teile Hessens erfasst und den Verkehr auf zentralen Verkehrsachsen sowie am Frankfurter Flughafen weitgehend lahmgelegt. Besonders betroffen waren die Autobahnen A7, A5 und A49 sowie das Umfeld des größten deutschen Airports. Innerhalb kurzer Zeit führten starke Schneefälle und glatte Fahrbahnen zu kilometerlangen Staus, zahlreichen Unfällen und vollständigem Stillstand im Berufsverkehr.
Auf der A5 und A49 zwischen Marburg und Alsfeld sowie auf der A7 in Richtung Kassel war die Fahrbahn rasch vollständig schneebedeckt, sodass der Verkehr nur noch sehr langsam vorankam. An Steigungen bei Homberg (Ohm) und Kirchheim musste die Autobahn im dichten Schneetreiben vollständig gesperrt werden. Dort blieben zahlreiche Lastwagen in der Schneedecke stecken, einige standen quer auf der Fahrbahn und blockierten sämtliche Spuren. Dutzende Lkw-Fahrer saßen über Stunden fest, manche versuchten, den Schnee eigenhändig von der Fahrbahn zu schippen. Trotz des Dauereinsatzes der Winterdienste kam es zu einem kompletten Verkehrschaos, insbesondere im abendlichen Berufsverkehr. Es wurden zahlreiche Unfälle gemeldet. Autofahrer zeigten sich erschüttert von der Situation, einzelne erklärten, so etwas noch nie erlebt zu haben, andere beschrieben die Lage als außergewöhnlich heftig. Auch der Bahnverkehr blieb nicht verschont, unter anderem war der Bahnhof Fulda von den Auswirkungen des Wintereinbruchs betroffen.
Parallel dazu verschärfte sich die Lage rund um den Frankfurter Flughafen. Nach anhaltendem Schneefall kam der Verkehr dort am späten Nachmittag nahezu zum Erliegen. Seit etwa 16:00 Uhr ist die Krittler Straße am Airport-Ring in Richtung Feuerwache 3 gesperrt. Auslöser waren mehrere Unfälle sowie festgefahrene Lastwagen, die auf der glatten Strecke nicht mehr vorankamen. Nach Angaben der Polizei kam es unter anderem zu einer Kollision zwischen einem Bus und einem Lastwagen auf der Brücke über die A3. Zudem stießen im Tunnel neben der Feuerwache zwei Autos zusammen. Besonders problematisch blieb ein Hang auf der Flughafenumfahrung, den mehrere Lkw nicht mehr hinauffahren konnten. Räum- und Streudienste waren dort im Dauereinsatz, dennoch blieb die Verkehrslage angespannt. Verkehrsteilnehmer mussten rund um die Flughafenumfahrung mit erheblichen Behinderungen rechnen.
Auch die Autobahn A3 war massiv betroffen. Der Stau zog sich nach Beobachtungen durchgehend auf allen Spuren vom Frankfurter Kreuz am Flughafen vorbei bis in Richtung Wiesbaden. Nach Angaben von Stauanzeigen erreichte die Blechlawine eine Länge von rund 25 Kilometern.
Am Flughafen selbst kam der Betrieb zeitweise vollständig zum Erliegen. Über 100 Flüge wurden gestrichen, zahlreiche Maschinen mussten aufwendig enteist werden. Nach einer stundenlangen Vollsperrung lief der Flugbetrieb ab etwa 16:15 Uhr langsam wieder an, Starts und Landungen fanden zunächst nur vereinzelt statt. Räumfahrzeuge waren weiterhin auf den Start- und Landebahnen im Einsatz. Passagiere äußerten sich vor Ort zu den Wetterkapriolen und mussten sich weiterhin auf Verspätungen und kurzfristige Änderungen einstellen.
Die Schneefront, die von Südwesten her über Deutschland zog, hatte Hessen am Nachmittag erreicht und dort für massiven Winternachschub gesorgt. Trotz des intensiven Einsatzes von Räum- und Streudiensten war die Situation vielerorts nicht mehr beherrschbar – mit spürbaren Folgen für Autofahrer, Pendler und Flugreisende im gesamten Bundesland. +++
















