Deutschland verliert einen seiner prägenden Schauspieler: Uwe Kockisch ist tot. Wie seine Managerin am Mittwoch der „Bild“ bestätigte, starb der beliebte TV-Star bereits am Montag im Alter von 81 Jahren in Madrid. Die Nachricht löst tiefe Bestürzung in der Film- und Fernsehwelt aus.
Uwe Kockisch gehörte zu den Gesichtern, die Millionen Zuschauer über Jahrzehnte begleiteten. Vor allem im Fernsehen feierte er große Erfolge. Unvergessen bleibt seine Titelrolle in der Krimiserie „Zappek“, in der er von 1995 bis 1996 brillierte. Noch größer wurde seine Popularität mit der Rolle des Commissario Guido Brunetti in der Krimireihe „Donna Leon“, die er von 2003 bis 2019 verkörperte und mit der er einem breiten Publikum bekannt wurde. Auch in der ARD-Erfolgsserie „Weissensee“ hinterließ er bleibenden Eindruck – als Stasi-Offizier zeigte er dort eindrucksvoll seine schauspielerische Tiefe.
Doch Kockisch war weit mehr als nur ein Fernsehstar. Neben seinen zahlreichen Auftritten in Film- und Fernsehproduktionen stand er immer wieder auf der Theaterbühne und wirkte an einer Vielzahl von Theaterinszenierungen mit. Auch politisch bezog er Stellung: Im Februar 2023 gehörte er zu den Erstunterzeichnern der von Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer initiierten Petition „Manifest für Frieden“ zum Ukraine-Krieg.
Große Anerkennung kam auch aus der Politik. Hessens Ministerpräsident Boris Rhein bezeichnete den Tod von Uwe Kockisch als einen großen Verlust für die deutsche Kulturszene. „Uwe Kockisch hat das Publikum mit seiner Kunst berührt und beeindruckt. Er war nicht nur als Commissario Brunetti einem Millionenpublikum bekannt, sondern hat sich auch als großer Charakterdarsteller einen Namen gemacht“, sagte Rhein am Mittwoch. Der Schauspieler, der am 22. Dezember im Alter von 81 Jahren gestorben ist, wurde im Jahr 2020 mit dem Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten beim Hessischen Filmpreis ausgezeichnet.
Besonders hob Rhein die Vielseitigkeit und Lebensleistung des Schauspielers hervor. „Seine Darstellung des Stasi-Offiziers Hans Kupfer in der Serie Weissensee zeugte von großem schauspielerischen Können und menschlicher Tiefe“, sagte der Ministerpräsident. Beeindruckend bleibe zudem, dass Uwe Kockisch selbst in jungen Jahren die Härte des DDR-Systems erfahren musste – und dennoch Brücken zwischen Ost und West geschlagen habe. Mit seiner Vita und seiner Kunst habe er „wie kaum ein anderer für ein gesamtdeutsches Kulturverständnis gestanden“. Die deutsche Kulturszene verliere mit ihm einen Künstler, „der Menschen mit seinem Spiel bewegt und Generationen übergreifend begeistert hat“. +++









