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Sanierungsflaute verschärft sich: Energetische Modernisierung erreicht neuen Tiefpunkt

Die energetische Sanierungsquote im deutschen Gebäudebestand ist im Jahr 2025 weiter abgesackt und hat einen neuen Tiefpunkt erreicht. Das geht aus der Sanierungsquote 2025 hervor, die von B+L Marktdaten Bonn im Auftrag des Bundesverbands energieeffiziente Gebäudehülle (BuVEG) ermittelt wurde und über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten. Die Zahlen zeichnen ein alarmierendes Bild vom Zustand der energetischen Modernisierung in Deutschland.

Demnach wurden im Jahr 2025 lediglich 0,67 Prozent der rund 19,5 Millionen Wohngebäude energetisch saniert. Bereits in den Vorjahren war ein Rückgang zu beobachten: 2024 lag die Quote noch bei 0,69 Prozent, 2023 bei 0,70 Prozent und 2022 immerhin noch bei 0,88 Prozent. Um die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen, wäre nach Angaben des Verbandes jedoch eine jährliche Sanierungsquote von rund zwei Prozent notwendig. Von diesem Ziel ist Deutschland derzeit weit entfernt.

„Die Sanierungstätigkeit ist in Deutschland auf einem besorgniserregenden Niveau“, sagte Jan Peter Hinrichs, Geschäftsführer des BuVEG, den Funke-Zeitungen. Zugleich sieht er jedoch auch Chancen: „Mit einem ambitionierten Gebäudeenergiegesetz besteht jedoch die Chance, energetische Sanierungen attraktiver zu machen und damit die Energiekosten für die Bevölkerung langfristig zu senken.“ Derzeit aber zögerten sowohl private als auch institutionelle Immobilieneigentümer weiterhin, in die energetische Modernisierung ihrer Gebäude zu investieren.

Nicht besser sieht es bei den etwas mehr als zwei Millionen Nichtwohngebäuden aus. Auch hier setzt sich laut Analyse der Abwärtstrend fort. Die Sanierungsquote sank 2025 auf 0,92 Prozent, nachdem sie im Jahr 2024 noch bei 0,95 Prozent gelegen hatte. Besonders problematisch ist die Situation nach Einschätzung des BuVEG in öffentlichen Gebäuden. „Gerade in öffentlichen Gebäuden wie Krankenhäusern, Schulen oder Verwaltungen besteht ein großer Sanierungsstau“, erklärte Hinrichs. Hier könne das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität für einen dringend benötigten Befreiungsschlag sorgen. „Deutschland braucht nicht nur einen Bau-Turbo, sondern dringend auch einen Sanierungs-Booster“, so der BuVEG-Geschäftsführer.

Wie stark die Sanierungstätigkeit insgesamt ins Stocken geraten ist, zeigt sich aus Sicht der Branche selbst bei vergleichsweise einfachen Einzelmaßnahmen. „Selbst der vergleichsweise aufwandsarme Bereich des Fenstertauschs bleibt weiterhin auf niedrigem Niveau“, sagte Frank Lange, Geschäftsführer des Verbandes Fenster + Fassade. Neue Fenster seien häufig der erste Schritt bei einer Sanierung. Bleibe dieser aus, gerate die gesamte Gebäudemodernisierung ins Stocken. Umso wichtiger seien verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit – sowohl bei der Förderung als auch im Gebäudemodernisierungsgesetz. +++

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