Pleite-Welle rollt weiter: Über 24.000 Firmen melden Insolvenz an

Schutzinsolvenz1

Deutschlands Wirtschaft kämpft weiter mit einer wachsenden Pleite-Welle. Im Jahr 2025 haben die deutschen Amtsgerichte insgesamt 24.064 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mit. Damit stieg die Zahl der Firmenpleiten um 10,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Brisant: Schon in den beiden Jahren zuvor war die Zahl der Insolvenzen kräftig nach oben geschnellt. 2024 lag der Anstieg bei 22,4 Prozent, 2023 bei 22,1 Prozent. So viele Firmenpleiten wie 2025 gab es zuletzt 2014 mit 24.085 Fällen. Während der großen Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 hatte Deutschland sogar 32.687 Unternehmensinsolvenzen erlebt.

Bei der Statistik gibt es jedoch einen wichtigen zeitlichen Versatz: Die Insolvenzanträge tauchen erst dann in der Statistik auf, wenn das Insolvenzgericht eine erste Entscheidung getroffen hat. In vielen Fällen liegt der tatsächliche Antrag deshalb etwa drei Monate früher.

Auch die Summen, um die es geht, sind gewaltig. Die Forderungen der Gläubiger aus den 2025 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen beliefen sich auf rund 47,9 Milliarden Euro. Im Jahr 2024 waren es noch etwa 58,1 Milliarden Euro. Dass die Summe trotz mehr Insolvenzen gesunken ist, hat einen Grund: 2024 meldeten mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz an als 2025.

Vor allem bei den sogenannten Großinsolvenzen gab es einen Rückgang. Fälle mit einer Forderungssumme von 25 Millionen Euro oder mehr gingen um 15,6 Prozent zurück, das entspricht 49 weniger Großinsolvenzen als im Jahr zuvor.

Rechnet man die Zahlen auf die Unternehmen insgesamt um, ergibt sich für 2025 eine Quote von 69 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen. Besonders häufig krachte es in bestimmten Branchen. Am stärksten betroffen war der Bereich Verkehr und Lagerei mit 133 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen. Dahinter folgen das Gastgewerbe mit 108 Fällen, das Baugewerbe mit 104 sowie sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen – etwa Zeitarbeitsfirmen – mit 100 Insolvenzen.

Auch der Blick auf den Jahresausklang zeigt den Trend: Im Dezember 2025 registrierten die Amtsgerichte 2.037 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Das waren 13,7 Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Forderungen der Gläubiger summierten sich dabei auf 3,6 Milliarden Euro, nachdem sie im Vorjahreszeitraum noch bei 5,8 Milliarden Euro gelegen hatten.

Doch nicht nur Firmen geraten zunehmend in Schieflage. Auch bei Privatpersonen steigt die Zahl der Pleiten weiter. Im Jahr 2025 wurden 77.219 Verbraucherinsolvenzen registriert – ein Plus von 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein im Dezember 2025 erfassten die Amtsgerichte 6.278 Verbraucherinsolvenzen, das waren 12,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, so Destatis. +++

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