Osthessen wirft wieder mehr weg – Hessenweit 2,75 Millionen Tonnen Abfall

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Osthessen im Müll-Check! Die neue Abfallmengenbilanz 2024 zeigt: Die Menschen in Hessen – und damit auch in Fulda, Hersfeld-Rotenburg, Vogelsberg und dem Landkreis Fulda – haben im vergangenen Jahr wieder mehr Abfall produziert. Im Schnitt kamen 438 Kilogramm Haushaltsabfälle pro Person zusammen. Das sind 9 Kilogramm mehr als 2023, ein Plus von 2 Prozent. Hessenweit wuchs die Müllmenge auf 2,75 Millionen Tonnen, das sind 67.100 Tonnen mehr als im Vorjahr – ein Anstieg von knapp 3 Prozent.

Auch wenn der Müllberg wieder wächst: Im langfristigen Vergleich bleibt Hessen – und damit auch Osthessen – unter den Höchstständen früherer Jahre. Seit Beginn der bundesweiten Statistik im Jahr 2004 lagen die Mengen zwischen 2004 und 2021 höher. Besonders auffällig war der starke Rückgang im Jahr 2022, als pro Kopf 47 Kilogramm weniger Müll anfielen – der größte Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen.

Hausmüll, Bioabfall, Sperrmüll – das steckt in der Tonne

Den größten Anteil am Müll hatte auch 2024 der Hausmüll. Hessenweit fielen 904.000 Tonnen an, das entspricht 144 Kilogramm pro Person und 33 Prozent aller Haushaltsabfälle. Dahinter folgen die organischen Abfälle mit 851.700 Tonnen oder 136 Kilogramm pro Kopf – ein Anteil von 31 Prozent. Getrennt erfasste Wertstoffe wie Papier, Glas, Kunststoff oder Metall machten 775.300 Tonnen aus, also 124 Kilogramm pro Person und 28 Prozent. Dazu kamen 40.200 Tonnen Elektro- und Elektronikaltgeräte mit 6 Kilogramm pro Kopf (1 Prozent), 170.800 Tonnen Sperrmüll mit 27 Kilogramm pro Person (6 Prozent) sowie 3.800 Tonnen sonstige Abfälle, weniger als 1 Prozent.

Weniger Hausmüll als früher – aber Trend dreht wieder nach oben

Der Hausmüll legte 2024 gegenüber 2023 um 22.900 Tonnen zu, ein Plus von 3 Prozent oder 3 Kilogramm pro Person. Trotzdem zeigt der Blick über zehn Jahre: Seit 2015 ist das Hausmüllaufkommen insgesamt um 4 Prozent gesunken. Nur einzelne Jahre – darunter 2016, 2023 und 2024 – durchbrachen diesen Trend. Unterm Strich werfen die Menschen heute 8 Kilogramm Hausmüll pro Kopf weniger weg als vor zehn Jahren.

Bioabfälle steigen – Gartenarbeit macht sich bemerkbar

Deutlich zugenommen haben die Bioabfälle. 2024 fielen 34.500 Tonnen mehr an als im Vorjahr, ein Plus von 4 Prozent oder 5 Kilogramm pro Person. Insgesamt waren es 851.700 Tonnen. Davon kamen 573.900 Tonnen (67 Prozent) aus der Biotonne, weitere 277.800 Tonnen (33 Prozent) aus der Grünschnittsammlung von Garten- und Parkabfällen. Die Bioabfall-Mengen schwanken stark, da sie vom Wetter abhängen. Die höchste Menge der vergangenen zehn Jahre wurde 2021 mit 909.300 Tonnen gemessen, die niedrigste 2022 mit 789.600 Tonnen.

Papiermüll bricht weiter ein – Wertstoffe stagnieren

Bei den getrennt erfassten Wertstoffen blieb die Gesamtmenge 2024 auf dem Niveau von 2023. Innerhalb dieser Gruppe gab es aber Bewegung: Altpapier ging erneut zurück, diesmal um 3 Prozent. Zuwächse bei Altholz (plus 10 Prozent) und Leichtverpackungen (plus 1 Prozent) glichen das aus. Langfristig zeigt sich ein klarer Trend: Seit 2015 sind die Wertstoffmengen insgesamt um 16 Prozent gesunken. Besonders Papierabfälle wie Zeitungen, Kartons und Verpackungen werden immer weniger. Während der jährliche Rückgang bis 2021 meist bei 1 bis 3 Prozent lag, waren es 2022 satte 9 Prozent und 2023 nochmals 7 Prozent. 2024 fiel der Rückgang mit 3 Prozent wieder moderater aus.

Altglas und Verpackungen: Corona ließ Mengen explodieren – jetzt Tiefstand

Beim Altglas zeigt sich ein ähnliches Bild. Nach einem starken Plus von 8 Prozent im Corona-Jahr 2020 folgten deutliche Rückgänge zwischen 2021 und 2023. In der Zehn-Jahres-Betrachtung markiert 2024 den niedrigsten Wert. Die Verpackungsabfälle aus Gelbem Sack oder Gelber Tonne stiegen zwischen 2015 und 2019 meist um 1 bis 3 Prozent pro Jahr. 2020 gab es einen starken Anstieg von 6 Prozent, 2021 nochmals 4 Prozent. 2022 brach die Menge überraschend um knapp 6 Prozent ein. In den Jahren 2023 und 2024 ging es wieder leicht nach oben, jeweils plus 1 Prozent.

Sperrmüll und Elektroschrott legen wieder zu

Auch Sperrmüll ist wieder auf dem Vormarsch. 2024 stieg die Menge um 8.600 Tonnen, das sind 5 Prozent mehr oder 1 Kilogramm pro Person zusätzlich. Nach Jahren mit starkem Wachstum bis 2019, außergewöhnlich hohen Mengen 2020 und 2021 und einem deutlichen Rückgang 2022 geht die Kurve seitdem wieder nach oben. Bei den Elektro- und Elektronikaltgeräten wurden 900 Tonnen mehr gesammelt, ein Plus von 2 Prozent, das Pro-Kopf-Aufkommen blieb gleich. Die Mengen schwankten seit 2015 meist um 47.100 Tonnen, mit Spitzen in 2017 (48.900 Tonnen) und 2020 (49.900 Tonnen). In den Jahren 2022 und 2023 lagen sie unter 40.000 Tonnen, 2024 nur leicht darüber. Geräte, die über den Einzelhandel entsorgt werden, sind hier nicht eingerechnet.

Osthessen mittendrin im Müll-Trend

Was landesweit gilt, betrifft auch Osthessen direkt: Mehr Hausmüll, mehr Bioabfälle, steigender Sperrmüll – während Papier und Glas weiter zurückgehen. Die Zahlen zeigen klar: Nach dem Müll-Dämpfer der Corona- und Krisenjahre wird wieder mehr entsorgt. Die Abfallmengenbilanz 2024 des Landes Hessen, erstellt vom Hessischen Statistischen Landesamt im Auftrag des Umweltministeriums, liefert dazu den vollständigen Überblick – inklusive Tabellen nach Verwaltungsbezirken. Klar ist schon jetzt: Der Müll bleibt ein Thema, auch in Osthessen. +++ adm

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