Aus Osthessen kommt ein neues Nachrichtenangebot. Kaum ist es da, greifen die alten Reflexe. Wer steckt dahinter, wird sofort gefragt. Das kann doch nichts taugen, heißt es an anderer Stelle. Und besonders laut melden sich ausgerechnet jene zu Wort, die sich längst mit den vertrauten Konstellationen aus Politik und Wirtschaft arrangiert haben, die wissen, wie bequem es ist, wenn alles so bleibt, wie es ist – und die genau davon profitieren.
Dabei darf es nicht sein, dass der Wunsch nach unabhängigen Informationen reflexhaft mit Misstrauen und Häme beantwortet wird. Es darf nicht sein, dass es als verdächtig gilt, wenn sich inzwischen fast 30 Menschen aus der Gesellschaft zusammentun, um Nachrichten wieder den Raum zu geben, den sie verdienen. Nachrichten, die nicht vorab eingehegt, abgestimmt oder weichgespült werden. Nachrichten, die ihren Namen noch verdienen.
Unabhängige Nachrichten waren lange Zeit an ein Abonnement gebunden. So zumindest die Idee. Doch dieses Modell funktioniert immer weniger. Zu oft wird Unabhängigkeit versprochen und am Ende Rücksichtnahme geliefert. Zu häufig bestimmen Nähe, Verflechtungen und Abhängigkeiten darüber, was gesagt werden darf und was besser unausgesprochen bleibt. Genau an diesem Punkt ist die Idee des Zusammenschlusses entstanden. Nicht aus Trotz, sondern aus Notwendigkeit. Nicht gegen jemanden, sondern für etwas.
Der Gedanke war plötzlich da und ließ sich nicht mehr wegschieben: Wir nehmen es selbst in die Hand. Wenn bestehende Strukturen nicht mehr tragen, wenn Vertrauen schwindet und wenn der Raum für echte, unabhängige Berichterstattung immer kleiner wird, dann bleibt nur ein Weg. Sich zusammenzutun, Verantwortung zu übernehmen und den Raum für Nachrichten zurückzuholen.
Haben Sie den Mut und machen Sie mit. Je mehr dabei sind, desto besser für jeden Einzelnen. +++ redaktion ohr










